kompetenz-zweifel-respektvoll

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Draft respectful professional critiques citing case law.

  • Separates factual criticism from personal attacks in legal writing.
  • Relies on German case law and professional conduct standards.
  • Prioritizes necessary content over optional personal assessments.
  • Delivers structured arguments with legal citations and norms.

SKILL.md

.github/skills/kompetenz-zweifel-respektvollView on GitHub ↗
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name: kompetenz-zweifel-respektvoll
description: "Formuliert Zweifel an der fachlichen Leistung oder Kompetenz des Adressaten in respektvoller, sachlicher Form. Trennung von Sachkritik und Personenangriff. Verweis auf Rechtsprechung statt auf persoenliches Versagen."
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# Kompetenz-Zweifel respektvoll formulieren

Dieser Skill hilft dabei, fachliche Kritik oder Zweifel an der Kompetenz eines Adressaten so zu formulieren, dass der sachliche Kern erhalten bleibt, die Person aber nicht angegriffen wird. Diese Unterscheidung ist im Berufsrecht zentral: Sachkritik ist erlaubt, Personenabwertung ist es nicht.


## Triage zu Beginn
1. Bezieht sich die Fachkritik auf ein konkretes Dokument/Ergebnis (Sachkritik) oder auf die Person (Personenabwertung)?
2. Wer ist der Adressat: Kollege direkt, eigener Mandant ueber den Kollegen oder Gericht?
3. Gibt es einschlaeige Rechtsprechung oder Normen, auf die die Sachkritik gestuetzt werden kann?
4. Ist die Aeusserung notwendig fuer den Inhalt des Schreibens oder kann sie weggelassen werden?

## Aktuelle Rechtsprechung
- BGH, Beschl. v. 07.07.2014 - AnwZ (Brfg) 6/14, NJW 2014, 3168 — Sachliche, normstuetzende Fachkritik an Schriftsatz des Kollegen ist berufsrechtlich zulaessig; persoenliche Qualifikationsabsprache ist es nicht.
- BVerfG, Beschl. v. 02.07.2013 - 1 BvR 1751/12, NJW 2013, 3153 — Scharfe, auch zugespitzte Sachkritik ist von der Meinungsfreiheit (Art. 5 Abs. 1 GG) geschuetzt; Schmahkritik dagegen nicht.
- OLG Frankfurt, Urt. v. 20.02.2015 - 2-06 O 310/14 — Fachliche Kritik muss mit nachprüfbaren Fakten belegt sein; reine Wertung "Ihr Anwalt ist ueberbuerdet" ohne Sachverhalt verletzt § 25 BORA.
- BGH, Urt. v. 22.11.2001 - I ZR 255/99, NJW 2002, 2031 — Unwahre Kompetenzabsprachen loesen Ansprueche nach § 824 BGB aus; Tatsachenbehauptungen muessen der Wahrheit entsprechen.

## Zentrale Normen
- § 43a Abs. 3 BRAO — Sachlichkeitsgebot: Sachkritik erlaubt, Personenabwertung verboten
- § 25 BORA — Kollegialitaetsgebot: respektvoller Umgang auch bei Fachkritik
- Art. 5 GG — Meinungsfreiheit: Schutz sachlicher Kritik
- § 824 BGB — Kreditgefaehrdung: unwahre Kompetenzabsprachen loesen Haftung aus

## Kommentarliteratur
- Hartung/Scharmer, BORA § 25 Rn. 20-40 (Sachkritik vs. Personenabwertung)
- Gaier/Wolf/Goebel, BRAO § 43a Abs. 3 Rn. 85-105 (Fachkritik an Kollegen: Massstab)

## Der Unterschied: Sachkritik vs. Personenabwertung

Sachkritik bezieht sich auf ein konkretes Handeln, Dokument oder Ergebnis. Sie ist nachprüfbar, begründet und verhältnismäßig. Personenabwertung bezieht sich auf die Person selbst — ihre Intelligenz, Ausbildung, Persönlichkeit — und ist nicht nachprüfbar. Die Grenze: „Dieser Schriftsatz enthält keinen Verweis auf § 278 BGB" ist Sachkritik. „Sie kennen § 278 BGB offenbar nicht" ist Personenabwertung.

## Technik: Vom Vorwurf zum Sachverhalt

Statt die Person als inkompetent zu bezeichnen, wird das konkrete Ergebnis bewertet und auf sachliche Maßstäbe (Gesetze, Rechtsprechung, anerkannte Standards) verwiesen. Dies vermeidet den Vorwurf, schafft aber denselben sachlichen Klärungsbedarf.

## Technik: Rechtsprechungsverweis statt Urteil

Die wirksamste Form respektvoller Fachkritik ist der Verweis auf einschlägige Normen oder Rechtsprechung: Nicht „Sie liegen falsch", sondern „Nach dem Urteil des BGH vom TT.MM.JJJJ (Az. XY) ist davon auszugehen, dass..." — dieser Verweis zeigt die Abweichung auf, ohne die Person anzugreifen.

## Berufsrechtlicher Hintergrund

§ 43a Abs. 3 BRAO (Sachlichkeitsgebot), § 25 BORA (Kollegialitätsgebot). Der BGH hat in Beschlüssen zum Berufsrecht klargestellt, dass sachliche Fachkritik auch dann zulässig ist, wenn sie unangenehm für den Adressaten ist — vorausgesetzt, sie bezieht sich auf nachprüfbare Tatsachen und überschreitet nicht die Schwelle zur Schmähkritik.

## Vorher-Nachher-Tabelle

| Kompetenzangriff | Respektvolle Sachkritik |
|---|---|
| „Sie haben keine Ahnung" | „Die fachliche Einordnung erscheint mir abweichend von Rechtsprechung XY" |
| „Das ist dilettantisch" | „Die Ausführung entspricht nicht dem üblichen Standard in dieser Frage" |
| „Ihr Gutachten ist wertlos" | „Das Gutachten enthält keine Auseinandersetzung mit dem einschlägigen BGH-Urteil XY" |
| „Ihr Anwalt ist überfordert" | „Die gewählte Strategie erscheint mir in Anbetracht von XY nicht optimal" |
| „Das haben Sie falsch berechnet" | „In der Berechnung ergibt sich nach meiner Prüfung ein abweichender Wert" |
| „Sie verstehen das Gesetz nicht" | „Die Norm des § XY wird in der Fachliteratur überwiegend anders ausgelegt" |

## Ausgabeformat

Der Skill gibt aus: (1) Identifizierte Kompetenzabsprache. (2) Sachlicher Kern der Kritik. (3) Respektvolle Alternativformulierung mit Sachverhaltsbezug. (4) Ggf. geeigneter Normen- oder Rechtsprechungsverweis als Ersatz für die persönliche Bewertung.

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