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name: liquiditaetsvorschau-3-6-12-monate
description: "Rollierende Liquiditätsvorschau über 13/26/52 Wochen für GmbH/UG/AG. Erstellt zwingend eine Excel-Tabelle nach der hinterlegten Vorlage und auf Wunsch ein interaktives HTML-Padlet oder Markdown-Artefakt, das mit jeder Folgemeldung aktualisiert wird. Wendet das BGH-Schema (BGHZ 217 Rn 129 Passiva II; BGHZ 163 Rn 134 10-%-Schwelle/3-Wochen-Horizont) wochenaktuell zum Freitag an und stellt die Lücke zu den offenen Forderungen ins Verhältnis. Fortführungsprognose § 19 InsO mit IDW S 6/S 11 nur als Hintergrundmaßstab. Memo nur auf ausdrückliche Anfrage."
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# Rollierende Liquiditätsvorschau 3/6/12 Monate mit Fortführungsprognose (§§ 17, 19 InsO)
## Zweck
Dieser Skill erzeugt aus dem typischerweise vorhandenen, oft unstrukturierten Material einer kleinen Kapitalgesellschaft (offene Rechnungen, Bankauszüge, BWA, SuSa, Zahlungserwartungen, Kreditverträge, Daueraufträge, Sozialversicherungs- und Steuerbescheide) eine **rollierende Liquiditätsvorschau** mit folgenden Funktionen:
1. **Wochenraster (Mo–So)** über drei Horizonte:
- **Kurzfristhorizont 13 Wochen (3 Monate)** – primär für § 17 InsO (Zahlungsunfähigkeit).
- **Mittelfristhorizont 26 Wochen (6 Monate)** – Brücke zwischen Zahlungsfähigkeit und Fortführungsprognose.
- **Langfristhorizont 52 Wochen (12 Monate)** – Grundlage Fortbestehensprognose nach § 19 Abs. 2 InsO und Fortführungsprognose nach IDW S 6.
2. **Automatische Insolvenzreife-Ampel** für jede Woche:
- **Grün**: Liquide Mittel > 110 % der in der Folgewoche fällig werdenden Verbindlichkeiten.
- **Gelb (Zahlungsstockung)**: Lücke < 10 % oder Lücke ≥ 10 %, aber innerhalb von 3 Wochen schließbar.
- **Rot (Zahlungsunfähigkeit § 17 InsO)**: Lücke ≥ 10 % und nicht innerhalb von 3 Wochen schließbar (st. Rspr. BGH BGHZ 163, 134 Rn. 12 ff.).
3. **Fortführungsprognose**: 12-Monats-Auswertung mit den **Kernelementen des IDW S 6** (siehe unten), abgegrenzt von einer reinen handelsbilanziellen Überschuldungsprognose. Liefert ein Ergebnis „positive Fortführungsprognose" / „negative Fortführungsprognose" mit Begründung.
4. **Excel-Export**: Die Tabelle wird über `werkzeuge/build_liquiditaetsplan.py` als `liquiditaetsplan.xlsx` exportiert. Cloud-Bedienung über interaktive Tabelle möglich; Werte mit Excel-Formeln, nicht hartcodiert. Das Skript läuft mit reiner Python-Standardbibliothek — kein `pip install` nötig. PyYAML wird automatisch erkannt, sonst kommt ein eingebauter Mini-YAML-Parser zum Einsatz.
Anwendungsfälle: Krisen-GmbH/UG, Mittelstand mit Bugwellen-Liquidität, Vorbereitung Sanierungsgespräch mit Hausbank, Dokumentation Fortbestehensprognose für § 19 InsO, Vorbereitung StaRUG-Restrukturierungsverfahren, regelmäßige wöchentliche Geschäftsführer-Sitzung.
## Bezugsquellen der Eingabedaten
Bevor Werte geschätzt werden, dem Nutzer zuerst genau diese Frage stellen:
> Wie sollen die Bankdaten und offenen Posten einfließen — manuell, per Datei-Import (CAMT.053, MT940, CSV-Bankexport, DATEV-OPOS), oder über einen verbundenen Bankzugang (PSD2 / FinTS / vorhandener Connector)?
- **Manuell**: Nutzer trägt Werte im Padlet, Markdown-Artefakt oder Chat ein. Stets zulässig.
- **Datei-Import**: Akzeptiert werden CAMT.053, MT940, CSV des Onlinebankings, DATEV-OPOS-Exporte (Offene Posten Debitoren/Kreditoren). Der Skill liest die Daten ein und ordnet sie nach Fälligkeitsdatum den Wochenbuckets zu.
- **Connector**: Vor jedem Versuch `list_external_tools` mit Suchbegriffen wie `banking`, `psd2`, `fintap`, `gocardless` aufrufen. Wenn ein Connector verfügbar ist, dem Nutzer Datenherkunft und Drittlandtransfer-Risiken (DSGVO Art. 44 ff.) transparent erläutern. Wenn nicht, höflich auf manuell oder Datei-Import zurückfallen.
Mandatsgeheimnis (§§ 203/204 StGB, § 43e BRAO) beachten.
## Format- und Padlet-Wahl
Einmalig am Anfang fragen:
> Ergebnisformat: nur Excel-Tabelle (Standard), Excel + interaktives HTML-Padlet zur fortlaufenden Pflege, oder Excel + Markdown-Artefakt? Memo erst auf Anfrage.
Antwort merken, nicht erneut fragen. Default bei Schweigen: Excel + HTML-Padlet.
## Eingaben
Strukturiert oder unstrukturiert; das Modell soll robust extrahieren:
- **Stammdaten Gesellschaft**: Rechtsform, Branche, Mitarbeiterzahl, Jahresumsatz, Hausbank, Stichtag.
- **Eröffnungsbestand liquider Mittel**: Kontostände, Kasse, Tagesgeld, ungenutzte Kreditlinien (mit Laufzeit und Konditionen).
- **Offene Verbindlichkeiten** (Kreditorenliste): Lieferant, Fälligkeitsdatum, Betrag, Mahnstufe, Stundungen.
- **Offene Forderungen** (Debitorenliste): Kunde, Rechnungsdatum, Fälligkeit, voraussichtlicher Zahlungseingang, Ausfallrisiko.
- **Dauerverpflichtungen**: Miete, Pacht, Leasing, Personal (Lohn, Gehalt, AG-Anteil SV), Krankenkassenbeiträge (monatliche Drittellast), Lohnsteuer, Strom/Gas, Versicherungen.
- **Steuern**: Umsatzsteuer-Vorauszahlung/-Erstattung (mit Voranmeldungsturnus, ggf. Dauerfristverlängerung), Körperschaftsteuer-Vorauszahlung, Gewerbesteuer-Vorauszahlung, Rückstände beim Finanzamt.
- **Kreditverträge**: Tilgung, Zins, Sondertilgung, Covenants (z.B. EK-Quote, Leverage), Avalrahmen.
- **Geplante Investitionen/Desinvestitionen**: CapEx, Maschinenverkauf, Sale-and-Lease-back.
- **Auftragsbestand**: zugesagte Aufträge mit Lieferzeitpunkt, voraussichtlichem Zahlungsziel, Abschlagszahlungen.
- **Bankauszüge** der letzten 3–6 Monate (für saisonale Muster und Plausibilität).
- **BWA und SuSa** (siehe Schwester-Skill `bwa-sus-bilanz-pruefung`).
Wenn Daten lückenhaft sind: Annahmen explizit dokumentieren, sensitivitätsanalysieren (Best/Base/Worst).
## Rechtlicher Rahmen
### Primärnormen
- **§ 17 InsO – Zahlungsunfähigkeit**: Der Schuldner ist zahlungsunfähig, wenn er nicht in der Lage ist, die fälligen Zahlungspflichten zu erfüllen; in der Regel anzunehmen, wenn er seine Zahlungen eingestellt hat.
- **§ 18 InsO – Drohende Zahlungsunfähigkeit**: Voraussichtliche Unfähigkeit zur Erfüllung im Zeitraum **24 Monate** (Prognose).
- **§ 19 InsO – Überschuldung**: Vermögen deckt Verbindlichkeiten nicht, **es sei denn** Fortführung des Unternehmens ist nach den Umständen überwiegend wahrscheinlich (positive Fortbestehensprognose; Prognosehorizont aktuell 12 Monate, ggf. nach SanInsKG geändert – Stichtag prüfen).
- **§ 15a InsO – Insolvenzantragspflicht**: 3 Wochen ab Eintritt der Zahlungsunfähigkeit, 6 Wochen ab Eintritt der Überschuldung.
- **§ 15b InsO – Zahlungsverbote nach Insolvenzreife**.
- **§ 1 StaRUG – Krisenfrüherkennung**: Pflicht der Geschäftsleitung zur fortlaufenden Krisenüberwachung.
### Leitentscheidungen (Volltexte im Plugin: `references/rechtsprechung/`)
1. BGH, Urt. v. 19.12.2017 – II ZR 88/16, BGHZ 217, 129 — Passiva II zwingend einzubeziehen; Absage an die Bugwellentheorie; Symmetrieargument; Substantiierungslast des bestreitenden Geschäftsführers; Volumeneffekt der Quote.
2. BGH, Urt. v. 28.06.2022 – II ZR 112/21, ZIP 2022, 1606 — Darlegung auch durch Aneinanderreihung tagesgenauer Liquiditätsstatus zulässig (Bugwellenrechtsprechung).
3. BGH, Urt. v. 28.04.2022 – IX ZR 48/21, ZIP 2022, 1341 — Bestätigung der 10-%-Schwelle und der geordneten Gegenüberstellung.
4. BGH, Urt. v. 23.01.2025 – IX ZR 229/22, DB 2025, 381 — titulierte Forderungen in Höhe des Nennwerts in der Liquiditätsbilanz, wenn Vollstreckung eingeleitet ist.
5. BGH, Urt. v. 11.03.2025 – II ZR 139/23 — Beurteilung der Zahlungsunfähigkeit allein anhand objektiver Umstände; materieller Bestand der Verbindlichkeit maßgeblich.
6. BGH, Urt. v. 24.05.2005 – IX ZR 123/04, BGHZ 163, 134 Rn. 12–19 — Grundsatzentscheidung: Liquiditätslücke ≥ 10 % und nicht binnen 3 Wochen schließbar; Abgrenzung zur Zahlungsstockung.
7. BGH, Urt. v. 12.10.2006 – IX ZR 228/03, NJW 2007, 78 Rn. 16–22 — Indizienkatalog der Zahlungsunfähigkeit.
8. BGH, Urt. v. 19.11.2019 – II ZR 233/18, NJW 2020, 1809 Rn. 17 ff. — Fortbestehensprognose nach § 19 Abs. 2 InsO: tragfähiges Unternehmenskonzept und Finanzplan; Maßstab überwiegende Wahrscheinlichkeit.
9. BGH, Urt. v. 09.10.2012 – II ZR 298/11, BGHZ 195, 42 Rn. 12–18 — Maßgeblich ist die insolvenzrechtliche, nicht die handelsbilanzielle Überschuldung; Fortführungs- vs. Liquidationswerte je nach Prognose.
Zitierweise: Pinpoint mit Randnummer; jüngere BGH-Entscheidungen zuerst; keine US-stare-decisis-Logik; keine pretrial discovery.
### Kommentarliteratur (im Bearbeiterstil)
1. *K. Schmidt/Herchen*, in: K. Schmidt, Insolvenzordnung, 20. Aufl. 2023, § 17 InsO Rn. 5–35.
2. *Mock*, in: Uhlenbruck, InsO, 16. Aufl. 2024, § 17 Rn. 10 ff., 30 ff.; § 19 Rn. 47–95.
3. *Pape/Schaltke*, in: Pape/Uhländer, StaRUG, 1. Aufl. 2021, § 1 StaRUG Rn. 10–30.
4. *BeckOK StaRUG/Skauradszun*, 8. Ed. Stand 04.2025, § 102 StaRUG.
### Berufsständischer Hintergrund (nicht im Vordergrund zitieren)
- **IDW S 11** (Stand 12.08.2021), Tz. 16 f., 31–37 — Beurteilung des Eröffnungsgrundes der Zahlungsunfähigkeit.
- **IDW S 6** — Anforderungen an Sanierungskonzepte und integrierte Planung. Hier nur Hintergrundmaßstab, der die BGH-Belege nicht ersetzt.
## Ablauf
**Schritt 0 – Format und Datenquelle**
Format-Wahl (Abschnitt *Format- und Padlet-Wahl*) und Banking-Wahl (Abschnitt *Bezugsquellen der Eingabedaten*) klären. Antworten merken.
**Schritt 1 – Datenaufnahme**
- Nutzer-Input parsen: PDFs (Bankauszüge, Rechnungen), CSV (Buchhaltungsexport), freier Text.
- Strukturieren in: (a) Anfangsbestand, (b) Einzahlungs-Buckets (Kundenforderungen, USt-Erstattungen, sonstige), (c) Auszahlungs-Buckets (Personal, SV, Lohnsteuer, USt-Zahlung, KSt/GewSt, Lieferanten, Miete, Leasing, Zins+Tilgung, sonstiges).
- Ausfallrisiko-Score für Debitoren (Top-Kunden, Mahnstand, Branche).
**Schritt 2 – Wochenraster bauen**
- Spalten: KW (Mo–So) ab KW Stichtag, Anfangsbestand Bank, + Einzahlungen je Bucket, − Auszahlungen je Bucket, **Endbestand**, **fällige Verbindlichkeiten in Folgewoche**, **3-Wochen-Lücke (kumuliert)**, **Lücken-Quote in %**, **Ampel**.
- Drei Sheets: `13-Wochen`, `26-Wochen`, `52-Wochen`. Letzteres monatlich aggregiert ab Monat 4.
**Schritt 3 – 3-Wochen-Test (§ 17 InsO)**
- Pro Woche: berechne `Lücke = max(0, fällige Verbindlichkeiten − verfügbare Mittel)`.
- Berechne `Lücke_3W = Summe der ungedeckten fälligen Verbindlichkeiten in t, t+1, t+2 minus erwartete Zugänge in t+1, t+2`.
- Berechne `Quote = Lücke_3W / fällige Verbindlichkeiten in t`.
- `Ampel = rot` wenn Quote ≥ 10 % und Lücke_3W am Ende der Periode nicht null; `gelb` wenn Quote ≥ 10 %, aber binnen 3 Wochen schließbar; sonst `grün`.
**Schritt 4 – Sensitivität (Best/Base/Worst)**
- Drei Spalten parallel: Zahlungseingang 100 %, 80 %, 60 % der Forderungen.
- Drei Spalten parallel: Auftragsausführung wie geplant, −10 %, −25 %.
- Ergebnis: Ampel je Szenario.
**Schritt 5 – Fortführungsprognose (12 Monate)**
- Aggregation auf Monatsebene; Übergang zu Ertrags- und Bilanzplanung (verzahnt).
- Prüfe die **IDW-S-6-Kernelemente**:
1. **Krisenstadium** (Stakeholder-/Strategie-/Produkt-/Absatz-/Erfolgs-/Liquiditäts-/Insolvenzkrise nach Hauschka-Schema).
2. **Krisenursachen** (intern/extern).
3. **Leitbild** des sanierten Unternehmens (Geschäftsmodell, Markt, Positionierung).
4. **Maßnahmen** (Innenfinanzierung, Außenfinanzierung, leistungswirtschaftlich, finanzwirtschaftlich).
5. **Integrierte Planung** (Ertrag/Bilanz/Liquidität) 24+ Monate.
6. **Ergebnis**: positive vs. negative Fortführungsprognose mit Begründung.
- Maßstab nach BGH NJW 2020, 1809 Rn. 18: überwiegende Wahrscheinlichkeit.
**Schritt 6 – Abgrenzung handelsbilanzielle vs. insolvenzrechtliche Überschuldung**
- Handelsbilanzielles negatives EK ist **kein** Insolvenzgrund. Maßgeblich ist der **Überschuldungsstatus** mit Fortführungswerten bei positiver Prognose, mit Liquidationswerten bei negativer Prognose (BGH BGHZ 195, 42 Rn. 12 ff.).
- Qualifizierter Rangrücktritt (§ 39 Abs. 2 InsO) eliminiert Verbindlichkeit aus dem Status.
- Stille Reserven (insb. Sachanlagen, selbst erstellte immaterielle WG) sind zu aktivieren.
- Stille Lasten (Rückstellungsbedarf, Prozessrisiken, Bürgschaften) sind anzusetzen.
- Ergebnis: **Insolvenzfähige Überschuldung** nur, wenn rechnerische Unterdeckung **und** negative Fortführungsprognose.
**Schritt 7 – Ergebnis ausliefern**
- **Immer**: Excel-Datei `Liquiditaetsplan-<Firma>-KW<t>.xlsx` auf Basis von `assets/excel/Liquiditaetsplan-Wochenbasis.xlsx` befüllen. Vorgegebenes Layout (Kategorien-Zeilen × KW-Spalten) **nicht verändern**. BGH-Block ab Zeile 42 (Aktiva I/II, Passiva I/II, Lücke abs., Lücke %, Ampel) und Block „Offene Forderungen“ behalten. Formeln verwenden, nicht hartcodieren.
- **Wenn HTML-Padlet gewählt**: zusätzlich `liquiditaets-padlet-<Firma>-KW<t>.html` aus `assets/padlet/liquiditaets-padlet.html` ableiten (single-file, autark, localStorage, JSON-Export/Import, Live-Ampel nach BGH-Schema).
- **Wenn Markdown-Artefakt gewählt**: `liquiditaets-artefakt-<Firma>-KW<t>.md` auf Basis von `assets/markdown/liquiditaets-artefakt-vorlage.md` ausfüllen.
- Bei jeder Folgemeldung des Nutzers das gewählte Artefakt aktualisieren und die neue Version unter demselben Asset-Namen liefern.
**Schritt 8 – Memo (nur auf Anfrage)**
Erst nach Auslieferung der Vorschau anbieten:
> Soll ich zusätzlich ein Kurz-Memo im Gutachtenstil mit Subsumtion nach §§ 17, 19 InsO erstellen?
Bei Zustimmung: Sachverhalt, Liquiditätsbilanz tabellarisch, Quotenberechnung nach BGH II ZR 88/16 Rn. 25 ff., Subsumtion, Fortführungsprognose-Würdigung, Handlungsempfehlung. Maximal zwei Seiten. DOCX oder Markdown nach Nutzerwunsch.
## Ausgabeformat
1. **Excel** (immer) auf Basis von `assets/excel/Liquiditaetsplan-Wochenbasis.xlsx`. KW-Spalten × Kategorien-Zeilen wie in der Vorlage; BGH-Block (Aktiva I/II, Passiva I/II, Lücke abs., %, Ampel) ab Zeile 42; Block „Offene Forderungen“; Hinweise zur BGH-Rspr. Sheet `Liquiditätsplan` (Werte) und Sheet `BGH-Schema` (Erläuterung). Wochenstichtag = Freitag.
2. **HTML-Padlet** (auf Wunsch): autarke single-file HTML aus `assets/padlet/liquiditaets-padlet.html`, live rechnend, localStorage-Speicher, JSON-Export/-Import.
3. **Markdown-Artefakt** (auf Wunsch): `assets/markdown/liquiditaets-artefakt-vorlage.md` als Vorlage; bei jeder Folgemeldung neu geschrieben.
4. **Memo** (nur auf Anfrage): Kurz-Gutachten im Gutachtenstil, höchstens zwei Seiten, DOCX oder Markdown nach Wahl.
5. **Hinweispflicht § 102 StaRUG** wenn nicht-Geschäftsleiter beauftragt (z. B. Steuerberatermandat) — Textbaustein anbieten.
## Beispiel
**Sachverhalt**: Edelholz Manufaktur Berlin GmbH, 20 Mitarbeiter, Jahresumsatz 2,1 Mio. EUR, Stichtag 18.05.2026, Kontostand 18.500 EUR, Kontokorrent 150.000 EUR zu 92 % ausgeschöpft, offene LuL 187.000 EUR (davon 64.000 EUR überfällig), SV-Rückstand 38.000 EUR, USt-Vorauszahlung 14.200 EUR fällig 10.06.2026, Großauftrag 145.000 EUR mit Lieferung KW 28 und Zahlungsziel 30 Tage netto.
**Gutachtenstil**:
*§ 17 InsO*: 13-Wochen-Test zeigt in KW 22 eine Lücke von 41.000 EUR (Quote 22 %); selbst inkl. erwarteter Eingänge aus dem Großauftrag wäre die Lücke erst in KW 32 vollständig schließbar – damit **nicht innerhalb von 3 Wochen** ab KW 22. **Zahlungsunfähigkeit liegt voraussichtlich ab KW 22 vor** (BGH BGHZ 163, 134 Rn. 14). Ampel rot.
*§ 19 InsO*: Handelsbilanzielles EK negativ. Überschuldungsstatus mit Fortführungswerten unter Berücksichtigung stiller Reserven der CNC-Anlage (Verkehrswert 180.000 EUR, Buchwert 95.000 EUR) ergibt rechnerische Unterdeckung von ca. 60.000 EUR. Fortführungsprognose negativ, weil integrierte 12-Monats-Planung keinen positiven operativen Cashflow bei realistischen Annahmen erbringt (IDW S 6, Tz. 5 ff.; BGH NJW 2020, 1809 Rn. 18). **Insolvenzrechtliche Überschuldung indiziert**.
*Handlungsempfehlung*: Antragspflicht 3 Wochen ab Eintritt § 17 InsO (KW 22) bzw. 6 Wochen ab § 19 InsO. Parallel Prüfung StaRUG-Restrukturierungsrahmen nur möglich bei rein **drohender** Zahlungsunfähigkeit – nicht mehr eröffnet, wenn § 17 InsO bereits eingetreten ist. Hinweis nach § 102 StaRUG durch beauftragten Steuerberater zu erteilen.
## Risiken und typische Fehler
- **Handelsbilanzielle vs. insolvenzrechtliche Überschuldung verwechseln**: Negatives EK in HGB-Bilanz allein begründet keinen Antragsgrund (BGH BGHZ 195, 42 Rn. 12); maßgeblich ist Überschuldungsstatus.
- **3-Wochen-Frist statisch rechnen**: Die Frist läuft ab dem **Eintritt** der Zahlungsunfähigkeit, nicht ab Erstellung des Liquiditätsplans.
- **Stundungen als Liquidität werten**: Stundungen verschieben die Fälligkeit, sind aber Indiz für Zahlungsunfähigkeit (BGH NJW 2007, 78 Rn. 18) – nicht beruhigen lassen.
- **Kreditlinien unkritisch ansetzen**: Nur **zugesagte und ziehungsfähige** Linien zählen; gekündigte oder ausgeschöpfte Linien nicht.
- **Großaufträge ohne Zahlungseingangsrisiko ansetzen**: Realistische Annahmen mit Ausfall- und Skonto-Quoten; immer Sensitivität (Worst Case).
- **Fortführungsprognose ohne IDW-S-6-Struktur**: Eine nicht strukturierte „Prognose" trägt vor Gericht nicht; BGH NJW 2020, 1809 verlangt tragfähiges Konzept.
- **USt- und LSt-Rückstände kleinreden**: Diese sind starke Insolvenzindizien und führen oft zur Anzeige durch Finanzamt/Krankenkasse (§ 15a Abs. 4 InsO).
- **Personalkosten unterschätzen**: Lohn + AG-Anteil SV + KK-Beiträge = ca. 1,28× Bruttolohn; monatliche Drittellast SV-Beiträge.
- **SanInsKG-Stand übersehen**: Prognosehorizont § 19 InsO wurde temporär verkürzt; aktuelle Fassung am Bewertungsstichtag prüfen.
## Quellenpflicht
Mindestens zwei BGH-Belege (jüngere zuerst) und zwei Kommentarbelege im Bearbeiterstil. Berufsständische Verlautbarungen (IDW S 6, IDW S 11) als Hintergrund, nicht als „Rechtsprechung“ kennzeichnen. Die PDFs unter `references/rechtsprechung/` sind die maßgeblichen Quellen, ergänzt um BGHZ 163, 134; NJW 2007, 78; NJW 2020, 1809; BGHZ 195, 42.
## Übergabe
- Bei 🔴 § 17 InsO sofort an `zahlungsunfaehigkeit-pruefung-17-inso` und `antragspflicht-15a-inso` (Plugin `insolvenzrecht`).
- Bei indizierter insolvenzrechtlicher Überschuldung an `überschuldung-prüfung-19-inso` (Plugin `insolvenzrecht`).
- Für die wochenaktuelle Kurzfrist-Sicht: Schwester-Skill `liquiditaetsvorschau-3wochen` (dieses Plugin).
- Für die gerichtsfeste Liquiditätsbilanz als Beweismittel: `liquiditaetsvorschau-insolvenzrechtlich` (dieses Plugin).
## Triage — Liquiditaetsvorschau Einordnung
Bevor losgelegt wird, klaere:
1. **Zweck der Vorschau?** ZU-Pruefung § 17 InsO (3-Wochen-Fenster) → insolvenzrechtliche Vorschau; Fortbestehensprognose § 19 InsO (12 Monate); Glaeubigernachweis (13-Wochen-Vorschau); Bankverhandlung (24 Monate)?
2. **Methode?** Direkte Methode (Cash-In / Cash-Out) fuer insolvenzrechtliche Zwecke; indirekte Methode (EBIT-Ableitung) fuer langfristige Unternehmensplanung.
3. **Datenbasis?** OPOS (offene Posten), Kontoauszuege, Steuer- und SV-Verbindlichkeiten — alle aktuell?
4. **Stichtag?** Fuer InsO-Beurteilung tag-genau festlegen; fuer Prognose ab aktuellem Tag.
5. **Sanierungsmassnahmen einbeziehen?** Stundungen, Zuschuss, neue Kreditlinie — nur wenn verbindlich zugesagt.
## Output-Template 13-Wochen-Liquiditaetsvorschau
**Adressat:** Insolvenzgericht / Glaeubigerausschuss / Bank — Tonfall: sachlich-betriebswirtschaftlich
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13-WOCHEN-LIQUIDITAETSVORSCHAU (direkte Methode)
Gesellschaft: [FIRMA] Erstellt: [DATUM] Ersteller: [NAME]
Woche | Anfangsbestand | Einzahlungen | Auszahlungen | Endbestand | Kreditlinie | Freie Liqui
1 | EUR [XXX] | EUR [YYY] | EUR [ZZZ] | EUR [AAA] | EUR [BBB] | EUR [CCC]
2 | ... | ... | ... | ... | ... | ...
13 | ... | ... | ... | ... | ... | ...
AMPEL-STATUS:
Wochen 1-4 (kurzfristig): [GRUEN / GELB / ROT]
Wochen 5-9 (mittelfristig): [...]
Wochen 10-13 (langfristig): [...]
ENGPAESSE: [Beschreibung kritischer Wochen und Gegenmassnahmen]
ANNAHMEN: [Auflistung der Schluesselannahmen]
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