unfall-haftungsquote-berechnen

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Calculate liability shares and damages for traffic accidents.

  • Determine fault percentages based on traffic laws and accident scenarios.
  • Integrates German statutes regarding traffic safety and civil liability.
  • Analyzes evidence like police reports and vehicle data for fault assessment.
  • Outputs detailed damage calculations and liability quotes for legal use.
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name: unfall-haftungsquote-berechnen
description: Berechnet Haftungsquote bei Verkehrsunfall nach §§ 7 17 18 StVG iVm § 254 BGB. Beruecksichtigt Betriebsgefahr beidseitig Anscheinsbeweis bei typischen Unfalllagen (Auffahrunfall Spurwechsel Rotlicht Vorfahrt) Mithaftung wegen Tempoverstoss Sicherheitsabstand Anschnallpflicht. Erstellt Schadenspositionen Reparatur fiktive Abrechnung Wiederbeschaffungswert Nutzungsausfall Sachverstaendigen-Kosten Anwaltskosten Schmerzensgeld. Verweist auf Pruefung der Versicherungsdeckung und Regress nach § 116 SGB X. Quotelung in der Praxis vom 100:0 bis 50:50.
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# Unfall-Haftungsquote berechnen

## Zweck

Konkrete Quotelung der Haftung zwischen Unfallbeteiligten — Grundlage für Schadensregulierung gegenüber gegnerischer Versicherung. Der Skill führt durch alle Prüfschritte: Anspruchsgrundlage, Quotelung nach Verursachungsbeiträgen, Schadensberechnung und Schriftsatzerstellung.

## Kaltstart-Rückfragen

1. Wann, wo und wie ist der Unfall passiert — Fahrtrichtung beider Beteiligter, Straßenverhältnisse, Lichtverhältnisse, Geschwindigkeit?
2. Liegt ein Polizeibericht vor — wurde jemand für schuldig erachtet, Strafanzeige erstattet?
3. Welches Fahrzeug des Mandanten, Erstzulassung, Laufleistung, Marktwert? Sachverständigengutachten bereits vorhanden?
4. Soll fiktiv (SV-Gutachten ohne Reparatur) oder konkret (Reparaturrechnung) abgerechnet werden? Ist Totalschaden möglich (Reparaturkosten > 130 % Wiederbeschaffungswert)?
5. Bestehen Personenschäden — eigene Verletzungen, Mitfahrer? Behandlung, Arbeitsausfall?
6. Hat der Mandant eigene Mithaftung durch Tempoverstoß, fehlenden Sicherheitsabstand, Anschnallpflichtverletzung oder Alkohol?
7. Wer ist die gegnerische Haftpflichtversicherung — liegt § 134 GWB analoge Information vor, oder Ablehnung?
8. Droht Verjährung (3 Jahre ab Schluss des Jahres der Kenntnis, § 195 BGB)?

## Rechtsgrundlagen

### Normtexte (Kernauszug)

- **§ 7 Abs. 1 StVG** — Wird beim Betrieb eines Kraftfahrzeugs eine Person getötet, ihr Körper oder ihre Gesundheit verletzt oder eine Sache beschädigt, ist der Halter verpflichtet, dem Verletzten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen. Kein Verschulden erforderlich.
- **§ 7 Abs. 2 StVG** — Haftungsausschluss bei höherer Gewalt (Wildunfall kann höhere Gewalt sein; Steinschlag vom LKW regelmäßig nicht).
- **§ 17 Abs. 1 StVG** — Bei Unfall zweier Kfz: Verpflichtung zum Schadensersatz und dessen Umfang hängt ab von den Umständen, insbesondere davon, inwieweit der Schaden vorwiegend von dem einen oder dem anderen Teil verursacht worden ist.
- **§ 18 StVG** — Fahrerhaftung bei Verschulden; Entlastungsmöglichkeit durch Beweis fehlenden Verschuldens.
- **§ 115 VVG** — Direktanspruch des Geschädigten gegen den Haftpflichtversicherer des Schädigers; Einreden des Versicherers nach §§ 116, 117 VVG begrenzt.
- **§ 249 Abs. 2 BGB** — Schadensersatz durch Wiederherstellung; Geldersatz nach Wahl des Geschädigten.
- **§ 253 Abs. 2 BGB** — Schmerzensgeld bei Verletzung von Körper, Gesundheit, Freiheit, sexueller Selbstbestimmung.
- **§ 254 BGB** — Mitverschulden des Geschädigten; Quote nach Verursachungsbeitrag; Schadensminderungspflicht.
- **§ 116 SGB X** — Übergang des Schadensersatzanspruchs auf Sozialversicherungsträger (Kranken-, Rentenversicherung, BG).

### Leitentscheidungen — Haftungsquoten

| Gericht | Aktenzeichen | Datum | Kernaussage |
|---|---|---|---|
| BGH | VI ZR 220/16 | 13.12.2016 | Anscheinsbeweis Auffahrunfall; Hinteren trifft Verschulden, wenn kein atypischer Verlauf belegt |
| BGH | VI ZR 91/79 | 30.01.1979 | Anschnallpflichtverletzung; Reduktion Schmerzensgeld 25 bis 50 % je nach Unfallverlauf |
| BGH | VI ZR 70/04 | 23.05.2006 | 130-%-Grenze; Reparatur bis 130 % Wiederbeschaffungswert erstattungsfähig bei Reparaturnachweis und 6-Monats-Nutzung |
| BGH | VI ZR 132/04 | 07.06.2005 | Restwert; Geschädigter nicht verpflichtet, auf höchsten Restwert-Bieter hinzuweisen |
| BGH | VI ZR 35/03 | 29.04.2003 | Totalschaden: Wiederbeschaffungswert minus Restwert ohne fiktive MwSt |
| BGH | VI ZR 491/15 | 26.04.2016 | Sachverständigenkosten erstattungsfähig auch bei fiktiver Abrechnung |
| BGH | VI ZR 290/11 | 18.12.2012 | Mietwagenkosten; Schwacke-/Fraunhofer-Methode; Gericht kann Mittelwert bilden |
| BGH | VI ZR 76/87 | 30.11.1999 | Nutzungsausfall; Ersatz wenn Nutzungswille und -möglichkeit bestanden |

## Prüfschema in Tabellenform

| Nr. | Prüfschritt | Norm | Ergebnis / Konsequenz |
|---|---|---|---|
| 1 | Betrieb eines Kfz zum Unfallzeitpunkt? | § 7 Abs. 1 StVG | Weiter Betriebsbegriff; auch Einparken, Türöffnen |
| 2 | Höhere Gewalt (Entlastung Halter)? | § 7 Abs. 2 StVG | Wildunfall; Steinschlag LKW i.d.R. kein HG |
| 3 | Fahrerverschulden feststellbar? | § 18 StVG; § 823 BGB | Entlastungsnachweis durch Fahrer möglich |
| 4 | Direktanspruch gegen Versicherer? | § 115 VVG | Deckungsschutz prüfen; Versicherungsschein beschaffen |
| 5 | Beidseitige Betriebsgefahr — Quote? | § 17 StVG; § 254 BGB | Verursachungsbeiträge: Verschulden + Betriebsgefahr |
| 6 | Anscheinsbeweis anwendbar? | BGH VI ZR 220/16 | Typisches Unfallbild → Gegner muss widerlegen |
| 7 | Mitverschulden Mandant? | § 254 BGB | Tempo, Abstand, Anschnallen, Alkohol |
| 8 | Totalschaden oder Reparaturschaden? | § 249 BGB; BGH VI ZR 70/04 | 130-%-Grenze; Fiktive vs. konkrete Abrechnung |
| 9 | Wiederbeschaffungswert und Restwert? | BGH VI ZR 35/03; VI ZR 132/04 | Restwert-Angebot AG nicht zwingend |
| 10 | Mietwagenkosten / Nutzungsausfall? | §§ 249, 251 BGB; BGH VI ZR 290/11 | Wahlrecht Geschädigter; Schadensminderungspflicht |
| 11 | Sachverständigenkosten erstattungsfähig? | BGH VI ZR 491/15 | Auch bei fiktiver Abrechnung; Bagatellgrenze prüfen |
| 12 | Schmerzensgeld (Personenschaden)? | § 253 Abs. 2 BGB | Hacks/Wellner/Häcker-Tabelle; Verletzungsbild maßgeblich |
| 13 | Verdienstausfall? | § 252 BGB | Bruttolohn-Ausfall; Eigenanteil Krankengeld abziehen |
| 14 | SGB X-Regress droht? | § 116 SGB X | Krankenkasse, BG regressieren — Quote beachten |
| 15 | Verjährung eingetreten oder drohend? | §§ 195, 199 BGB | 3 Jahre ab Kenntnis; Personenschaden 30 Jahre § 199 Abs. 2 BGB |

## Anscheinsbeweis — Typische Unfalllagen

| Unfalllage | Anscheinsbeweis gegen | Haftungsverteilung Regelfall |
|---|---|---|
| Auffahrunfall (keine Bremsung erkennbar) | Auffahrenden § 4 Abs. 1 StVO | 100:0 zu Lasten Auffahrender |
| Spurwechsel mit Kollision | Spurwechsler § 7 Abs. 5 StVO | 100:0 zu Lasten Spurwechsler |
| Rotlicht-Kollision (eindeutig) | Rotlichtfahrer § 37 StVO | 100:0 zu Lasten Rotlichtfahrer |
| Vorfahrtverletzung (§ 8 StVO) | Vorfahrtverletzer | 100:0; ggf. 80:20 bei überhöhter Geschwindigkeit Vorfahrtberechtigter |
| Linksabbieger/Gegenverkehr | Abbieger § 9 Abs. 3 StVO | 100:0 bis 80:20 je nach Tempo Gegenverkehr |
| Rückwärtsfahrt mit Kollision | Rückwärtsfahrer § 9 Abs. 5 StVO | 100:0; ggf. 50:50 bei unübersichtlicher Situation |
| Einmündung gleichrangig (rechts vor links) | Linkskommender | 100:0; ggf. Mithaftung bei Tempo |
| Türöffner mit vorbeifahrendem Fahrzeug | Aussteigender § 14 Abs. 1 StVO | 80:20 bis 100:0 je nach Abstand Fahrender |
| Einfädeln Autobahn/Einfahrt | Einfahrender | 100:0 bis 70:30 je nach Erkennbarkeit |
| Parkrempler | Rangierender | 100:0 bei klarem Aufstellungs-Irrtum; ggf. 50:50 |

## Schadensberechnung — Muster

```
SCHADENSBERECHNUNG — Unfall vom [Datum]

Mandant: [Name]

A. FAHRZEUGSCHADEN
   1. Reparaturkosten netto lt. SV-Gutachten      EUR ______
      (alternativ: WBW EUR _____ minus Restwert
       EUR _____ = Totalschadensersatz netto       EUR ______)
   2. Merkantile Wertminderung lt. SV-Gutachten   EUR ______
   3. Sachverständigenkosten lt. Rechnung          EUR ______
   4. Abschleppkosten lt. Rechnung                 EUR ______
   5. Standgeld lt. Rechnung                       EUR ______

B. NUTZUNGSAUSFALL / MIETWAGENKOSTEN
   6a. Nutzungsausfall [X] Tage × EUR [Y]
       (Sanden/Danner/Klass Tabelle, Gruppe [Z])  EUR ______
   6b. Mietwagenkosten lt. Rechnung               EUR ______

C. PERSONENSCHADEN
   7. Schmerzensgeld § 253 Abs. 2 BGB             EUR ______
   8. Heilbehandlungskosten lt. Belege             EUR ______
   9. Verdienstausfall netto [X] Tage              EUR ______
  10. Haushaltsführungsschaden [X] Std × EUR [Y]  EUR ______

D. NEBENKOSTEN
  11. Unkostenpauschale (Telefon, Porto, Fahrtkosten) EUR 30,00
  12. Rechtsanwaltsgebühren (außergerichtlich)
      1,3 Geschäftsgebühr Nr. 2300 VV RVG aus EUR ____
      + Auslagenpauschale Nr. 7002 VV                EUR ______

GESAMTSCHADEN BRUTTO                              EUR ______

ANZUWENDENDE HAFTUNGSQUOTE
Gegnerisch [X %] × EUR [Gesamtschaden]           EUR ______

davon bereits reguliert                          - EUR ______

RESTFORDERUNG                                     EUR ______
```

## Schriftsatzbausteine

### Baustein 1 — Aufforderungsschreiben Haftpflichtversicherer

```
An [Haftpflichtversicherung]
[Adresse]
Schadensnummer: [falls vergeben]

Verkehrsunfall vom [Datum], [Uhrzeit], [Unfallort]
Ihr Versicherungsnehmer: [Name], Kfz-Kennzeichen: [Kz]

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir vertreten [Mandant] in dieser Angelegenheit.

Sachverhalt
Ihr Versicherungsnehmer befuhr am [Datum] um [Uhrzeit] die
[Straße] in Fahrtrichtung [Richtung]. Bei [Unfallort] kam es
zur Kollision mit dem Fahrzeug unseres Mandanten, Kennzeichen
[Kz], weil Ihr Versicherungsnehmer [Unfallhergang: konkret].

Haftung
Die alleinige Haftung trifft Ihren Versicherungsnehmer aus
§§ 7, 17, 18 StVG i.V.m. § 115 VVG. Ein Mitverschulden
unseres Mandanten liegt nicht vor, da [Begründung].
[Bei Anscheinsbeweis: Der Anscheinsbeweis des Auffahrunfalls
spricht für alleiniges Verschulden Ihres VN gemäß
§ 4 Abs. 1 StVO; ein atypischer Geschehensverlauf ist nicht
ersichtlich — BGH VI ZR 220/16.]

Schaden
[Schadensaufstellung wie oben, konkret ausfüllen]

Frist
Wir setzen Ihnen Frist zur vollständigen Regulierung bis
[Datum + 4 Wochen]. Nach Ablauf treten Verzugsfolgen
(§§ 280, 286 BGB, Zinsen 5 Prozentpunkte über Basiszinssatz
§ 288 BGB) ein und wir werden gerichtliche Schritte einleiten.

Anlagen
- Polizeibericht vom [Datum]
- Sachverständigengutachten vom [Datum]
- Lichtbilder
- Werkstattrechnung / Mietwagenrechnung
- Ärztliche Atteste (bei Personenschaden)

Mit freundlichen Grüßen
```

### Baustein 2 — Argumentation gegen Mitverschulden des Mandanten

```
Mitverschulden unseres Mandanten ist nicht anzunehmen.

Zu [Tempovorwurf]: Unser Mandant fuhr mit angepasster
Geschwindigkeit gemäß § 3 StVO. Ein über die allgemeine
Betriebsgefahr hinausgehendes Verschulden ist nicht belegt.

Zu [Sicherheitsabstand]: Der notwendige Sicherheitsabstand
nach § 4 Abs. 1 StVO war eingehalten. Das plötzliche Bremsen
/ Ausscheren des Vorfahrzeug war nicht vorhersehbar und steht
außerhalb des normativen Risikos des § 254 BGB.

Zu [Anschnallpflicht]: Soweit behauptet wird, unser Mandant
sei nicht angeschnallt gewesen, fehlt hierfür jeder Beleg.
Im Übrigen wäre die konkrete Kausalität der Anschnallpflicht-
verletzung für die eingetretenen Verletzungen darzulegen —
BGH VI ZR 91/79 lässt nur eine Kürzung zu bei nachgewiesener
Kausalität.
```

## Beweislast und Darlegungslast

| Frage | Beweislast |
|---|---|
| Unfallereignis, Kausalität, Schaden | Geschädigter (Mandant) |
| Anscheinsbeweis widerlegen | Schädiger (atypischer Geschehensverlauf) |
| Mitverschulden Mandant | Schädiger/Versicherer |
| Höhe des Wiederbeschaffungswerts | Mandant (SV-Gutachten) |
| Höherer als Restwertangebot | Versicherer, wenn er Mandanten verpflichten will |
| Schadensminderungspflichtverletzung | Versicherer |
| SGB X-Regress Übergang | Sozialversicherungsträger |

## Fristen und Verjährung

| Frist | Dauer | Anker | Norm |
|---|---|---|---|
| Verjährung Sachschadensansprüche | 3 Jahre | 31.12. des Jahres der Kenntnis | §§ 195, 199 BGB |
| Verjährung Personenschaden (Leib, Leben, Freiheit) | 30 Jahre | Tathandlung | § 199 Abs. 2 BGB |
| Hemmung durch Verhandlungen | Dauer der Verhandlungen | Verhandlungsbeginn | § 203 BGB |
| Regulierungsfrist Versicherer | 4 Wochen (ortsübliche Praxis) | Eingang vollständiger Unterlagen | kein gesetzlicher Anspruch; § 14 VVG analog |
| Strafanzeige-Verjährung (§ 142 StGB Unfallflucht) | 3 Jahre | Tattag | § 78 Abs. 3 Nr. 4 StGB |

## Typische Gegenargumente und Reaktion

| Einwand Versicherer | Reaktion |
|---|---|
| Mandant war selbst zu schnell | Nachfragen: Konkrete Messung? Zeugen? Beweislast liegt beim Versicherer |
| Restwert höher — Abzug | BGH VI ZR 132/04: Mandant nicht verpflichtet, höchsten Bieter zu ermitteln; Abzug nur bei Zumutbarkeit |
| Fiktive Abrechnung ohne MwSt | BGH VI ZR 142/19: fiktive Abrechnung netto; bei tatsächlicher Reparatur MwSt ersetzbar |
| Sachverständigenkosten zu hoch | BGH: Geschädigter darf Vertrauenssachverständigen beauftragen; nur grobe Unverhältnismäßigkeit schadet |
| Mietwagen Schwacke zu hoch | Fraunhofer-Gegengutachten; BGH VI ZR 290/11: Gericht kann Mittelwert bilden |
| SGB X-Übergang bestimmte Positionen | Nur sachlich und zeitlich kongruente Positionen; Quotenvorrecht des Geschädigten § 116 Abs. 3 SGB X |
| Unangemessenes Schmerzensgeld | Vergleichsfälle aus Hacks/Wellner/Häcker-Tabelle vorlegen |

## Streitwert und Kosten

- **RVG Gegenstandswert:** Gesamtschadenshöhe; außergerichtliche 1,3-Geschäftsgebühr Nr. 2300 VV RVG erstattungsfähig als Schadensersatz § 249 BGB.
- **Gerichtlich:** Amtsgericht bis EUR 10000 (ab 01.01.2026 gem. § 23 GVG-Änderung), Landgericht darüber.
- **Streitwert Schmerzensgeld:** Anwaltsgebühren nach vollem Gegenstandswert; Gericht schätzt nach § 287 ZPO.
- **SGB X-Beteiligung:** Sozialversicherungsträger greift auf den quotalen Anspruch zu; Quote für Mandant sichern (Quotenvorrecht § 116 Abs. 3 SGB X).

## Strategische Empfehlung

| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Klarer Anscheinsbeweis, Schaden dokumentiert | Fristsetzung 4 Wochen; bei Ablehnung direkter Klageweg |
| Streitige Quote (50:50 möglich) | Vergleich anstreben; Prozessrisiko darlegen |
| Totalschaden, Restwert strittig | Eigenes Restwert-Angebot bei neutralem Händler einholen; Versicherer nicht folgen müssen |
| Personenschaden, Dauerfolgen | Abwarten klinischer Stabilisierung vor Einigung; keine Vergleichsquittung ohne offene Späten-Schäden-Klausel |
| SGB X droht | Eigenen Anspruch vollständig sichern; SV-Träger informieren und koordinieren |

## Anschluss-Skills

- `fachanwalt-verkehrsrecht-regulierungsanforderung` — Schriftsatz-Vertiefung
- `fachanwalt-versicherungsrecht-deckungsanfrage-pruefen` — eigene Kaskoversicherung
- `fachanwalt-versicherungsrecht-regress-abwehr` — Abwehr SGB X-Regress

## Quellen

StVG §§ 7, 17, 18; VVG §§ 86, 115, 116, 117; BGB §§ 249, 251, 252, 253, 254, 280, 286, 288, 195, 199; SGB X § 116; BGH VI ZR 220/16; VI ZR 91/79; VI ZR 70/04; VI ZR 132/04; VI ZR 35/03; VI ZR 491/15; VI ZR 290/11; VI ZR 76/87; VI ZR 142/19; Sanden/Danner/Küppersbusch Nutzungsausfall-Tabelle; Hacks/Wellner/Häcker Schmerzensgeld-Tabelle 2023; Geigel Haftpflichtprozess 28. Aufl. 2020.
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