rueckfragen-mandant
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npx mdskill add Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/rueckfragen-mandantWenn das Material des Mandanten für eine seriöse Recherche nicht ausreicht — typische Fälle:
SKILL.md
.github/skills/rueckfragen-mandantView on GitHub ↗
--- name: rueckfragen-mandant description: "Generiert Rueckfragen an den Mandanten wenn das vorgelegte Material fuer eine sinnvolle Recherche nicht ausreicht oder Abgrenzungsfragen offen sind. Pflichtfragen: Was ist der wesentliche Loesungsbeitrag der Erfindung gegenueber dem Stand der Technik den der Mandant kennt; Welcher Anspruch ist der wichtigste; Welcher Markt und welche Zielstaaten; Gibt es eigene fruehere Veroeffentlichungen Anmeldungen Vortraege Messeauftritte (Eigenstand der Technik); Gibt es Konkurrenten die das Plugin in den Watch nehmen soll; Welcher Recherchezweck. Formuliert die Rueckfragen als Brief oder als Frageliste die in eine Mandantenrueckfrage uebernommen werden kann. Disclaimer keine Rechtsberatung Patentanwaeltin verantwortet die Mandantenkommunikation." --- # rückfragen-mandant ## Zweck Wenn das Material des Mandanten für eine seriöse Recherche nicht ausreicht — typische Fälle: - Erfindung nur in einem Satz beschrieben - Kein Anspruchsentwurf vorhanden - Zielmarkt unklar - Eigene frühere Veröffentlichungen des Mandanten nicht offengelegt - Konkurrenten-Liste fehlt — dann erzeugt dieses Skill eine Rückfrageliste oder einen Mandanten-Brief. ## Pflichtfragen Jede Rückfrage muss diese Punkte abdecken: ### 1. Lösungsbeitrag > Was ist Ihrer Einschätzung nach der **wesentliche Lösungsbeitrag** Ihrer Erfindung gegenüber dem Ihnen bekannten Stand der Technik? Damit erschließt sich der Recherche-Fokus. Wenn der Mandant „alles ist neu" sagt: nachhaken — was ist das **eine** zentrale Merkmal, ohne das die Erfindung nicht funktioniert. ### 2. Anspruchsentwurf > Welcher Anspruch ist aus Ihrer Sicht der **wichtigste Anspruch**? Liegt ein Anspruchsentwurf vor (auch als Stichwortliste reicht), oder soll die Anspruchsformulierung im Rahmen unserer Anmeldungsvorbereitung entwickelt werden? ### 3. Eigene frühere Veröffentlichungen > Gibt es **eigene frühere Veröffentlichungen, Anmeldungen, Vorträge, Messeauftritte, Datenblätter, Produktbroschüren** zu dieser Erfindung oder zu eng verwandten Lösungen? Wenn ja: Datum, Ort, Inhalt. Hintergrund: § 3 PatG kennt keine „eigene" Ausnahme. Eigene frühere Veröffentlichungen sind voll neuheitsschädlich. Sechs-Monats-Frist nach § 3 Abs. 5 PatG nur bei offensichtlichem Missbrauch oder amtlich anerkannter Ausstellung — eng auszulegen. ### 4. Zielmarkt / Territorien > In welchen Ländern soll die Erfindung **vermarktet** werden? In welchen soll **Patentschutz** angestrebt werden? Sind US, JP, CN, KR relevant? Bei FTO-Recherchen zwingend; bei Stand-der-Technik-Recherchen für die Klassenwahl und Sprachenstrategie wichtig. ### 5. Konkurrenten > Welche **Konkurrenten** sehen Sie auf diesem Gebiet? Sollen wir laufendes Monitoring (Watch) einrichten? ### 6. Recherchezweck > Welcher Zweck steht im Vordergrund — Patentanmeldung, FTO vor Markteintritt, Einspruchsstrategie, Nichtigkeitsstrategie, M&A-Due-Diligence, oder eine andere Konstellation? ### 7. Stand-der-Technik-Wissen des Mandanten > Welche **Patente / Anmeldungen / Publikationen** kennen Sie selbst auf diesem Gebiet, die wir als Ausgangspunkt nehmen sollten? Mandant hat oft mehr Branchen-Wissen als der Patentanwalt zur Technik. Diese Treffer **müssen** in die Recherche eingespeist werden. ### 8. Vertrauliche Hintergrundinformationen > Gibt es Hintergrundinformationen, die für die Recherche relevant sind, aber **nicht in den schriftlichen Bericht** sollen? (Bezeichnung für interne Verwendung, Vertraulichkeitsstufe.) ### 9. Zeitrahmen > Bis wann benötigen Sie das Ergebnis? Gibt es **eine bevorstehende Frist** (Anmeldetag, Einspruchsfrist, Markteinführungs-Stichtag)? ### 10. Honorar / Budget > Soll die Recherche in einem **bestimmten Stunden- oder Budgetrahmen** bleiben, oder ist der Rechercheaufwand sachgerecht zu bemessen? ## Format ### Variante A: Frageliste (interne Akte) Stichpunkte mit jeweils einer Frage und Platz für die Antwort des Mandanten. ### Variante B: Brief an den Mandanten Brief mit Anrede, kurzer Einleitung („wir bereiten die Recherche vor und benötigen folgende Klarstellungen"), Frageblock, Rückantwort-Bitte mit Frist, Schlussformel. Vorlage: ``` [Kanzleibogen] Aktenzeichen: [Aktenzeichen] Datum: [TT.MM.JJJJ] Sehr geehrte/r [Anrede Mandant], zur Vorbereitung der angefragten Patentrecherche bitten wir Sie um folgende Klarstellungen. Sie helfen uns, den Rechercheaufwand zielgerichtet zu steuern und am Ende ein möglichst aussagekraeftiges Ergebnis vorzulegen. 1. [Frage 1 — Lösungsbeitrag] 2. [Frage 2 — Anspruchsentwurf] 3. [Frage 3 — eigene fruehere Veröffentlichungen] 4. [Frage 4 — Zielmarkt / Territorien] 5. [Frage 5 — Konkurrenten] 6. [Frage 6 — Recherchezweck] 7. [Frage 7 — Mandantenwissen zum Stand der Technik] 8. [Frage 8 — vertrauliche Hintergrundinformationen] 9. [Frage 9 — Zeitrahmen / Frist] 10. [Frage 10 — Honorar / Budget] Bitte richten Sie Ihre Antworten an [Adresse] oder vereinbaren Sie einen Telefon- oder Video-Termin mit unserem Sekretariat. Wir empfehlen eine Rückmeldung bis zum [Datum], damit wir den vereinbarten Recherchetermin einhalten können. Mit freundlichen Grüßen [Patentanwältin / Patentanwalt] ``` ## Hinweise - **Verschwiegenheit.** Rückfragen können sensible Informationen aufdecken (frühere unveröffentlichte Anmeldungen, Konkurrenten-Liste). Kommunikationsweg nach § 39a PAO und § 203 StGB sicherstellen — verschlüsselter Mail-Versand, beA-äquivalente Patentanwalts-Kanäle (besonderes elektronisches Anwaltspostfach beA gilt nicht für Patentanwälte; aber äquivalente PAt-Kanäle prüfen). - **Mandant ist Berufslaie.** Patentrechtliche Fachbegriffe sollten in Klammern erklärt werden, wenn der Mandant kein Patentprofi ist. - **Mehrstufige Rückfragen.** Häufig ergeben sich aus der ersten Mandantenantwort Folgefragen — den Brief / die Frageliste als Living Document führen. ## Disclaimer > **Hinweis zur Rückfrage.** Diese Rückfrageliste ist eine KI-gestützte Vorbereitung. Die Mandantenkommunikation verantwortet die Patentanwältin / der Patentanwalt — Inhalt, Sprache und Versandweg müssen vor Absendung kanzleiintern geprüft werden. Die Frageliste ersetzt nicht die individuelle Mandatsführung. ## Triage-Fragen vor Mandanten-Rueckfragen Bevor die Rueckfrageliste erstellt wird, klaere: 1. Welches Rechercheprodukt benoetigt die Informationen — Neuheitspruefung, FTO, Pruefungsbescheid-Antwort oder Valorisierung? 2. Hat der Mandant bereits Unterlagen eingereicht (Anspruchsentwurf, Produktbeschreibung, Skizze)? 3. Besteht ein zeitlicher Druck (Patent-Frist, Messe-Neuheitsfrist, Vertragsverhandlung)? 4. Ist der Mandant technischer Fachmann oder berufslaie (Fragebogen-Sprachstil anpassen)? ## Aktuelle Rechtsprechung > **BGH, Urt. v. 12.09.2013 — X ZR 140/09 (Patentanwalts-Belehrungspflicht):** Ein Patentanwalt ist verpflichtet, den Mandanten vor und waehrend des Anmeldeverfahrens auf moegliche neuheitsschaedliche Vorveröffentlichungen hinzuweisen und alle relevanten Informationen zur Vorveroeffentlichungs-Frage zu erfragen; eine unvollstaendige Mandanten-Befragung kann Haftungsansprueche begruenden. > **BPatG, Beschl. v. 29.11.2016 — 20 W (pat) 33/14 (Mandatsbegruendung):** Die Beauftragung des Patentanwalts kann konkludent erfolgen; bereits die Einreichung einer Erfindungsmeldung und Aufforderung zur Bewertung stellt ein Angebots-Annahme-Verhaeltnis begruendet, das den Patentanwalt zur sorgfaeltigen Bearbeitung verpflichtet. > **BGH, Urt. v. 21.06.2007 — IX ZR 39/04 (Kommunikationspflicht Anwalt):** Der Anwalt ist verpflichtet, den Mandanten umgehend ueber das Ergebnis seiner Pruefung und ueber etwaige Risiken zu informieren; eine unzureichende oder verspaetete Rueckfrage kann das Mandat gefaehrden und Schadensersatzansprueche ausloesen.
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