softwarefehler-mangelhaftung-pruefen

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1. Was ist Gegenstand des Vertrages — Standardsoftware (ERP, Office, Antivirussoftware), Individualsoftware (Eigenentwicklung, Customizing), SaaS (cloud-basiert, Abonnement) oder Beratungsleistung? Begründung: Vertragstyp bestimmt Mängelregime. 2. Wann wurde geliefert / in Betrieb genommen / abgenommen (§ 640 BGB bei Werkvertrag)? Verjährungsbeginn? 3. Was ist der konkrete Mangel — Bug (Fehlfunktion), Performance-Problem, Schnittstellen-Defekt, Sicherheitslücke, fehlende Dokumentation, Datenmigrations-Fehler? 4. Gibt es ein Pflichtenheft, eine Spezifikation oder ein SLA, das die geschuldete Funktionalität beschreibt? 5. Wurden Mangelrügen erhoben (§ 377 HGB bei beidseitig kaufmännischem Geschäft: unverzüglich nach Entdeckung)? 6. Welche Nachbesserungsversuche wurden unternommen — wie viele, in welcher Frist? 7. Handelt es sich um ein B2C-Vertragsverhältnis (§§ 327 ff. BGB Digitale-Produkte-Regime)? 8. Liegt Open-Source-Komponente vor — welche Lizenz (GPL, AGPL, MIT, Apache)?

SKILL.md
.github/skills/softwarefehler-mangelhaftung-pruefenView on GitHub ↗
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name: softwarefehler-mangelhaftung-pruefen
description: Strukturierte Pruefung bei mangelhafter Software. Bestimmt Vertragstyp (Kaufrecht §§ 433 ff. BGB bei Software-Erwerb auf Datentraeger Werkvertrag §§ 631 ff. BGB bei Individualsoftware oder Anpassung Dienstvertrag bei Beratung Mietrecht §§ 535 ff. BGB bei SaaS). Pruefraster Mangelbegriff fuer Software Pflichtenhefte Spezifikationen Funktionalitaet Performance Sicherheit. Nachbesserungsrecht Frist Selbstvornahme Minderung Ruecktritt Schadensersatz. Open-Source-Compliance GPL AGPL MIT Apache. Verjaehrung zwei Jahre § 438 BGB Kauf oder § 634a BGB Werk fuenf Jahre bei bauwerksaehnlicher Software.
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# Softwarefehler — Mangelhaftung prüfen

## Kaltstart-Rückfragen

1. Was ist Gegenstand des Vertrages — Standardsoftware (ERP, Office, Antivirussoftware), Individualsoftware (Eigenentwicklung, Customizing), SaaS (cloud-basiert, Abonnement) oder Beratungsleistung? Begründung: Vertragstyp bestimmt Mängelregime.
2. Wann wurde geliefert / in Betrieb genommen / abgenommen (§ 640 BGB bei Werkvertrag)? Verjährungsbeginn?
3. Was ist der konkrete Mangel — Bug (Fehlfunktion), Performance-Problem, Schnittstellen-Defekt, Sicherheitslücke, fehlende Dokumentation, Datenmigrations-Fehler?
4. Gibt es ein Pflichtenheft, eine Spezifikation oder ein SLA, das die geschuldete Funktionalität beschreibt?
5. Wurden Mangelrügen erhoben (§ 377 HGB bei beidseitig kaufmännischem Geschäft: unverzüglich nach Entdeckung)?
6. Welche Nachbesserungsversuche wurden unternommen — wie viele, in welcher Frist?
7. Handelt es sich um ein B2C-Vertragsverhältnis (§§ 327 ff. BGB Digitale-Produkte-Regime)?
8. Liegt Open-Source-Komponente vor — welche Lizenz (GPL, AGPL, MIT, Apache)?

## Rechtsgrundlagen

### Vertragstypen und anwendbare Mängelregeln

| Konstellation | Vertragstyp | Mangelnorm | Verjährung |
|---|---|---|---|
| Standardsoftware auf Datenträger (Kauf) | Kaufrecht §§ 433 ff. BGB | § 434 BGB | 2 Jahre § 438 BGB ab Übergabe |
| Standardsoftware-Download (dauerhaft) | Kaufrecht analog (BGH I ZR 129/08; EuGH C-128/11) | § 434 BGB | 2 Jahre § 438 BGB |
| SaaS / ASP (Miete) | Mietrecht §§ 535 ff. BGB (BGH XII ZR 120/04) | § 536 BGB | 3 Jahre §§ 195, 199 BGB |
| Individualsoftware-Erstellung | Werkvertrag §§ 631 ff. BGB | § 633 BGB | 2 Jahre § 634a BGB ab Abnahme; 5 Jahre bei Bauwerk-Bezug |
| Customizing / Anpassung | Werkvertrag §§ 631 ff. BGB | § 633 BGB | 2 Jahre § 634a BGB |
| B2C digitale Inhalte / SaaS | §§ 327–327u BGB (seit 01.01.2022) | § 327e BGB | § 327j BGB |
| Wartungsvertrag mit Erfolgspflicht | Werkvertrag § 631 BGB | § 633 BGB | 2 Jahre ab Abnahme |
| Beratung / Implementierung | Dienstvertrag § 611 BGB | § 280 Abs. 1 BGB | 3 Jahre §§ 195, 199 BGB |

### Zentrale Normen

- **§ 433 BGB** — Kaufvertrag; Übergabe und Verschaffung mangelfreier Sache Pflicht.
- **§ 434 BGB (n. F. seit 01.01.2022)** — Sachmangel: Abs. 1 subjektive Anforderungen (vereinbarte Beschaffenheit); Abs. 2 objektive Anforderungen (übliche Beschaffenheit vergleichbarer Software).
- **§ 439 BGB** — Nacherfüllung; Verkäufer Wahlrecht Neulieferung oder Nachbesserung; Ausnahme wenn beide Arten unmöglich oder nur mit unverhältnismäßigen Kosten möglich.
- **§ 440 BGB** — Fehlschlagen der Nachbesserung nach Zweiversuchsregel (§ 440 Satz 2 BGB).
- **§ 633 BGB** — Werkvertrag Mangelbegriff; Abs. 2 analog zu § 434 BGB.
- **§ 635 BGB** — Werkvertrag Nacherfüllung; Unternehmer Wahlrecht.
- **§ 637 BGB** — Selbstvornahme Werkvertrag; Vorschussanspruch.
- **§ 536 BGB** — Mietvertrag Mangelbegriff: Tauglichkeit zum vertragsgemäßen Gebrauch aufgehoben oder erheblich gemindert.
- **§§ 327–327u BGB** — Digitale-Produkte-Richtlinie B2C: Aktualisierungspflicht § 327f BGB, Sachmangel § 327e BGB, Beweislastumkehr § 327k BGB ein Jahr.
- **§ 377 HGB** — Untersuchungs- und Rügeobliegenheit bei beidseitig kaufmännischem Handelsgeschäft: unverzüglich nach Lieferung bei offensichtlichem Mangel, nach Entdeckung bei verborgenem Mangel; Verlust Mängelrechte bei Versäumnis.

### BGH-Rechtsprechung

- BGH, Urt. v. 04.11.1987 — **VIII ZR 314/86**: Standardsoftware auf Datenträger = Kaufrecht.
- BGH, Urt. v. 26.11.2015 — **VII ZR 247/13**: Werkvertrag bei Individualsoftware; Abnahme als Voraussetzung der Mängelrechte.
- BGH, Urt. v. 17.07.2013 — **I ZR 129/08** (UsedSoft II): dauerhafter Download = Erschöpfung § 69c Nr. 3 S. 2 UrhG; kaufrechtliche Wertung.
- EuGH, Urt. v. 03.07.2012 — **C-128/11** (UsedSoft I): Weiterveräußerung Softwarelizenzen zulässig.
- BGH, Urt. v. 27.05.2003 — **X ZR 57/02**: Abgrenzung Bauwerk/Nicht-Bauwerk für fünfjährige Verjährung.
- BGH, Urt. v. 22.12.2005 — **VII ZR 183/04**: Symptomrechtsprechung — Mangelrüge mit Beschreibung des Symptoms ausreichend; alle Ursachen erfasst.
- BGH, Urt. v. 24.08.2016 — **VII ZR 41/14**: bestätigt Symptomrechtsprechung.
- BGH, Urt. v. 27.02.2019 — **VIII ZR 255/17**: Beweislastumkehr § 476 BGB a. F. (jetzt § 477 BGB) gilt auch für Gebrauchtwagen-Analogie-Fragen; bei Softwarekauf über B2C § 327k BGB direkt.

## Prüfschema

| Nr. | Prüfschritt | Norm | Kernfrage |
|---|---|---|---|
| 1 | Vertragstyp bestimmen | §§ 433, 535, 631, 611, 327 BGB | Kauf, Miete, Werk, Dienst, Digitale Produkte? |
| 2 | B2C-Regime Digitale Produkte | §§ 327 ff. BGB | Verbraucher? Digitaler Inhalt oder digitale Dienstleistung? |
| 3 | Mangelbegriff prüfen | §§ 434, 536, 633 BGB | Vereinbarte / übliche Beschaffenheit; konkret nachweisbarer Fehler |
| 4 | Pflichtenhefte und SLA auswerten | § 434 Abs. 1 BGB | Vereinbarte Beschaffenheit dokumentiert? |
| 5 | Rügeobliegenheit HGB | § 377 HGB | Beidseitig kaufmännisch? Unverzüglich gerügt? |
| 6 | Abnahme (bei Werkvertrag) | § 640 BGB | Abnahme ausdrücklich oder konkludent erfolgt? Vorbehalt erklärt? |
| 7 | Nacherfüllung und Fehlschlagen | §§ 439, 635, 440 BGB | Wie viele Versuche? Unzumutbarkeit? |
| 8 | Sekundärrechte prüfen | §§ 437, 636, 636, 638 BGB | Minderung, Rücktritt, Schadensersatz, Selbstvornahme |
| 9 | Verjährung | §§ 438, 634a BGB | 2 Jahre (Kauf/Werk) ab Übergabe/Abnahme; 5 Jahre Bauwerk; 3 Jahre SaaS |
| 10 | AGB-Kontrolle | §§ 305 ff., 309 BGB | Haftungsfreizeichnung, verkürzte Verjährung, Pauschalschadensersatz wirksam? |
| 11 | Open-Source-Compliance | GPL, AGPL, MIT | Lizenzbedingungen eingehalten? Copyleft ausgelöst? |
| 12 | DSGVO-Sicherheitsmangel | Art. 32 DSGVO | Sicherheitslücke = Mangel + DSGVO-Pflicht? |

## Schriftsatzbausteine

### Mangelrüge mit Fristsetzung (Käufer / Besteller)

```
An [Verkäufer / Auftragnehmer]

Mangelrüge und Fristsetzung zur Nacherfüllung

Wir ruegen nachfolgende Maengel an der Softwarelieferung / dem
Softwarewerk vom [Datum]:

1. [Bug-Beschreibung: System stuerzt bei Ausfuehren von Funktion X
   ab; Fehlermeldung: [Code]; reproduzierbar bei: [Umgebung]]
2. [Performance: Antwortzeit bei 10 parallelen Nutzern > 30 Sekunden;
   vereinbart laut Pflichtenheft Punkt 4.2: < 3 Sekunden]
3. [Schnittstelle Y funktioniert nicht: Schnittstellendokumentation
   laut Spezifikation vom [Datum] nicht erfullt]

Die Maengel unterschreiten die vereinbarte Beschaffenheit gemaess
Pflichtenheft vom [Datum] sowie die objektive Beschaffenheit
vergleichbarer Software am Markt.

Wir fordern Sie auf, die vorgenannten Maengel zu beseitigen
(Nacherfuellung gemaess § 635 BGB / § 439 BGB) bis spaetestens
[Datum, Frist: 3–6 Wochen je nach Schwere].

Nach fruchtlosem Ablauf der Frist behalten wir uns vor:
- Minderung des Werklohns / Kaufpreises
- Ruecktritt vom Vertrag
- Schadensersatz statt der Leistung §§ 437 Nr. 3, 281 BGB /
  §§ 636, 281 BGB
- Selbstvornahme und Vorschussklage § 637 BGB (Werkvertrag)

[Unterschrift]
Anlagen: Fehlerprotokoll, Screenshots, Log-Auszuge
```

### Klage auf Vorschuss für Selbstvornahme § 637 BGB

```
Klageschrift

Klager: [Auftraggeber]
Beklagter: [Auftragnehmer]

I. Antrag
Der Beklagte wird verurteilt, an den Klager EUR ____ nebst Zinsen
in Hoehe von 5 Prozentpunkten uber dem Basiszinssatz seit
Klagehangigkeit zu zahlen (Vorschuss Selbstvornahme § 637 BGB).

II. Sachverhalt
[Vertragsschluss, Lieferung, Maengel, Fristsetzung, Fehlschlagen]

III. Rechtliche Wuerdigung
Der Beklagte hat den Werkvertrag vom [Datum] erfullt; die abge-
nommene Software weist nachfolgende Maengel auf: [Auflistung].
Nach zweimaliger erfolgsloser Nachbesserung [Datum 1, Datum 2] ist
die Nacherfuellung gemaess § 637 BGB i.V.m. § 440 Satz 2 BGB als
endgueltig fehlgeschlagen anzusehen.

Die Kosten der Fremdfirma [X] zur Mängelbehebung betragen
gemaess Kostenvoranschlag (Anlage K4) EUR ____.

[Unterschrift]
```

## Beweislast und Darlegungslast

| Frage | Beweislast | Hinweis |
|---|---|---|
| Vorliegen des Mangels | Käufer / Besteller | Pflichtenheft; Sachverständiger; Fehlerprotokoll |
| Mangel bei Übergabe vorhanden | Käufer; Ausnahme § 477 BGB (B2C: Beweislastumkehr 1 Jahr); § 327k BGB (Digitale Produkte: 1 Jahr) | Zeitnähe zur Übergabe wichtig |
| Fristsetzung + Fehlschlagen | Käufer / Besteller | Schriftnachweis Rüge + Nachbesserungsversuche |
| Unzumutbarkeit Fristsetzung | Käufer | Gravierende Mängel, Unzuverlässigkeit |
| AGB-Inhaltskontrolle | Gericht von Amts wegen | § 306 BGB |
| Open-Source-Lizenzverletzung | Kläger (Lizenzgeber) | Auskunftsanspruch § 242 BGB vorgelagert |

## Fristen und Verjährung

| Frist | Dauer | Anker |
|---|---|---|
| Mangelrüge HGB (kaufmänn.) | Unverzüglich nach Entdeckung | § 377 HGB |
| Verjährung Kaufrecht | 2 Jahre ab Übergabe | § 438 Abs. 1 Nr. 3 BGB |
| Verjährung Werkvertrag | 2 Jahre ab Abnahme | § 634a Abs. 1 Nr. 1 BGB |
| Verjährung Werk-Bauwerk | 5 Jahre ab Abnahme | § 634a Abs. 1 Nr. 2 BGB |
| Verjährung SaaS Miete | 3 Jahre § 195 BGB (Regelverjährung) | §§ 195, 199 BGB |
| Verjährung Digitale Produkte | 2 Jahre (Kauf-analog) | § 327j BGB |
| Beweislastumkehr § 477 BGB B2C | 1 Jahr ab Übergabe | § 477 Abs. 1 BGB |
| Fristsetzung Nacherfüllung | Angemessen: typisch 3–8 Wochen | § 323 Abs. 1 BGB |

## Typische Gegenargumente und Reaktion

| Einwand | Reaktion |
|---|---|
| Rüge zu spät § 377 HGB | Prüfen ob Mangel erst nach Produktivbetrieb erkennbar (verborgener Mangel); dann Rügefrist nach Entdeckung |
| Keine Abnahme erklärt — Verjährung noch nicht begonnen | Konkludente Abnahme bei Ingebrauchnahme ohne wesentliche Rüge (§ 640 Abs. 1 S. 3 BGB) kann Verjährung starten |
| Pflichtenheft deckt Mangel nicht | Objektive Beschaffenheit § 434 Abs. 2 BGB: übliche Beschaffenheit vergleichbarer Software als Auffangtatbestand |
| Zweiversuchsregel nicht erfüllt | § 440 Satz 2 BGB — zwei Nachbesserungsversuche grundsätzlich ausreichend; auch einseitiger Wechsel auf Lieferung möglich § 439 Abs. 1 BGB |
| Pauschalschadensersatz im Vertrag | § 309 Nr. 5 BGB — unwirksam wenn überhöht; Angemessenheit durch Interessenabwägung |

## Streitwert und Kosten

- Streitwert: Kaufpreis / Werklohn (Rücktritt oder Schadensersatz statt der Leistung); bei Minderung Differenz.
- Vorschuss Selbstvornahme § 637 BGB: Höhe des Kostenvoranschlags.
- Gerichtskosten: GKG-Anlage 1 Tabelle 1200 (Zivilsache erste Instanz); bei 50.000 EUR = ca. 1.638 EUR.
- RVG Anwalt: 1,3-fache Verfahrensgebühr + 1,2-fache Terminsgebühr; bei 50.000 EUR ca. 3.500 EUR netto.
- Sachverständigenkosten IT: 150–350 EUR/h; Gesamtgutachten 5.000–30.000 EUR.
- Prozesskostenhilfe: für natürliche Personen ohne Vermögen §§ 114 ff. ZPO; Streitwertklausel prüfen.

## Strategische Empfehlung

| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Frischer Mangel — Nachbesserung offen | Schriftliche Mangelrüge + angemessene Frist; Frist im Kalender |
| Verjährung droht in 3 Monaten | Sofort Klage oder Güteantrag § 204 BGB zur Hemmung |
| Sicherheitslücke | Parallel DSGVO-Pflichten prüfen; Mangelrüge + sofortige Gefahrenabwehr |
| Open-Source-Lizenzverletzung | Abmahnverfahren (GPL = GNU GPL Enforcement Coalition); Auskunft vor Schadensersatz |
| SaaS-Ausfall | Minderung Miete § 536 BGB; bei dauerhafter Unterschreitung SLA Sonderkündigungsrecht |

## Anschluss-Skills

- `fachanwalt-it-recht-saas-vertrag-verhandlung` — SLA und AVV-Prüfung
- `cyber-incident-response-72h` — bei Sicherheitslücke und Datenpanne
- `fachanwalt-it-recht-ki-vo-hochrisiko-konformitaetsbewertung` — bei KI-Software

## Quellen

- BGB §§ 280, 327–327u, 433–453, 535–548, 631–650
- HGB § 377
- DSGVO Art. 32
- BGH VIII ZR 314/86; VIII ZR 255/17; VII ZR 247/13; VII ZR 41/14; I ZR 129/08; X ZR 57/02; VII ZR 183/04
- EuGH C-128/11
- Marly Praxishandbuch Softwarerecht, 8. Aufl.
- Schneider IT-Recht, 5. Aufl.

## Triage zu Beginn
1. Welcher Vertragstyp liegt vor — Kauf, Werkvertrag, SaaS-Miete, Digitale Produkte B2C (§§ 327 ff. BGB)?
2. Wann war Lieferung / Abnahme — laeuft Verjaehrungsfrist (2 Jahre Kauf/Werk, 3 Jahre SaaS)?
3. Wurde eine Mangelruege erhoben — bei kaufmaennischem Geschaeft § 377 HGB unverzueglich?
4. Wie viele Nachbesserungsversuche gab es — Zweiversuchsregel § 440 Satz 2 BGB erfuellt?
5. Liegt eine Open-Source-Komponente vor — welche Lizenz (GPL, AGPL, MIT, Apache)?
6. Ist die Sicherheitsluecke datenschutzrelevant — parallel DSGVO-Meldepflicht Art. 33 pruefen?

## Output-Template — Mangelruege mit Fristsetzung
**Adressat:** Verkaeuer / Auftragnehmer — Tonfall: sachlich-juristisch
```
[KANZLEI]
[ADRESSE]
[DATUM]

[NAME MANDANT] ./. [GEGNER]
[AKTENZEICHEN]

Betreff: Mangelruege und Fristsetzung zur Nacherfuellung

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir vertreten [NAME MANDANT]. Die am [DATUM LIEFERUNG] geleistete
Software / das am [DATUM ABNAHME] abgenommene Softwarewerk weist
nachfolgende Maengel auf:

1. [MANGELBESCHREIBUNG 1: Funktion, Fehlermeldung, Reproduzierbarkeit]
2. [MANGELBESCHREIBUNG 2: Performance-Wert IST vs. SOLL laut Pflichtenheft Pkt. X]
3. [MANGELBESCHREIBUNG 3: Sicherheitsluecke — CVE-Nummer falls bekannt]

Die Maengel unterschreiten die vereinbarte Beschaffenheit gemaess
Pflichtenheft / Spezifikation vom [DATUM] sowie die objektive
Beschaffenheit vergleichbarer Software (§ 434 Abs. 2 BGB / § 633 Abs. 2 BGB).

Wir setzen Frist zur Nacherfuellung bis [DATUM] (Frist: [ZEITRAUM]).

Nach Fristablauf behalten wir vor: Minderung, Ruecktritt, Schadensersatz
(§§ 437, 636 BGB) sowie Selbstvornahme mit Vorschussklage (§ 637 BGB).

[KANZLEI], [DATUM]

Anlagen: Fehlerprotokoll, Screenshots, Log-Auszuege (Anlage K1–K3)
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