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name: vaf-klauselentscheidung
description: "Wahlklauseln und Klauselalternativen im Vertrag entscheiden: Anwendungsfall Vertrag enthält optionale Klauseln wie Umsatzsteueroption Indexierung Konkurrenzschutz Rückbau oder Betriebspflicht die aktiv angekreuzt oder formuliert werden müssen. §§ 307-309 BGB AGB-Kontrolle, § 557b BGB Indexmiete, § 9 UStG USt-Option. Pruefraster B2B vs. B2C Kontrollintensität, AGB vs. Individualklausel, branchenspezifische Pflichtklauseln, Haftungsbeschränkungs-Grenzen. Output Klauselentscheidungs-Protokoll mit Optionsauswahl und Begründung. Abgrenzung zu Feldinventar und zu Plausibilitätscheck."
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# Klauselentscheidungen
## Triage zu Beginn
1. Handelt es sich um B2B oder B2C — die Kontrollintensität nach § 307 ff. BGB ist unterschiedlich?
2. Welche Klauseln sind verhandelbar (individualvertraglich) und welche sind AGB des Verwenders?
3. Gibt es branchenspezifische Pflichtklauseln (z.B. Indexklausel § 557b BGB bei Wohnraummiete)?
4. Sind Vertragsstrafen, Haftungsbeschränkungen oder Schiedsklauseln vorgesehen?
## Aktuelle Rechtsprechung
- BGH, Urt. v. 18.04.2018 - VIII ZR 168/17, NJW 2018, 2317 — Haftungsausschlussklausel in AGB unwirksam, wenn sie auch grobe Fahrlässigkeit umfasst (§ 309 Nr. 7b BGB).
- BGH, Urt. v. 06.11.2012 - X ZR 133/10, NJW 2013, 375 — Vertragsstrafe: Klausel muss klar und bestimmt sein; pauschale "bis zu X EUR"-Formulierung kann unbedenklich sein, wenn Obergrenze eindeutig.
- BGH, Urt. v. 21.06.2012 - III ZR 227/11, NJW 2012, 3022 — Schiedsklausel in AGB mit Verbraucher unwirksam (§ 1031 Abs. 5 ZPO); muss handschriftlich gesondert unterzeichnet werden.
- BGH, Urt. v. 28.05.2014 - VIII ZR 241/13, NJW 2014, 3098 — Indexklausel im Gewerbemietrecht grundsätzlich zulässig; Verweis auf VPI muss nachvollziehbar sein.
## Zentrale Normen
- § 307 BGB — Inhaltskontrolle Generalklausel (unangemessene Benachteiligung)
- § 308 BGB — Klauselverbote mit Wertungsmöglichkeit
- § 309 BGB — Klauselverbote ohne Wertungsmöglichkeit (Liste)
- § 310 Abs. 1 BGB — B2B: eingeschränkte Inhaltskontrolle
- § 1031 ZPO — Schiedsvereinbarung (Formerfordernis)
## Kommentarliteratur
- Grüneberg, BGB, 83. Aufl. 2024, § 307 Rn. 1-100 (Inhaltskontrolle)
- MüKo-BGB/Basedow, 9. Aufl. 2022, § 309 Rn. 1-80 (Klauselverbote)
- Staudinger/Coester, BGB, 2022, § 307 Rn. 1-60 (Generalklausel B2B)
## Aufgabe
Der Skill verhindert stilles Auswählen riskanter Optionen. Er arbeitet freistehend innerhalb des Vertragsausfüller-Plugins und setzt keine anderen Plugins voraus.
## Startet bei
- hochgeladener Word-Vorlage oder altem Vertrag
- Term Sheet, E-Mail, Tabelle oder Freitext mit Eckdaten
- Wunsch nach neuem Vertragsentwurf
- Wunsch nach Redline oder Track Changes
## Workflow
1. Jede Wahlklausel als Entscheidung mit kurzer Konsequenz formulieren.
2. Standardeinstellung, Term-Sheet-Wunsch und rechtliches Risiko nebeneinander stellen.
3. Bei fehlender Entscheidung eine neutrale Platzhalterklausel mit Warnhinweis verwenden.
4. Entscheidungen im Ausfüllprotokoll dokumentieren.
## Ausgabe
- Vertragsdatenmatrix
- Rückfragenliste
- Ausfüllprotokoll
- Entwurfs- oder Prüfvermerk
- klare Stopper vor Track Changes, falls noch keine ausdrückliche Bestätigung vorliegt
## Leitplanken
- Originaldateien werden nie überschrieben.
- Track Changes, Redline oder Vergleichsfassung nur nach ausdrücklicher Rückfrage und Bestätigung.
- Offene Werte bleiben sichtbar; sie werden nicht erfunden.
- Juristische Wahlentscheidungen werden erklärt und protokolliert.