playbook-aus-eigenen-daten
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npx mdskill add Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/playbook-aus-eigenen-datenGeneriert personalisierte Vorgehens-Spielbücher aus Kanzleidaten
- Verwandelt E-Mails und Schriftsätze in wiederverwendbare Anwaltsabläufe.
- Nutzt Outlook, Word-Exporte, Aktenverzeichnisse und Notizsysteme.
- Analysiert Muster aus abgeschlossenen Mandaten zur Prozessoptimierung.
- Liefert strukturierte Playbooks mit Standardklauseln für neue Fälle.
SKILL.md
.github/skills/playbook-aus-eigenen-datenView on GitHub ↗
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name: playbook-aus-eigenen-daten
description: "Erzeugt aus eigenen Daten (E-Mails, Schriftsätzen, Aktenexporten, Notizen, Sprachprotokollen) ein wiederverwendbares Vorgehens-Spielbuch (Playbook) für wiederkehrende anwaltliche Arbeitsabläufe. Extrahiert Muster, typische Klauseln, Standardfragen, Eskalationsstufen und Fristen aus tatsächlicher Bearbeitungspraxis."
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# Skill: Playbook aus eigenen Daten
## Zweck
Aus echten, bereits abgeschlossenen Mandaten und Korrespondenzen wird ein
strukturiertes Vorgehens-Spielbuch (Playbook) destilliert, das anschließend
als wiederverwendbarer Skill, Auslöser oder Agentenrezept im Hintergrund
für gleichartige Vorgänge eingesetzt werden kann. Eingaben sind ausschließlich
die eigenen Daten der Anwältin oder des Anwalts: Outlook-Mails, Wordsschriftsätze,
Aktenexporte, Sprachnotizen, Excel-Trackings oder Notizdokumente.
Das Ergebnis ist kein generisches Muster, sondern ein an die tatsächliche
Arbeitsweise der Kanzlei angepasstes Spielbuch — mit den dort üblichen
Floskeln, Eskalationsstufen, Standardklauseln, Prüfreihenfolgen und
Mandantenansprachen.
## Eingaben
- **E-Mail-Korpus** (Outlook-Konnektor oder `.eml`/`.msg`-Exporte): typischerweise
20–200 Mails aus einem oder mehreren ähnlichen Mandaten.
- **Schriftsätze und Anschreiben** (Word, PDF): mindestens 5 abgeschlossene
Vergleichsfälle desselben Mandatstyps.
- **Notizen** (Markdown, Notizbuch-Exporte, Sprachprotokoll-Transkripte).
- **Tracking-Exporte** (Excel, CSV) aus Aktenverwaltung oder
Fristenkalender — optional, schärft Fristenketten.
- **Mandantenkommunikations-Logs** aus `mandantenkommunikation/` — falls
vorhanden.
Pflichtangabe der Nutzerin / des Nutzers:
- **Mandatstyp** (z. B. „Kündigungsschutzklage Arbeitnehmer", „NDA-Review
Inbound", „Mietkündigung Vermieter", „GmbH-Gründung").
- **Erwarteter Wiederverwendungs-Kontext** (Mandantenkommunikation vs.
interne Bearbeitung vs. Schriftsatzentwurf).
- **Vertraulichkeitsstufe** der Eingaben (anonymisiert vs. echte
Mandantendaten — bei echten Daten greift § 43a Abs. 2 BRAO,
§ 203 StGB; siehe Risiken).
## Rechtlicher Rahmen
- **§ 43a Abs. 2 BRAO** — anwaltliche Verschwiegenheitspflicht; gilt auch
bei Aufbereitung eigener Mandatsdaten zu Trainings- oder
Mustergenerierungszwecken.
- **§ 203 Abs. 1 Nr. 3 StGB** — strafbewehrte Verletzung von Privatgeheimnissen.
- **§ 2 Abs. 3, § 50 BRAO** — Aktenführungs- und Aufbewahrungspflichten;
Playbook-Ableitungen sind keine Akte, müssen aber nachvollziehbar bleiben.
- **Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO** — berechtigtes Interesse an interner
Arbeitsorganisation; Abwägung gegen schutzwürdige Mandanteninteressen.
- **Art. 32 DSGVO** — technische und organisatorische Maßnahmen
(Zugriffsbeschränkung, Pseudonymisierung).
- **BVerfG, Beschl. v. 12.04.2005 – 2 BvR 1027/02, BVerfGE 113, 29 Rn. 99** —
Schutz des Vertrauensverhältnisses zwischen Anwalt und Mandant
(Vertraulichkeit auch gegenüber technischen Hilfsmitteln).
- **BGH, Urt. v. 13.07.2021 – VI ZR 128/20, NJW 2021, 2956 Rn. 17** —
Anforderungen an Anonymisierung in juristischen Veröffentlichungen,
übertragbar auf interne Mustergenerierung.
- **EuGH, Urt. v. 04.05.2023 – C-487/21, ECLI:EU:C:2023:369 Rn. 45** —
Auskunftsrecht nach Art. 15 DSGVO umfasst keine Geschäftsgeheimnisse
(anwendbar bei Mandantenauskunftsersuchen zu intern abgeleiteten
Spielbüchern).
Kommentare:
- Henssler, in: Henssler/Prütting, BRAO, 6. Aufl. 2024, § 43a Rn. 41 ff.
(Reichweite der Verschwiegenheitspflicht bei interner
Wissensverarbeitung).
- Paal, in: Paal/Pauly, DS-GVO BDSG, 4. Aufl. 2024, Art. 6 Rn. 38
(berechtigtes Interesse bei interner Arbeitsorganisation).
- Grüneberg, BGB, 84. Aufl. 2025, § 666 Rn. 4 (Rechenschafts- und
Aufbewahrungspflichten als Hintergrund anwaltlicher Aktenführung).
- Fischer, StGB, 71. Aufl. 2024, § 203 Rn. 6a (Schweigepflicht bei
EDV-gestützter Verarbeitung).
## Ablauf
1. **Vorab-Trennung Vertraulichkeitsstufen.** Eingaben werden nach
Quelle markiert: (a) bereits anonymisierte Muster, (b) eigene
Notizen ohne Personenbezug, (c) echte Mandatsdaten. Stufe (c)
wird vor der Mustererkennung pseudonymisiert
(Namen → `[MANDANT_1]`, `[GEGNER_1]`, IBAN/AZ → Token).
2. **Korpus-Indizierung.** Mails werden nach Sender, Empfänger,
Datum, Mandatsbezug (aus Betreff/Aktenzeichen) gruppiert; Schriftsätze
nach Verfahrensstadium (Anhörung, Klageerwiderung, Replik usw.)
sortiert.
3. **Phasen-Extraktion.** Aus jedem Vergleichsfall wird der zeitliche
Verlauf rekonstruiert: Erstkontakt → Sachverhaltsaufnahme →
rechtliche Prüfung → Mandantenrücksprache → Schriftsatz/Anschreiben →
Fristen → Eskalation → Abschluss. Phasen werden über Fälle hinweg
geclustert.
4. **Sprachmuster-Extraktion.** Wiederkehrende Formulierungen werden
typisiert: (a) Anrede- und Schlussformeln; (b) Standardklauseln in
Aufforderungsschreiben (§ 286 BGB); (c) Eskalationssignale gegenüber
der Gegenseite; (d) Mandanten-Erklärungen schwieriger Punkte in
einfacher Sprache.
5. **Entscheidungs-Punkt-Identifikation.** Wo verzweigt das Vorgehen?
Typische Bedingungen: außergerichtliche Einigung vs. Klage, Frist
gewahrt vs. nicht gewahrt, Mandant zahlungsfähig vs. nicht. Diese
Verzweigungen werden als Entscheidungsbaum erfasst.
6. **Fristen-Skelett.** Aus den Vergleichsfällen werden typische
Fristen-Ketten herausgezogen (z. B. Klagefrist § 4 KSchG = 3 Wochen,
Verjährungsbeginn § 199 BGB, Berufungsfrist § 517 ZPO = 1 Monat).
7. **Playbook-Generierung.** Aus 3–6 ergibt sich ein strukturiertes
Spielbuch im Format `<mandatstyp>.playbook.md` mit Phasen-Liste,
Klausel-Bibliothek, Entscheidungsbaum, Fristen-Skelett und
Eskalationsmatrix.
8. **Verifikation.** Spielbuch wird gegen 2 weitere, nicht
für die Generierung verwendete Vergleichsfälle gespiegelt:
passt die Phasenabfolge? Treffen die Klauselvorschläge? Fehlende
Schritte werden ergänzt.
9. **Ablage und Versionierung.** Spielbuch wird unter
`playbooks/<mandatstyp>.playbook.md` abgelegt; Generierungs-Log
(welche Quelldateien, welche Anonymisierung) unter
`playbooks/<mandatstyp>.generierungslog.json`.
10. **Aktivierung als wiederverwendbarer Auslöser.** Optional: aus
dem Spielbuch wird ein leichtgewichtiger Skill oder ein
Agentenrezept erzeugt, das das Vorgehen bei neuen, gleichartigen
Mandaten automatisch vorschlägt.
## Ausgabeformat
```
playbooks/
├── <mandatstyp>.playbook.md # Hauptergebnis
├── <mandatstyp>.klauselbibliothek.md # Wiederverwendbare Textbausteine
├── <mandatstyp>.fristen.yaml # Fristen-Skelett, maschinenlesbar
├── <mandatstyp>.entscheidungsbaum.md # Verzweigungspunkte
└── <mandatstyp>.generierungslog.json # Audit-Trail
```
**`<mandatstyp>.playbook.md` Pflichtsektionen:**
1. Übersicht (Mandatstyp, typische Dauer, Hauptrisiken)
2. Phasen (mit Eingaben/Ausgaben pro Phase)
3. Sprachmuster nach Kontext (Mandant intern / Gegenseite / Gericht /
Behörde)
4. Entscheidungsbaum (Knotenpunkte und Folgepfade)
5. Fristen-Skelett (mit Norm-Verweisen)
6. Eskalationsmatrix (Schwellenwerte, Zuständigkeiten)
7. Verifikationsstatus (gegen welche Fälle gespiegelt)
8. Quellenpflicht (welche Korpus-Dateien zur Generierung beitrugen —
nur Hash-IDs, keine Mandantennamen)
## Beispiel
**Eingabe:** Eine Fachanwältin für Arbeitsrecht stellt einen Outlook-Ordner
mit 47 Mails aus drei abgeschlossenen Kündigungsschutzverfahren bereit,
dazu vier Word-Klageschriften und ein Excel-Tracking mit Verfahrensdauern.
**Ausgabe (Auszug aus `kündigungsschutz-arbeitnehmer.playbook.md`):**
```markdown
## Phase 2 — Sachverhaltsaufnahme (Tag 1–3 nach Erstkontakt)
Eingaben: Kündigungsschreiben, Arbeitsvertrag, Lohnabrechnungen
(letzte 6 Monate), Anhörungsprotokoll Betriebsrat (§ 102 BetrVG).
Standardfragen an Mandant:
- Datum des Zugangs der Kündigung? (Kritisch für § 4 KSchG, 3 Wochen).
- Wurde der Betriebsrat angehört? Liegt Anhörungsprotokoll vor?
- Schwerbehinderung, Schwangerschaft, Elternzeit, Mandatsträger?
(Sonderkündigungsschutz § 168 SGB IX, § 17 MuSchG, § 18 BEEG,
§ 15 KSchG)
- Sozialauswahl: vergleichbare Arbeitnehmer im Betrieb?
Entscheidungspunkt:
- Frist § 4 KSchG noch offen? → Klagevorbereitung Phase 3.
- Frist abgelaufen? → § 5 KSchG nachträgliche Zulassung prüfen,
Mandant über Erfolgsaussichten aufklären.
```
**Fristen-Skelett-Auszug (`kündigungsschutz-arbeitnehmer.fristen.yaml`):**
```yaml
phase: klageerhebung
norm: § 4 Satz 1 KSchG
dauer_tage: 21
fristbeginn: zugang_kündigung
folge_bei_versaeumnis: fiktion_der_wirksamkeit_§7_kschg
ausnahme: § 5 KSchG nachträgliche Zulassung
```
## Risiken und typische Fehler
- **Re-Identifikation trotz Pseudonymisierung.** Datums-Kombinationen,
ungewöhnliche Sachverhalte und Standortangaben können Mandanten
identifizierbar machen, auch wenn Namen ersetzt sind (BGH, NJW 2021,
2956 Rn. 17). Anonymisierung muss mehrstufig sein.
- **Übergeneralisierung.** Wenige Vergleichsfälle führen zu Spielbüchern,
die seltene Konstellationen ignorieren — daher Mindestkorpus
(≥ 5 Vergleichsfälle pro Mandatstyp) und Verifikationsphase.
- **Klauselübernahme aus Mandantenkommunikation.** Wenn Standardklauseln
aus realen Mails übernommen werden, können fremde Wortschöpfungen
oder Mandanten-Geschäftsgeheimnisse mitwandern. Filterregel: nur
generische Formulierungen ins Spielbuch.
- **Vermischung mit aktuellem Mandat.** Wird ein Spielbuch parallel
zu einem laufenden Mandat erstellt, droht Datenleck zwischen Mandaten —
daher strikte Trennung der Generierungs-Workspaces.
- **Veraltete Rechtsstände.** Spielbücher basieren auf Vergleichsfällen
von gestern — Pflicht zur Auffrischung gegen aktuelle Rechtsprechung
bei jedem Einsatz, gestützt durch den
`regulierungs-aenderungs-monitor` und den `verlaengerungs-monitor`.
- **§ 203 StGB-Risiko bei Cloud-Verarbeitung.** Wenn die Generierung
in einer Cloud-Umgebung läuft, sind die Anforderungen aus
Fischer, StGB, § 203 Rn. 6a einzuhalten (Auftragsverarbeitungsvertrag,
Verschwiegenheitsverpflichtung der Auftragsverarbeiterin).
## Quellenpflicht
Jedes generierte Spielbuch dokumentiert in `generierungslog.json`:
- Hash-IDs der Quelldateien (kein Klarname).
- Datum und Version der Generierung.
- Eingesetzte Anonymisierungs-Regelsätze.
- Verifikationsergebnisse gegen Vergleichsfälle.
Beim Einsatz des Spielbuchs auf ein neues Mandat erfolgt im
Mandatsworkspace ein Eintrag mit Spielbuch-Version und Treffer-Score.
Rechtsprechung und Kommentarstellen aus dem Spielbuch werden im
neuen Mandat auf Aktualität gegengeprüft (mindestens BGH/BAG/BFH der
letzten 24 Monate).