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name: kartellverbot-modus
description: "Prueft Marktabgrenzung im Kontext des Kartellverbots (Art 101 AEUV und Paragraf 1 GWB): Wettbewerbsbeschraenkung bezweckt oder bewirkt Single-Brand vs Inter-Brand Wettbewerb Spuerbarkeit nach Bagatellbekanntmachung und EuGH Rs C-226/11 Expedia Gruppenfreistellungsverordnungen und Einzelfreistellung."
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# Kartellverbot — Modus
## Rechtsrahmen
- Art. 101 AEUV: Verbotene wettbewerbsbeschränkende Vereinbarungen, Beschlüsse und abgestimmte Verhaltensweisen.
- § 1 GWB: Nationales Pendant zu Art. 101 AEUV.
- Art. 101 Abs. 3 AEUV: Freistellungsvoraussetzungen (Effizienzgewinne, fairer Verbraucheranteil, Unerlässlichkeit, kein Ausschalten des Wettbewerbs).
## Besonderheiten der Marktdefinition im Kartellverbot
Im Kartellverbot dient die Marktdefinition primär dazu:
1. Festzustellen, ob eine Vereinbarung **spürbare** Auswirkungen auf den Wettbewerb hat.
2. Den relevanten räumlichen Anwendungsbereich des Kartellverbots abzugrenzen (Zwischenstaatlichkeitsklausel).
### Spürbarkeit — Bagatellbekanntmachung
Unterhalb bestimmter Marktanteilsschwellen keine spürbare Wettbewerbsbeschränkung (De-Minimis-Regel):
- Horizontale Vereinbarungen: Kombinierter Marktanteil < 10 Prozent.
- Vertikale Vereinbarungen: Jeder Beteiligte < 15 Prozent.
**CAVE EuGH Rs. C-226/11 — Expedia (2012):** Bezweckte Wettbewerbsbeschränkungen sind niemals de minimis. Die Marktanteilsschwellen der Bagatellbekanntmachung gelten nur für bewirkte Beschränkungen.
## Horizontale Vereinbarungen
Marktdefinition bestimmt:
- Ob Vereinbarung zwischen Wettbewerbern (horizontal) oder zwischen verschiedenen Marktstufen (vertikal).
- Bei Horizontalvereinbarungen: Preisabsprachen, Marktaufteilung, Ausschreibungsbetrug.
**Single-Brand vs. Inter-Brand-Wettbewerb:**
- Vertikalbeschränkungen können Inter-Brand-Wettbewerb fördern, auch wenn sie Single-Brand-Wettbewerb einschränken.
- Marktdefinition muss beide Ebenen erfassen.
## Vertikale Vereinbarungen
Gruppenfreistellungsverordnung Vertikale Vereinbarungen (VO 2022/720):
- Freistellung wenn Marktanteil Lieferant und Abnehmer jeweils < 30 Prozent auf den betroffenen Märkten.
- Marktdefinition: Welcher Markt — Liefermarkt, Absatzmarkt?
## Technologietransfer-GVO (VO 316/2014)
Marktanteilsschwellen 20 Prozent (Wettbewerber) und 30 Prozent (Nicht-Wettbewerber) auf dem Technologiemarkt und dem Produktmarkt.
## Leitentscheidungen Kartellverbot
- EuGH, Urt. v. 13.12.2012 — C-226/11 (Expedia), NZKart 2013, 106 — Bezweckte Wettbewerbsbeschraenkungen nie de minimis; Bagatellbekanntmachung gilt nicht fuer Kernbeschraenkungen.
- EuGH, Urt. v. 26.11.2015 — C-345/14 (SIA Maxima Latvija), NZKart 2016, 85 — Bezweckte vs bewirkte Beschraenkung Art. 101 Abs. 1 AEUV; Auslegung nach wirtschaftlichem und rechtlichem Kontext.
- BGH, Urt. v. 26.06.2018 — KZR 47/16, WuW 2018, 460 — § 1 GWB Kartellverbot; Informationsaustausch zwischen Wettbewerbern; Beweis abgestimmten Verhaltens.
- EuGH, Urt. v. 23.11.2006 — C-238/05 (Asnef-Equifax), Slg. 2006, I-11125 — Informationsaustausch Kreditauskunfteien; horizontale Vereinbarung; Marktanteilsschwellen Spuerbarkeit.
## Kommentarliteratur
- Bechtold/Bosch GWB § 1 Rn. 1-80 (Kartellverbot, horizontale und vertikale Vereinbarungen)
- Mestmaecker/Schweitzer Europaeisches Wettbewerbsrecht Art. 101 AEUV Rn. 1-100 (systematischer Kommentar)
## Prüfprotokoll Kartellverbot
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Verbotsgegenstand: [Preisabsprache / Marktaufteilung / Vertikalbeschränkung / andere]
Vereinbarungstyp: [horizontal / vertikal / gemischt]
Marktanteil: [%]
Bezweckt?: [ja → Spürbarkeit irrelevant / nein]
Spürbar (De-Minimis)?: [ja / nein]
GVO anwendbar?: [ja → VO-Nummer / nein]
Art. 101 Abs. 3 Freistellung: [prüfen / nicht relevant]
Ergebnis: [verboten / freigestellt / zweifelhaft]
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