klage-amtsgericht-fluggast

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Eine Klage ist ein Rechtsschriftsatz mit Konsequenzen (Gerichtskosten Streitwert-Risiko Auslagen). Vor Einreichung Beweislage prüfen — auf konkrete Vorhalt-Antworten der Airline reagieren können. Bei komplexen Fällen anwaltliche Hilfe einholen — Rechtsschutzversicherung prüfen.

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name: klage-amtsgericht-fluggast
description: Klageentwurf zum Amtsgericht in Fluggastrechtsangelegenheiten. Sachliche Zustaendigkeit § 23 Nr. 1 GVG bei Streitwert bis zehntausend Euro (i. d. F. seit 01.01.2026). Oertlich wahlweise Abflughafen oder Zielflughafen nach EuGH C-204/08 (Rehder) oder Sitz / Niederlassung der Airline § 13 ZPO. Kein Anwaltszwang vor dem Amtsgericht. Erzeugt Klageschrift Sachverhalt Antrag Begruendung mit Pinpoint EuGH-Rspr. Anlagen Beweismittel Streitwert Kostenantrag.
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# Klage zum Amtsgericht (Fluggastrechte)

## Disclaimer (Schlüsselstelle)

Eine Klage ist ein Rechtsschriftsatz mit Konsequenzen (Gerichtskosten Streitwert-Risiko Auslagen). Vor Einreichung Beweislage prüfen — auf konkrete Vorhalt-Antworten der Airline reagieren können. Bei komplexen Fällen anwaltliche Hilfe einholen — Rechtsschutzversicherung prüfen.

## Voraussetzungen

- **Schriftform** des Klageantrags (§ 253 ZPO).
- **Klagepartei** ist der Anspruchsteller (jeder Passagier eigener Anspruch — Streitgenossenschaft möglich nach § 60 ZPO).
- **Beklagte** ausführendes Luftfahrtunternehmen.
- **Streitwert** Summe der Anspruechen aller Passagiere; bis zehntausend Euro AG-Zuständigkeit.

## Sachliche Zuständigkeit

- **§ 23 Nr. 1 GVG i. d. F. seit 01.01.2026** Amtsgericht bei Streitwerten bis **zehntausend Euro**.
- Über zehntausend Euro Landgericht (§ 71 GVG).
- Bei Fluggastrechten über drei Personen mit 600-EUR-Anspruechen Schwelle erreichbar — prüfen.

## Örtliche Zuständigkeit

**EuGH, Urt. v. 09.07.2009 — C-204/08 (Rehder)**: Wahlrecht des Fluggasts. Klage kann am

- **Abflugflughafen** oder
- **Zielflughafen** der streitigen Flugstrecke

erhoben werden. Subsidiaer

- **Sitz / Niederlassung der Airline** in Deutschland (§§ 12 13 17 ZPO).

Bei Pauschalreise mit Reiseveranstalter als Beklagter zusätzlich der **Wohnsitz des Reiseveranstalters**.

## Klagestruktur

### 1. Rubrum

```
An das Amtsgericht [Ort des Abflughafens / Zielflughafens / Niederlassung]

In Sachen
  [Hauptkläger] und weitere Kläger (siehe Anlage)
  - vertreten durch [Hauptkläger] aufgrund Vollmacht
  
  gegen
  
  [Airline-Name]
  vertreten durch [gesetzlicher Vertreter / Niederlassungsleiter Deutschland]
  [Adresse]

erhebe ich Klage und beantrage:
```

### 2. Anträge

```
1. Die Beklagte wird verurteilt an den Kläger zu 1 [Name] 
   [Betrag] EUR nebst Verzugszinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem
   Basiszinssatz seit [Datum Frist erste Mahnung + 1] zu zahlen.

2. Die Beklagte wird verurteilt an den Kläger zu 2 [Name] 
   [Betrag] EUR nebst Zinsen wie zu 1.

3. Die Beklagte wird verurteilt an den Kläger zu 3 [Name minderjährig]
   vertreten durch die Erziehungsberechtigten [Name]
   [Betrag] EUR nebst Zinsen wie zu 1.

4. Die Beklagte traegt die Kosten des Rechtsstreits.

5. Das Urteil ist vorlaeufig vollstreckbar (§ 708 Nr. 11 ZPO).
```

### 3. Streitwert

```
Streitwert: [Summe der Einzelanspruechen]
```

### 4. Sachverhalt

```
1. Die Klagepartei buchte am [Datum] bei der Beklagten die Beforderung
   gemäß Buchungscode [PNR] auf dem Flug [Flugnummer] am [Datum] von
   [Abflughafen] nach [Zielflughafen] in Economy.
   Beweis: Buchungsbestätigung, Anlage K1

2. Die Klagepartei meldete sich am Tag des Flugs rechtzeitig zum
   Check-in. Sie hatte ein gültiges Ticket und alle Reisedokumente.
   Beweis: Boardingpaesse, Anlage K2

3. Der Flug wurde durch die Beklagte [annulliert / mit X Stunden
   Verspätung durchgeführt / die Befoerderung wurde verweigert].
   Beweis: Stoerungsmitteilung der Beklagten, Anlage K3

4. [Bei Annullierung mit Ersatzflug:] Die Beklagte bot Ersatzflug
   [Flugnummer] am [Datum] an, mit dem die Klagepartei das Endziel
   [X] Stunden verspätet erreichte.
   Beweis: Ersatz-Boardingpaesse, Anlage K4

5. [Falls Auslagen entstanden:] Aufgrund der Annullierung musste die
   Klagepartei [Hotel Verpflegung Telefon] in Höhe von [Y] EUR
   aufwenden.
   Beweis: Belege, Anlage K5

6. Mit Schreiben vom [Datum] forderte die Klagepartei die Beklagte
   zur Zahlung auf [Erste Stufe]; mit Schreiben vom [Datum]
   zur Zahlung nochmals [Mahnung].
   Beweis: Forderungs- und Mahnschreiben mit Einschreiben-Rückschein,
   Anlagen K6 K7

7. Die Beklagte zahlte nicht.
```

### 5. Rechtliche Würdigung

```
1. Anspruchsgrundlage: Art. 7 VO (EG) Nr. 261/2004.

2. Anwendungsbereich: Der Flug erfüllt die Voraussetzungen des Art. 3
   Abs. 1 VO 261/2004 (Abflug aus einem EU-Mitgliedstaat).

3. Tatbestand: Der Flug wurde
   [bei Annullierung] gemäß Art. 5 VO 261/2004 annulliert. Der
   urspruengliche Flug fand nicht statt; der Ersatzflug am [Datum] erfolgte
   mit gravierender Änderung.

   [bei Verspätung] Der Flug erreichte das Endziel mit [X] Stunden
   Verspätung gemäß Art. 6 VO 261/2004 iVm EuGH-Rechtsprechung Sturgeon
   C-402/07 — bei mehr als drei Stunden Verspätung am Endziel entsteht
   ein Ausgleichsanspruch wie bei Annullierung.

   [bei Anschlussflug] Maßgeblich ist die Endzielverspätung gemäß EuGH
   C-11/11 (Folkerts).

4. Distanz: Die Grosskreisdistanz [Abflug zu Endziel] betraegt [X] km.
   Dies entspricht der Stufe [1/2/3] des Art. 7 VO 261/2004.

5. Höhe des Anspruchs: [250 / 400 / 600] EUR pro Passagier;
   bei [3] Passagieren [Gesamtbetrag] EUR.

6. Keine Befreiung wegen außergewöhnlicher Umstaende (Art. 5 Abs. 3
   VO 261/2004). Die Beklagte hat sich auf [Begründung der Airline]
   berufen. Dies verfaengt aus folgenden Gründen nicht:
   
   [Bei technischem Defekt:] Technische Defekte sind nach EuGH, Urt. v.
   22.12.2008 — C-549/07 (Wallentin-Hermann), regelmäßig nicht als
   außergewöhnliche Umstaende einzuordnen, weil sie Teil der normalen
   Ausübung der Tätigkeit des Luftfahrtunternehmens sind.
   
   [Bei wildem Streik:] EuGH, Urt. v. 17.04.2018 — C-195/17 (Kruesemann),
   ein wilder Streik des eigenen Personals stellt keinen außergewöhnlichen
   Umstand dar.
   
   Die Beweislast für außergewöhnliche Umstaende und für die
   Ergreifung aller zumutbaren Maßnahmen liegt bei der Beklagten.

7. Verzug: Mit Ablauf der mit Schreiben vom [Datum] gesetzten Zahlungsfrist
   trat Verzug ein (§ 286 Abs. 1 BGB). Verzugszinsen gemäß § 288 Abs. 1
   BGB.

8. Sachliche Zuständigkeit Amtsgericht (§ 23 Nr. 1 GVG bis zehntausend
   Euro). Oertliche Zuständigkeit [Abflughafen / Zielflughafen]
   gemäß EuGH C-204/08 (Rehder).
```

### 6. Beweisangebote

```
Beweise:
  Urkundenbeweis durch beigefuegte Anlagen K1 bis K7.
  Parteivernehmung der Klagepartei zum Verlauf vor Ort.
  Im Bestreitensfall: Auskunft des Flughafens [Name] über tatsächliche
  Abflug- und Ankunftszeiten (Anregung gerichtlicher Beiziehung).
```

### 7. Anlagen

```
K1 Buchungsbestätigung
K2 Boardingpaesse
K3 Stoerungsmitteilung der Airline
K4 Ersatzboardingpaesse (sofern vorhanden)
K5 Belege zu Auslagen
K6 Forderungsschreiben vom [Datum] mit Einschreiben-Rückschein
K7 Mahnschreiben vom [Datum] mit Einschreiben-Rückschein
K8 Vollmachten der Mitreisenden
```

### 8. Unterschrift

```
[Ort, Datum]
[Name (und ggf. Initialen aller Kläger oder Vollmachtsverweis)]
```

## Anwaltszwang

- **Kein Anwaltszwang** vor dem Amtsgericht (§ 78 ZPO e contrario).
- Selbstvertretung möglich aber rechtliche Risiken vorhanden — vor Klage Skill `airline-standardausreden-pruefen` nutzen.

## Versandweg

- **Schriftlich** per Post oder zur Niederschrift.
- **Elektronisch** wenn Mandant beA/EGVP-Zugang hat — für Privatpersonen üblicherweise nicht.

## Streitgenossenschaft

- **Mehrere Passagiere** können als Streitgenossen klagen (§ 60 ZPO).
- Eine Klageschrift für alle — separate Anträge je Kläger.
- Vollmacht der Mitreisenden erforderlich (Skill `vollmacht-familienmitglieder`).

## Ausgabe

- `klage-fluggast-<datum>.docx` und PDF.
- Anlagenkonvolut (siehe nächste Sektion).
- Streitwert- und Kostenberechnung.
- Hinweis zur Gerichtswahl Abflughafen / Zielflughafen / Niederlassungssitz.

## Anlagen-Übergabe

Unmittelbar nach Erstellung der Klageschrift den Skill `fluggastrechte-anlagen-bauen` aufrufen — ohne ordnungsgemäßes Anlagenkonvolut ist die Klage nicht einreichungsfähig.

Übergabe-Schema:

```yaml
schriftsatz: klage-fluggast-<datum>.docx
rohbelege_verzeichnis: <fall>/belege/
ausgabeverzeichnis: <fall>/anlagen/
bundle: true   # Pflicht — beA verlangt geschlossenes PDF
schriftgrad_stempel: 12
schrift_stempel: Arial-Bold
bezeichnung: "Anlage K"
```

beA-Konvention:

- Anlagen werden im beA als separate PDFs eingereicht, jeweils mit Stempel oben rechts in Arial 12 FETT.
- Dateiname ohne Umlaute und ohne Leerzeichen: `Anlage_K_1.pdf`, `Anlage_K_2.pdf`, …
- Reihenfolge muss der Erwähnung im Schriftsatz entsprechen — der Skill `fluggastrechte-anlagen-bauen` erzwingt dies.
- Sammel-PDF `Schriftsatz_mit_Anlagen.pdf` zusätzlich erzeugen für eigenes Aktenexemplar.

## Hinweise

- Vor Klage bei kleineren Anspruechen Schlichtungsstelle Luftverkehr (SOEP) versuchen — kostenfrei und meist erfolgreich.
- Bei Erfolg keine Verjährungshemmung allein durch SOEP-Verfahren — Verjährungsprüfung beachten (drei Jahre § 195 BGB).

## Zentrale Anspruchsgrundlagen & Normen

- Art. 7 VO (EG) Nr. 261/2004 — Ausgleichszahlung 250/400/600 EUR je nach Distanzklasse
- Art. 5 Abs. 1 lit. c VO (EG) Nr. 261/2004 — Annullierung; Art. 6 VO — Verspaetung
- Art. 5 Abs. 3 VO (EG) Nr. 261/2004 — Befreiung nur bei aussergewoehnlichen Umstaenden (Beweislast Airline)
- § 23 Nr. 1 GVG (i.d.F. seit 01.01.2026) — sachliche Zustaendigkeit Amtsgericht bis 10.000 EUR
- §§ 12, 13, 17 ZPO — oertliche Zustaendigkeit allgemein
- § 253 ZPO — Klageerhebung Schriftform, Mindestinhalt Klageschrift
- § 60 ZPO — Streitgenossenschaft mehrerer Passagiere
- §§ 286, 288 BGB — Verzug und Verzugszinsen
- § 195, § 199 Abs. 1 BGB — Verjährung drei Jahre

## Aktuelle Rechtsprechung

- EuGH, Urt. v. 09.07.2009 — C-204/08 (Rehder), NJW 2009, 2697 — oertliche Zustaendigkeit wahlweise am Abflug- oder Zielflughafen; Art. 33 Montrealuer Uebereinkommen gilt nicht fuer VO 261/2004
- EuGH, Urt. v. 19.11.2009 — C-402/07 und C-432/07 (Sturgeon), NJW 2010, 43 — Verspaetung von drei Stunden oder mehr am Endziel begruendet Ausgleichsanspruch wie Annullierung; Gleichbehandlungsgebot
- EuGH, Urt. v. 26.02.2013 — C-11/11 (Folkerts), NJW 2013, 1291 — bei Anschlussflug massgeblich ist Verspaetung am Endziel; auch wenn einzelne Teilstrecken puenktlich
- EuGH, Urt. v. 22.12.2008 — C-549/07 (Wallentin-Hermann), NJW 2009, 347 — technische Maengel kein aussergewoehnlicher Umstand; Airline traegt vollstaendige Beweislast fuer alle zumutbaren Massnahmen
- BGH, Urt. v. 21.08.2012 — X ZR 138/11, NJW 2012, 3372 — Verjährung richtet sich nach § 195 BGB drei Jahre; keine kuerzen Sonderfristen

## Kommentarliteratur

- Staudinger/Keiler, Fluggastrechteverordnung, 5. Aufl. 2023, Art. 7 Rn. 1 ff. (Ausgleichszahlung) und Art. 5 Rn. 80 ff. (aussergewoehnliche Umstaende)
- Greger/Zwickel, Haftungsrecht des Strassenverkehrs, 6. Aufl. 2021 — Vergleich Beweislastverteilung Transportrecht
- Zöller/Schultzky, ZPO, 35. Aufl. 2024, § 60 Rn. 8 (Streitgenossenschaft Klage mehrerer Passagiere)

## Triage vor Klageerhebung

1. Schlichtung versucht? → SOEP-Verfahren erst ausschoepfen (kostenfrei); danach Klage
2. Verjährung geprueft? → drei Jahre ab Jahresende des Flugjahres (§ 195 i.V.m. § 199 BGB)
3. Streitwert berechnet? → bei > 10.000 EUR Landgericht (§ 71 GVG) + Anwaltszwang § 78 ZPO
4. Beweismittel vollstaendig? → Boardingpaesse, Buchungsbestaetigung, Stoerungsbestaetigung, Mahnschreiben
5. Richtige Beklagte? → ausfuehrendes Luftfahrtunternehmen (nicht Reiseveranstalter), Art. 2 lit. b VO 261/2004
6. Gerichtswahl getroffen? → Abflughafen / Zielflughafen nach EuGH C-204/08 (Rehder)

## Adressat & Tonfall

Adressat: Amtsgericht am gewaehlten Gerichtsstand — Tonfall sachlich-juristisch; Schriftsatz ohne Anwaltszwang trotzdem klar strukturiert nach § 253 ZPO-Mindestinhalt (Parteien, Antrag, Begruendung, Beweisangebote)

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