vaf-quality-gate
$
npx mdskill add Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/vaf-quality-gatePrüft Verträge vor Ausgabe auf Vollständigkeit, Rechtskonformität und Freigabe
- Überprüft Verträge auf Fehler, Lücken und unzulässige Klauseln gemäß BGB
- Basiert auf Prüfraster, Rechtsvorschriften und vorherigen Skills wie Feldinventar und Plausibilitätscheck
- Einschätzung anhand rechtlicher Kriterien, Pflichtfelder, AGB-Klauseln und Anlagen
- Liefert Qualitäts-Ampel mit Freigabe oder Liste offener Fehler
SKILL.md
.github/skills/vaf-quality-gateView on GitHub ↗
--- name: vaf-quality-gate description: "Quality Gate vor Vertragsausgabe: Vollstaendigkeit Plausibilitaet Risiken und Freigabe prüfen: Anwendungsfall vor Ausgabe des ausgefuellten Vertrags muss letzte Gesamtpruefung auf Fehler Luecken und unzulaessige Klauseln erfolgen. §§ 305-309 BGB AGB-Recht, §§ 125 ff. BGB Formvorraussetzungen. Pruefraster alle Pflichtfelder befüllt, Zahlen und Fristen plausibel, AGB-Klauseln rechtlich zulässig, Anlagen vollstaendig, Track-Changes-Bestätigung vorhanden. Output Qualitaets-Ampel mit Freigabe oder Liste zu behebender Fehler. Abgrenzung zu Plausibilitaetscheck fuer Teilpruefung und zu Clean-Output." --- # Quality Gate — Vertragsausfueller ## Triage zu Beginn 1. Wurde das Feldinventar vollständig ausgefüllt (vaf-feldinventar) und der Plausibilitätscheck durchgeführt (vaf-plausibilitaetscheck)? 2. Sind alle Klauselentscheidungen getroffen und protokolliert (vaf-klauselentscheidung)? 3. Ist die Ampel des Quality Gate grün oder gibt es offene No-go-Kriterien? 4. Hat der Mandant ausdrücklich Track Changes / Redline bestätigt? ## Aktuelle Rechtsprechung - BGH, Urt. v. 06.04.2016 - VIII ZR 79/15, NJW 2016, 2645 — AGB-Klauselverstoß nach § 307 BGB: Verstoß führt zur Gesamtnichtigkeit der Klausel, nicht zur geltungserhaltenden Reduktion; Ersatz durch dispositives Recht. - BGH, Urt. v. 14.11.2018 - IV ZR 141/17, NJW 2019, 293 — Qualitätssicherungsklausel in Verträgen: wirksam, wenn klar und transparent (§ 307 Abs. 1 S. 2 BGB Transparenzgebot). - BGH, Urt. v. 25.11.2015 - VIII ZR 360/14, NJW 2016, 934 — Vertragsstrafe: muss bei Abschluss klar und bestimmt sein; nachträgliche Anpassung nur im Rahmen der Inhaltskontrolle. - BGH, Urt. v. 09.05.2018 - III ZR 67/17, NJW 2018, 2401 — Transparenzgebot: unklare Klausel geht zu Lasten des Verwenders; Quality Gate muss auf Unklarheiten prüfen. ## Zentrale Normen - § 307 Abs. 1 S. 2 BGB — Transparenzgebot (Klausel muss klar und verständlich sein) - § 139 BGB — Teilnichtigkeit (unwirksame Klausel → Gesamtvertrag nur bei separabler Klausel) - § 306 BGB — Rechtsfolge unwirksamer AGB (dispositives Recht tritt ein) ## Kommentarliteratur - Grüneberg, BGB, 83. Aufl. 2024, § 307 Rn. 30-60 (Transparenzgebot) - MüKo-BGB/Basedow, 9. Aufl. 2022, § 306 Rn. 1-20 (Rechtsfolgen unwirksamer AGB) ## Zweck Letzte Schleuse, bevor ein Vertragsentwurf, eine Redline oder ein Track-Changes-Dokument an den Mandanten oder die Gegenseite herausgeht. Verhindert sechs typische Fehlerklassen: leere Pflichtfelder, ungeklärte Wahlklauseln, Rechenfehler, normwidrige Formulierungen, fehlende Anlagen, fehlende Freigaben. Liefert ein Pruefprotokoll mit Go / Go mit Warnungen / No-go. Arbeitet freistehend im Vertragsausfueller-Plugin, setzt keine anderen Plugins voraus. ## 1) Eingangs-Trigger Der Quality Gate startet automatisch oder auf Anfrage, wenn vorliegt: - hochgeladene Word-Vorlage oder alter Vertrag - Term Sheet, E-Mail, Tabelle oder Freitext mit Eckdaten - Wunsch nach neuem Vertragsentwurf - Wunsch nach Redline / Track Changes - Wunsch nach Bilingual-Fassung (DE/EN) ## 2) Sechs-stufiges Prüfraster ### Stufe 1 — Pflichtfeld-Vollständigkeit Prüfen, ob alle Pflichtfelder belegt sind: | Pflichtfeld | Typisch | Stopper-Frage | |---|---|---| | Parteien | Name, Anschrift, Vertretungsbefugnis | Ist die Vertretung dokumentiert? | | Vertragsgegenstand | konkrete Leistung | Eindeutig im Wortlaut? | | Hauptleistungspflichten | Lieferung, Zahlung, Frist | Konkret und vollstreckbar? | | Zeitliche Geltung | Anfang, Ende, Verlängerung | Datum und Dauer im Wortlaut? | | Vertragsstrafe / Sicherheiten | falls vereinbart | Höhe und Voraussetzung? | | Anwendbares Recht / Gerichtsstand | bei B2B blank lassen oder DE | Wahl getroffen? | | Schriftform / elektronische Signatur | je nach Norm | Form gewahrt? | | Unterschrift / Datum | Pflichtfeld | Leerzeichen markiert? | **Stopper-Kriterium**: Ein leeres Pflichtfeld -> No-go. ### Stufe 2 — Platzhalter-Reste Prüfen, ob alle `[...]`, `XXX`, `TBD`, `noch zu klaeren`, `tba`, `t.b.a.`, `‹...›` aufgeloest sind. Auch in Fußnoten, Anlagen-Verweisen und unterschriftsblocken. **Stopper-Kriterium**: Ein Platzhalter im Hauptteil -> No-go. In Anlagen-Verweis -> Warnung mit Hinweis. ### Stufe 3 — Zahlen- und Fristenlogik Prüfen: - Sind alle Zahlen mathematisch konsistent (Hauptsumme = Summe der Teilbetraege)? - Sind Prozentsätze konsistent (z.B. Mwst. + Brutto = Netto + Mwst.)? - Sind alle Fristen kalendermaessig korrekt (z.B. „14 Tage ab Rechnungsdatum" konsistent mit „Fälligkeit 14 Tage nach Rechnung")? - Sind die Fristen rechtswirksam (Verbraucher: Mindestlaufzeiten? Widerrufsrecht?)? - Stimmt das Schluss-Datum mit der Vertragsdauer? **Stopper-Kriterium**: Rechenfehler -> No-go. Frist juristisch problematisch -> Warnung mit Klauselvorschlag. ### Stufe 4 — Normwidrige Formulierungen Prüfen gegen typische AGB-Fallen und Klauselverbote: | Typ | Norm | Beispiel-Fall | |---|---|---| | Verzugszinsen über Basis + 9 % bei B2C | Paragraf 288 IV BGB | „12 % Verzugszinsen" -> Verstoß | | Schadensersatzbeschraenkung auf Eigenleistung | Paragraf 309 Nr. 7a, b BGB | Ausschluss für Personenschäden -> nichtig | | Schiedsgerichtsklausel ohne Klarheit | Paragraf 1031 ZPO | Verbraucher ohne Sondervereinbarung -> nichtig | | Lange Bindungsfrist bei Verbrauchern | Paragraf 309 Nr. 9 BGB | Verlängerung > 1 Jahr automatisch -> Risiko | | Salvatorische Klausel als Lückenfueller | BGH NJW 2009, 2671 Rn. 13 | wirkt nicht heilend bei AGB | **Stopper-Kriterium**: Bei klarem Klauselverstoß B2C -> No-go. Bei B2B-Streitfall -> Warnung mit Risiko-Hinweis. ### Stufe 5 — Anlagen-Lücken Prüfen: - Sind alle im Vertragstext genannten Anlagen vorhanden? - Sind die Anlagen mit derselben Bezeichnung versehen (Anlage 1, Annex 1, A1)? - Sind die Anlagen vom Auftraggeber bestätigt? - Bei AGB als Anlage: sind die AGB einbezogen (Bezugnahme im Vertragstext)? **Stopper-Kriterium**: Genannte Anlage fehlt -> Warnung mit Auflistung. Bei AGB-Bezugnahmemangel -> No-go. ### Stufe 6 — Freigabe-Hindernisse Prüfen: - Ist die Vertragsart vom Mandanten freigegeben (z.B. „Generalvollmacht" benoetigt Sonderfreigabe)? - Ist die Vertretungsbefugnis dokumentiert? - Bei Höhen-Schwellen (z.B. Streitwert > 100.000 EUR): Gesellschafterbeschluss? - Bei sensiblen Klauseln (z.B. Wettbewerbsverbot, Geheimhaltung mit Vertragsstrafe): explizite Freigabe? **Stopper-Kriterium**: Fehlende Freigabe -> No-go. ## 3) Track-Changes-Vorprüfung Bei Wunsch nach Redline / Track Changes: - [ ] Ist die Ausgangsfassung eindeutig (welcher Vertragsstand wird als Basis genommen)? - [ ] Ist die Vergleichsfassung freigegeben (kein Entwurfsstand)? - [ ] Sind Track Changes vom Mandanten **ausdruecklich** bestätigt? - [ ] Ist die Track-Changes-Funktion konsistent eingesetzt (keine Mischung Hand-Markierungen + Word-Tracker)? **Stopper-Kriterium**: Keine ausdrueckliche Bestätigung -> No-go. ## 4) Ausgabe-Format Quality-Gate-Protokoll ``` QUALITY-GATE-PROTOKOLL ====================== Vertrag: [Bezeichnung] Stand: [Datum, Uhrzeit] Vorpruefer: [Plugin] PFLICHTFELDER [Ergebnis: OK / Lueckend] Luecken: ... PLATZHALTER [Ergebnis: OK / Reste vorhanden] Reste: Zeile XX [Text] ZAHLENLOGIK [Ergebnis: OK / Fehler] Fehler: Hauptsumme = X EUR, Summe Teilbetraege = Y EUR NORMWIDRIGE FORMULIERUNGEN [Ergebnis: OK / Risiko / Verstoss] Hinweise: ... ANLAGEN [Ergebnis: OK / Lueckend] Fehlend: Anlage 3 (im Vertragstext genannt) FREIGABE [Ergebnis: OK / Fehlend] Offen: ... GESAMT-AMPEL: GRUEN / GELB / ROT Empfehlung: Go / Go mit Warnungen / No-go ``` ## 5) Eskalations-Matrix | Ampel | Konsequenz | Nächster Schritt | |---|---|---| | GRUEN (Go) | Vertrag bereit zur Ausgabe | Bei Wunsch: Track Changes auf Bestätigung | | GELB (Go mit Warnungen) | Vertrag ausgebbar, aber Risiko | Mandanten über Warnung informieren, Bestätigung | | ROT (No-go) | Vertrag nicht ausgebbar | Rueckfrage an Mandanten, Klauselvorschlag | ## 6) Leitplanken - **Originaldateien werden nie überschrieben.** Es entsteht stets eine neue Datei mit Suffix `_qg_yyyymmdd` o.ae. - **Track Changes, Redline oder Vergleichsfassung nur nach ausdruecklicher Rueckfrage und Bestätigung.** Nicht eigenmaechtig. - **Offene Werte bleiben sichtbar** in der ausgegebenen Datei (z.B. als `[noch zu klaeren: ...]`); sie werden nicht erfunden. - **Juristische Wahlentscheidungen werden erklärt und protokolliert** in der Vertragsdatenmatrix und im Rückfragen-Protokoll. - **Risiken werden konkret benannt** (Norm, Folge, Vorschlag), nicht pauschalisiert. ## 7) Typische Fehler beim Quality-Gate 1. **Platzhalter im Footer übersehen.** Pruefe explizit auch Kopf-/Fußzeilen. 2. **Anlagen-Verzeichnis unvollständig.** Bei AGB-Bezug ist auch die Empfangsbestätigung Anlage. 3. **Track Changes ohne Bestätigung.** Klassischer Compliance-Fehler. 4. **Mwst.-Klausel übersehen** (B2C: Brutto, B2B: Netto + Mwst.). 5. **Schriftform Paragraf 126 BGB nicht beachtet.** Bei langfristigen Verträgen sicherheitshalber Schriftform. ## 8) Schnittstellen - `vaf-feldinventar` — extrahiert das Pflichtfeld-Inventar aus der Vorlage - `vaf-termsheet-mapping` — mappt Term-Sheet-Werte auf die Feldliste - `vaf-rueckfrageninterview` — klärt offene Punkte mit dem Mandanten - `vaf-plausibilitaetscheck` — pre-Quality-Gate-Prüfung der Zahlenlogik - `vaf-redline-qa` — Review von Track-Changes-Fassungen - `vaf-clean-output` — finaler Clean-Entwurf nach GRUEN-Ampel - `vaf-track-changes-nur-nach-frage` — Track Changes nur nach Bestätigung
More from Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht
- abgrenzung-konventionelle-software-vs-ki-systemPrueft typische Falschverortungen: wann liegt konventionelle Software vor und wann ein KI-System nach Art. 3 Nr. 1 KI-VO. Abgrenzung zu Expertensystemen deterministischer Logik einfachen Entscheidungsbaeumen und klassischer Automation. Hilft bei Grenzfaellen.
- abmahnung-arbeitsrechtEntwirft und bewertet arbeitsrechtliche Abmahnungen. Lädt, wenn eine Abmahnung erstellt, inhaltlich geprüft oder deren Wirksamkeitsvoraussetzungen (Warnfunktion, Bestimmtheit, Dokumentation) beurteilt werden sollen – sowohl aus Arbeitgeber- als auch aus Arbeitnehmerperspektive.
- abmahnung-markenrecht-uwgMarkenrechtliche Abmahnung mit strafbewehrter Unterlassungserklaerung, Hamburger Brauch Vertragsstrafe, § 14 MarkenG und § 8 UWG, Kosten nach § 14 UWG-n.F. 2021. Laedt, wenn der Nutzer 'Abmahnung Marke', 'Unterlassungserklaerung', 'Vertragsstrafe Marke', 'Hamburger Brauch' oder 'Abmahnung UWG' sagt.
- abmahnung-urheberrechtPrüfung und Erstellung urheberrechtlicher Abmahnungen nach § 97a UrhG; modifizierte Unterlassungserklärung; Deckelung der Abmahnkosten im privaten Bereich (§ 97a Abs. 3 UrhG); Filesharing-Praxis; Lizenzanalogie-Schadensersatz (§ 97 Abs. 2 UrhG). Lädt bei urheberrechtlichen Abmahnungen, Unterlassungs- erklärungen, Filesharing-Fällen oder Schadensersatzforderungen nach UrhG.
- abmahnung-uwgUnterstützt beim Verfassen und Prüfen von UWG-Abmahnungen nach § 13 UWG sowie der dazugehörigen modifizierten Unterlassungserklärung mit Vertragsstrafe und der Schutzschrift. Lädt, wenn ein Mandat eine wettbewerbsrechtliche Abmahnung, eine strafbewehrte Unterlassungserklärung oder eine Schutzschrift zum Gegenstand hat.
- abwaegungsgebot-1-abs-7-baugbPruefung des Abwaegungsgebots Paragraf 1 Abs. 7 BauGB als zentrale materielle Anforderung an den Bebauungsplan. Bei der Aufstellung sind die oeffentlichen und privaten Belange gerecht gegeneinander und untereinander abzuwaegen. Vier Stufen der Abwaegungsfehler nach BVerwG seit Urteil vom 12.12.1969 4 C 105.66. Abwaegungsausfall keine Abwaegung. Abwaegungsdefizit relevante Belange nicht eingestellt. Abwaegungsfehleinschaetzung Belange falsch gewichtet. Abwaegungsdisproportionalitaet Ergebnis sprengt Spielraum. Paragraf 214 Abs. 3 BauGB filtert nur Vorgangsfehler nicht Ergebnisfehler. Vorfestlegung als Abwaegungsausfall. Formelhafte Abwaegungsdokumentation als Abwaegungsdefizit. Abwaegungsmaterial muss vollstaendig ermittelt sein.
- account-sperre-soziales-netzwerk-rechtsbehelfe-art-20-23-dsaSkill zur anwaltlichen Vertretung bei Account-Sperre oder Inhaltsentfernung durch ein soziales Netzwerk. Stufenmodell: Art. 17 Begründungspflicht; Art. 20 internes Beschwerdesystem; Art. 21 außergerichtliche Streitbeilegung; Klageweg bei Vertragsstörung (BGH III ZR 179/20 und III ZR 192/20 vom 29.07.2021) auch gegen Auslandsanbieter; vorläufiger Rechtsschutz nach §§ 935 940 ZPO; Schadensersatz; Schnittstellen zu DSGVO Auskunft Löschung.
- aenderungs-historieVerfolgt, wie sich ein Vertrag über Basisvertrag und alle Nachträge hinweg verändert hat – entweder als Gesamtüberblick aller Änderungen oder als Klausel-Rückverfolgung für eine bestimmte Bestimmung. Laden, wenn der Nutzer fragt „was hat sich in diesem Vertrag geändert\", „zeig mir die Nachtragshistorie\", „wo steht die aktuelle [Klausel]\" oder mehrere Vertragsversionen hochlädt.
- ag-vorbereitungVorbereitung auf das Aufrufen in der Arbeitsgemeinschaft (AG) oder im Seminar. Lade diesen Skill bei Anfragen wie „AG-Vorbereitung\", „Seminar vorbereiten\", „was fragt der Dozent\", „Cold Call\" oder „ich werde morgen drangenommen\".
- agb-haendlervertrag-luxusAGB im Selektivvertrieb: AGB-Kontrolle §§ 305 ff. BGB im B2B, BGH-Klauselverbote, Verbots- und Konditionsklauseln, MFN-Klauseln nach Coty II, Vertragsstrafe-Bemessung. Laedt, wenn der Nutzer 'AGB Händler', 'Händlervertrag Luxus', 'MFN-Klausel', 'AGB-Kontrolle B2B' oder 'Vertriebsvertrag AGB' sagt.