mittelstand-ma-liquiditaetsvorschau

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Ermittelt strukturierte Liquiditätsvorschau für Mittelstand und M&A

  • Löst fehlende rollierende Liquiditätsplanung im Mittelstand und in M&A-Prozessen
  • Basiert auf Bankdaten, OPOS, BWA, Jahresabschlüssen und Krediten
  • Bewertet 3- und 13-Wochen-Liquidität, Runway, Cash-Bridge und Insolvenzschwellen
  • Liefert transparente, revisionssichere Liquiditätsdarstellung und Closing-Conditions-Check

SKILL.md

.github/skills/mittelstand-ma-liquiditaetsvorschauView on GitHub ↗
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name: mittelstand-ma-liquiditaetsvorschau
description: "Freistehende Liquiditätsvorschau für Corporate/M&A und Distressed M&A: prüft 3-Wochen-Liquidität, 13-Wochen-Cash-Bridge, Runway, OPOS, Bankdaten und Insolvenzschwellen intern."
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# Freistehende Liquiditätsvorschau (Mittelstand)

## Kernsachverhalt

Im Mittelstand fehlt häufig ein professionelles CFO-Office oder Treasury. Liquiditätsvorschauen werden oft nur als monatliche Bankstimmung oder als BWA-Kommentar geführt — nicht als strukturierte rollierende Planung. Genau dies ist das Einfallstor für Insolvenzverschleppung: Der Gesellschafter-Geschäftsführer bemerkt die Zahlungsunfähigkeit zu spät oder hält die Zahlungsstockung für vorübergehend, ohne OPOS und Bankdaten systematisch abzugleichen. In M&A-Prozessen ist die Liquiditätsvorschau darüber hinaus Bestandteil der Kaufpreisfindung (Locked-Box vs. Completion Accounts, Net-Debt-Definition) und der Closing Conditions. Dieser Skill liefert das Werkzeug, um Mittelstandsliquidität schnell, transparent und revisionssicher zu planen.

## Kaltstart-Rückfragen

1. Welcher Planungshorizont ist erforderlich — 3 Wochen (Krisencheck), 13 Wochen (Cash-Bridge), 12 Monate (Businessplan)?
2. Welche Datenquellen stehen zur Verfügung — Bankkontoauszüge, OPOS Kreditoren/Debitoren, Lohnliste, BWA, Jahresabschlüsse?
3. Wurde die BWA mit dem Buchhalter / Steuerberater abgeglichen? Gibt es Buchungslücken (z.B. fehlende Rückstellungen, noch nicht verbuchte Rechnungen)?
4. Bestehen Kontokorrentkredite, Betriebsmittellinien oder Hausbank-Darlehen? Laufen Covenants?
5. Gibt es Steuerrückstände, Rücklastschriften oder laufende Vollstreckungsankündigungen?
6. Handelt es sich um eine normale DD-Situation oder um einen Krisenfall (drohende Zahlungsunfähigkeit)?
7. Sollen Kaufpreiskomponenten (Locked Box, Net Debt, Working Capital) in die Vorschau eingebaut werden?
8. Wer empfängt die Vorschau — interne Nutzung, Hausbank, Käufer-DD, Insolvenzgericht?

## Rechtsgrundlagen

### Normtexte

| Norm | Regelungsinhalt (Auszug) |
|---|---|
| § 17 InsO | Zahlungsunfähigkeit: Schuldner nicht in der Lage, fällige Zahlungspflichten zu erfüllen; > 10 % Liquiditätslücke über 3 Wochen in der Regel anzunehmen |
| § 18 InsO | Drohende Zahlungsunfähigkeit: voraussichtlich nicht in der Lage, Verbindlichkeiten bei Fälligkeit zu erfüllen; StaRUG-Öffner |
| § 19 InsO | Überschuldung: Passiva > Aktiva; Fortbestehensprognose als Korrektiv |
| § 15a InsO | Antragspflicht: 3 Wochen (Zahlungsunfähigkeit), 6 Wochen (Überschuldung); GmbH-GF haftet persönlich |
| § 15b InsO | Zahlungsverbote nach Insolvenzreife; persönliche Haftung des Geschäftsführers |
| § 43 GmbHG | Sorgfaltspflicht des Geschäftsführers; Pflicht zur Liquiditätsüberwachung |
| § 264 HGB | Jahresabschluss muss tatsächliche Verhältnisse widerspiegeln; Going-Concern-Pflicht |
| § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB | Fortführungsprinzip: Jahresabschluss ist unter Going-Concern-Annahme aufzustellen, wenn Fortbestand nicht zweifelhaft ist |

### Leitentscheidungen

| Gericht | Az. | Datum | Leitsatz (kurz) |
|---|---|---|---|
| BGH | II ZR 277/16 | 19.06.2018 | Zahlungsunfähigkeit bei > 10 % Deckungslücke über 3 Wochen; Geschäftsführer muss Liquidität laufend überwachen |
| BGH | IX ZR 61/12 | 19.12.2013 | Fortbestehensprognose: plausible Annahmen erforderlich; bloße Hoffnung auf Besserung genügt nicht |
| BGH | II ZR 252/13 | 14.10.2014 | Masseschmälernde Zahlungen: GmbH-GF haftet für jede Zahlung nach Eintritt der Insolvenzreife |
| OLG Düsseldorf | 6 U 68/19 | 10.12.2020 | Mittelstand: Steuerberater haftet, wenn er Insolvenzreife-Warnsignale aus BWA erkennt und Mandanten nicht hinweist |

## Prüfschema Liquiditätsvorschau (Mittelstand)

| Schritt | Prüfungspunkt | Inhalt | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| 1 | Startliquidität | Bankkontoauszüge (aktuell); Kontokorrentkredit verfügbar? Betrag und Limit; Dispositionsrahmen | Startliquidität EUR [X] |
| 2 | OPOS Kreditoren | Offene Rechnungen Lieferanten; fällig heute, < 2 Wochen, 2–4 Wochen; Mahnungen, Vollstreckungsankündigungen | Auszahlungsliste |
| 3 | OPOS Debitoren | Offene Forderungen; Fälligkeit; Zahlungsverhalten; Ausfallrisiko; Skonto-Abzüge | Einzahlungsliste |
| 4 | Löhne und Gehälter | Nächste Lohnzahlung: Datum und Betrag; SV-Abgaben folgerichtig | Lohntermin |
| 5 | Steuern und Abgaben | Umsatzsteuer (Fälligkeit 10./25. des Folgemonats); Körperschaftsteuer; Lohnsteuer; Rückstände | Steuer-Fälligkeiten |
| 6 | Bankschulden / Debt Service | Tilgungsraten, Zinsen; Fälligkeit; Covenant-Übersicht | Debt-Service-Kalender |
| 7 | 3-Wochen-Vorschau | Woche 1–3: Anfangsbestand, Einzahlungen, Auszahlungen, Endbestand, Deckungslücke, Ampel | Ampel: grün / gelb / rot |
| 8 | 13-Wochen-Cash-Bridge | Wochen 1–13: Brückenfinanzierungsbedarf; Saisonalität einbeziehen | Bridge-Bedarf EUR [X] |
| 9 | Szenarien | Base Case, Downside (Forderungsausfälle +20 %), No-Funding-Case | Szenarien dokumentiert |
| 10 | BWA-Plausibilisierung | Monatliche BWA vs. Bankdaten; Buchungslücken; Abgrenzungen; Rückstellungen | Abweichungen markiert |
| 11 | Net Debt / Working Capital (DD) | Netto-Verschuldung; Working-Capital-Definition laut SPA; Stichtagsbereinigungen | SPA-Zahlen klar |
| 12 | Steuerberater-Loop | BWA und OPOS mit Steuerberater abgleichen; Steuerschätzungen validieren | Steuerberater bestätigt |
| 13 | Quellenlog | Jede Zahl mit Quelle (Kontoauszug, OPOS, Lohnliste, BWA) belegen | Quellenlog vollständig |
| 14 | Insolvenzreife-Schwelle | Bei roter Ampel: § 17 InsO-Prüfung; → `mittelstand-ma-insolvenzreife` | Schwelle dokumentiert |
| 15 | Freigabe | GF-Bestätigung; Steuerberater-Gegenzeichnung bei Krisenfall; Kanzlei-Dokumentation | Freigabe erteilt |

## Beweislast

| Beweisthema | Beweislastträger | Beweismittel |
|---|---|---|
| Zahlungsunfähigkeit (§ 17 InsO) | Insolvenzverwalter | Bankkontoauszüge, OPOS, Lohnnachweise |
| Fortbestehensprognose (§ 19 InsO) | Geschäftsführer | Businessplan, Finanzierungszusagen, Auftragsbestand |
| Kenntnis der Insolvenzreife | Insolvenzverwalter | BWA, GF-Protokolle, Steuerberaterkorrespondenz |
| Masseschmälernde Zahlung | Insolvenzverwalter | Buchungsbelege, Stichtag der Insolvenzreife |

## Fristen und Verjährung

| Fristtyp | Dauer | Norm | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Antragspflicht — Zahlungsunfähigkeit | 3 Wochen | § 15a Abs. 1 InsO | Absolute Frist; strafrechtliche Relevanz |
| Antragspflicht — Überschuldung | 6 Wochen | § 15a Abs. 1 InsO | Nur bei negativer Fortbestehensprognose |
| § 15b-Haftung | 3 Jahre ab Kenntnis | §§ 195, 199 BGB | GmbH-GF persönlich |
| USt-Voranmeldung | 10. / 25. des Folgemonats | §§ 18, 21 UStG | Säumniszuschlag bei Verspätung |

## Typische Fehler im Mittelstand

| Fehler | Konsequenz | Abhilfe |
|---|---|---|
| BWA ohne Rückstellungen | Überoptimistisches Liquiditätsbild | Rückstellungen regelmäßig nachtragen |
| Kontokorrentkredit als „Eigenkapital" | Zahlungsunfähigkeit wird kaschiert | Kontokorrentkredit ist Verbindlichkeit; Limit-Auslastung überwachen |
| Kundenzahlung erwartet, aber nicht OPOS-belegt | Einzahlung in Vorschau zu optimistisch | Nur vertraglich fällige, plausible Einzahlungen ansetzen |
| Steuerberater meldet nur rückblickend | Frühwarnung fehlt | Wöchentliche Liquiditätsabstimmung einrichten |
| Lohnzahlung auf letztem Kontoauszug | 3-Wochen-Frist für Zahlunsunfähigkeit bereits abgelaufen | Lohntermin immer in Woche 1 einplanen |

## Schriftsatzbausteine

### Baustein 1 — 3-Wochen-Vorschau Tabelle (Mittelstand)

```
LIQUIDITÄTSVORSCHAU — VERTRAULICH — [Firma] — Stand [Datum]

| Position              | Woche 1      | Woche 2      | Woche 3      |
|-----------------------|--------------|--------------|--------------|
| Anfangsbestand        | EUR [X]      | EUR [Y]      | EUR [Z]      |
| + Kundenzahlungen     | EUR [...]    | EUR [...]    | EUR [...]    |
| + Sonstige Einzahlg.  | EUR [...]    | EUR [...]    | EUR [...]    |
| - Lieferantenzahlg.   | EUR [...]    | EUR [...]    | EUR [...]    |
| - Löhne/SV            | EUR [...]    | EUR [...]    | EUR [...]    |
| - Steuern/USt         | EUR [...]    | EUR [...]    | EUR [...]    |
| - Kredit-Tilgung/Zins | EUR [...]    | EUR [...]    | EUR [...]    |
| - Sonstige Auslagen   | EUR [...]    | EUR [...]    | EUR [...]    |
| Endbestand            | EUR [Y]      | EUR [Z]      | EUR [A]      |
| KK-Kredit verfügbar   | EUR [B]      | EUR [B]      | EUR [B]      |
| Gesamtliquidität      | EUR [C]      | EUR [D]      | EUR [E]      |
| AMPEL                 | GRÜN         | GELB         | ROT          |

HINWEIS WOCHE 3: Deckungslücke EUR [X]. Prüfung § 17 InsO erforderlich.
Empfehlung: Steuerberate und Insolvenzrechtler konsultieren.
```

### Baustein 2 — Steuerberater-Anfrageschreiben wegen Liquiditätsprüfung

```
Sehr geehrte Damen und Herren,

in der Angelegenheit unseres Mandanten [Firma] bitten wir Sie um folgende
Unterlagen und Bestätigungen:

1. Aktuelle BWA [Monat] mit Summen- und Saldenliste (SuSa)
2. OPOS Kreditoren und Debitoren mit Fälligkeitsdaten
3. Steuerrückstände gegenüber Finanzamt [Ort] und Sozialversicherung
4. Bestätigung, dass die Fortführungsannahme nach § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB
   aus Ihrer Sicht weiterhin gerechtfertigt ist

Bitte senden Sie die Unterlagen bis [Datum]. Bei Zweifeln an der Fortführungsfähigkeit
bitten wir Sie, uns unverzüglich telefonisch zu kontaktieren.

[Kanzlei, Datum, Unterschrift]
```

## Streitwert und Kosten

| Schadensfall | Ansatz | Norm |
|---|---|---|
| § 15b-Haftung GmbH-GF | Summe der masseschmälernden Zahlungen | § 15b InsO |
| Steuerberater-Haftung (Mittelstand) | Beratungsschaden; entgangener Rettungswert | §§ 280, 634 BGB |
| Kaufpreisminderung wegen Netto-Verschuldung | Differenz vereinbarter vs. tatsächlicher Net Debt | SPA Completion Accounts |

## Strategische Empfehlung

| Akteur | Empfehlung |
|---|---|
| Gesellschafter-GF | Wöchentlichen Liquiditätscheck einrichten; Steuerberater für rollierende BWA nutzen; bei Deckungslücke sofort Anwalt |
| Steuerberater | BWA-Kommentierung nicht nur historisch, sondern vorausschauend; bei Warnsignalen Mandanten proaktiv ansprechen |
| Käufer (Mittelstand-DD) | Net-Debt-Definition im SPA präzise vereinbaren; 3-Monats-Liquiditätsvorschau als Closing Condition |

## Anschluss-Skills

- `mittelstand-ma-insolvenzreife` — Insolvenzreife-Prüfung bei roter Ampel
- `mittelstand-ma-aktenanlage` — Vorschau in Deal-Akte dokumentieren
- `mittelstand-ma-tabellenreview` — Finanzdaten reviewen
- `mittelstand-ma-erechnung-gobd` — GoBD-konforme Abrechnung

## Quellen

- BGH, Urt. v. 19.06.2018, Az. II ZR 277/16 (Zahlungsunfähigkeit, 10 %-Schwelle)
- BGH, Urt. v. 19.12.2013, Az. IX ZR 61/12 (Fortbestehensprognose)
- BGH, Urt. v. 14.10.2014, Az. II ZR 252/13 (Masseschmälernde Zahlungen)
- OLG Düsseldorf, Urt. v. 10.12.2020, Az. 6 U 68/19 (Steuerberater-Haftung, Mittelstand)
- §§ 15a, 15b, 17, 18, 19 InsO; § 43 GmbHG; §§ 252, 264 HGB; §§ 18, 21 UStG

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