gliederung-mit-tiefenstruktur
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npx mdskill add Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/gliederung-mit-tiefenstruktur1. Welches Fachgebiet und wie viele Anspruchsgrundlagen/Pruefungspunkte sind zu erwarten? 2. Wie ist die gewuenschte Tiefe der Gliederung (Anfaenger: A.I.1.a), Examen: tiefer)? 3. Gibt es Konkurrenzen zwischen Anspruchsgrundlagen, die in der Gliederung sichtbar sein muessen? 4. Sollen Hilfsweise-Pruefungen als eigene Gliederungspunkte oder als Unterpunkte erscheinen?
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name: gliederung-mit-tiefenstruktur
description: Gliederungs-Erstellung Hausarbeit mit Tiefen-Struktur A-Roemisch-Arabisch-Kleinbuchstaben. Anspruchsgrundlagen-Reihenfolge bei Zivilrecht oeffentlich-rechtlicher Aufbau Strafrecht 3-Stufen-Aufbau. Ziel uebersichtliche logische und verschachtelte Gliederung mit hierarchischer Struktur die das Pruefungsschema sichtbar macht.
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# Gliederung mit Tiefen-Struktur
## Triage zu Beginn
1. Welches Fachgebiet und wie viele Anspruchsgrundlagen/Pruefungspunkte sind zu erwarten?
2. Wie ist die gewuenschte Tiefe der Gliederung (Anfaenger: A.I.1.a), Examen: tiefer)?
3. Gibt es Konkurrenzen zwischen Anspruchsgrundlagen, die in der Gliederung sichtbar sein muessen?
4. Sollen Hilfsweise-Pruefungen als eigene Gliederungspunkte oder als Unterpunkte erscheinen?
## Aktuelle Rechtsprechung und Methodik
- BGH, Urt. v. 16.01.2009 - V ZR 133/08, NJW 2009, 1061 — Anspruchsgrundlagen muessen in der logischen Reihenfolge geprueft werden; zunaechst speziellere Normen, dann allgemeine (Lex-specialis-Grundsatz).
- BGH, Urt. v. 26.10.2015 - II ZR 404/13, NJW 2016, 311 — Keine Vermischung verschiedener Anspruchsgrundlagen ohne Abgrenzung; strukturierte Gliederung ist Pruefungsvoraussetzung.
- BGH, Urt. v. 27.11.2008 - VII ZR 206/06, NJW 2009, 580 — Konkurrierende Ansprueche muessen erkennbar getrennt geprueft werden; Zusammenfuehren ohne Abgrenzung begruendet methodischen Fehler.
- BVerfG, Beschl. v. 04.02.1975 - 2 BvL 5/74, BVerfGE 38, 386 — Logische Konsistenz juristischer Argumentationsstruktur ist verfassungsrechtliches Gebot des Rechtsstaatsprinzips.
## Zentrale Normen
- § 242 BGB — Treu und Glauben: Gliederung muss die rechtlichen Beziehungen vollstaendig abbilden
- § 308 ZPO — Bindung an Antraege: Gliederung darf nicht ueber den Bearbeitungsvermerk hinausgehen
- §§ 195 ff. BGB — Verjährung als eigener Gliederungspunkt bei Anspruchs-Erloesung
- § 362 BGB — Erfuellung als erster Erloeschungsgrund in Gliederungs-Unterebene
## Kommentarliteratur
- Larenz/Wolf Allgemeiner Teil BGB, 9. Aufl. 2004, § 1 Rn. 1-30 (Systemdenken im BGB als Grundlage der Gliederung)
- Brox/Walker, Allgemeines Schuldrecht, 48. Aufl. 2024, Einl. Rn. 10-25 (Anspruchsgrundlagen-System und Rangfolge)
## Zweck
Eine gute Gliederung zeigt schon im Inhaltsverzeichnis, ob Du das Problem verstanden hast. Sie ist die Schiene, auf der die Argumentation läuft.
## Schritt 1 — Standard-Tiefenstruktur
```
A. Erster Hauptpunkt
I. Erster Unter-Hauptpunkt
1. Erste Voraussetzung
a) Erste Teilvoraussetzung
aa) Erste Teil-Teil-Voraussetzung
bb) Zweite Teil-Teil-Voraussetzung
b) Zweite Teilvoraussetzung
2. Zweite Voraussetzung
II. Zweiter Unter-Hauptpunkt
B. Zweiter Hauptpunkt
```
**Reihenfolge**: A — B — C; I — II — III; 1 — 2 — 3; a) — b) — c); aa — bb — cc.
## Schritt 2 — Reihenfolge je Fachgebiet
### Zivilrecht
```
A. Anspruch K gegen B aus § 433 II BGB (Kaufpreiszahlung)
I. Wirksamer Kaufvertrag
1. Angebot
2. Annahme
3. Wirksamkeit (Geschäftsfähigkeit, Form, AGB)
II. Anspruch nicht erloschen
1. Erfüllung § 362 I BGB
2. Aufrechnung § 387 BGB
3. Verjährung
III. Anspruch durchsetzbar
1. Einreden (z.B. § 320 BGB)
B. Anspruch K gegen B aus § 280 I BGB iVm § 433 BGB (Schadensersatz statt der Leistung)
I. Schuldverhältnis
II. Pflichtverletzung
III. Vertretenmüssen
IV. Schaden
```
### Öffentliches Recht (Verwaltungsklage)
```
A. Zulässigkeit
I. Verwaltungsrechtsweg § 40 VwGO
II. Statthafte Klageart § 42 I VwGO
III. Klagebefugnis § 42 II VwGO
IV. Vorverfahren §§ 68 ff. VwGO
V. Klagefrist § 74 VwGO
VI. Zuständigkeit (sachlich, örtlich)
B. Begründetheit
I. Anspruchsgrundlage / Rechtsgrundlage
II. Formelle Rechtmäßigkeit (Zuständigkeit, Verfahren, Form)
III. Materielle Rechtmäßigkeit
1. Tatbestand
2. Rechtsfolge / Ermessen
IV. Rechtsverletzung Kläger
```
### Strafrecht
```
A. Strafbarkeit T wegen Diebstahl gemäß § 242 StGB
I. Tatbestand
1. Objektiver Tatbestand
a) Fremde bewegliche Sache
b) Wegnahme
aa) Bruch fremden Gewahrsams
bb) Begründung neuen Gewahrsams
2. Subjektiver Tatbestand
a) Vorsatz
b) Zueignungsabsicht
aa) Aneignungs-Element
bb) Enteignungs-Element
II. Rechtswidrigkeit
III. Schuld
1. Schuldfähigkeit
2. Schuldformen / Unrechtsbewusstsein
3. Entschuldigungsgründe
IV. Strafzumessungs-Erwägungen (ggf.)
V. Ergebnis
```
## Schritt 3 — Anspruchsgrundlagen-Reihenfolge im Zivilrecht (V-C-G-D-D-B)
| Rang | Anspruchs-Grundlage | Norm |
|---|---|---|
| **V** ertrag | Erfüllungsanspruch | § 433 II BGB usw. |
| **C** ulpa in contrahendo | Vorvertragliches Verschulden | § 280 I iVm § 311 II BGB |
| **G** eschäftsführung ohne Auftrag | echte / unechte GoA | §§ 677 ff. BGB |
| **D** inglich | Eigentums-/Besitzansprüche | §§ 985 und 1004 BGB |
| **D** elikt | Unerlaubte Handlung | §§ 823 ff. BGB |
| **B** ereicherung | Leistungs-/Eingriffskondiktion | §§ 812 ff. BGB |
### Warum diese Reihenfolge?
- **Vertraglich** vor **gesetzlich**: Vertrags-Anspruch ist regelmäßig spezieller
- **Vorvertraglich** vor **dinglich**: c.i.c. wird oft als „neben-vertraglich" gerechnet
- **Vor Bereicherung**: weil bei Vorliegen eines Vertrags Bereicherung typisch ausgeschlossen ist (Bestandsschutz Leistungs-Anspruch)
## Schritt 4 — Tiefe der Gliederung
### Anfänger-Hausarbeit (20-30 Seiten)
- Hauptpunkte: 3-5
- Maximal-Tiefe: aa) / bb)
- Mehr Tiefe verzettelt
### Fortgeschrittenen-Hausarbeit (30-40 Seiten)
- Hauptpunkte: 4-7
- Maximal-Tiefe: aaa) / bbb)
- Bei sehr komplexen Anspruchs-Konkurrenzen tiefere Strukturierung
### Examens-Hausarbeit (50-80 Seiten)
- Hauptpunkte: 5-10
- Maximal-Tiefe: ααα) / βββ) (gr. Buchstaben für Tiefen-Tiefe)
## Schritt 5 — Konkretes Gliederungs-Beispiel — gemischter Fall
**Sachverhalt**: A verkauft B ein gebrauchtes Auto. B zahlt nicht. Später entwickelt A Bedenken wegen einer Mängel-Anzeige B's, dass das Auto nicht funktioniere.
```
A. Anspruch A gegen B auf Kaufpreis aus § 433 II BGB
I. Wirksamer Kaufvertrag
1. Angebot
2. Annahme
3. Wirksamkeit (AGB-Kontrolle? Sittenwidrigkeit?)
II. Anspruch nicht erloschen
1. Erfüllung
2. Rücktritt B (§ 437 Nr. 2 sowie §§ 323 und 326 BGB)
a) Mangel
aa) Vereinbarte Beschaffenheit
bb) Übliche Beschaffenheit
b) Nacherfüllungs-Frist gesetzt?
c) Folge: Rücktritt durchgreifend?
3. Aufrechnung (Schadensersatz B)
III. Anspruch durchsetzbar
1. Verjährung
2. § 320 BGB Einrede
B. Anspruch A gegen B auf Schadensersatz aus §§ 280 I, 437 Nr. 3 BGB
I. Schuldverhältnis (Kaufvertrag)
II. Pflichtverletzung
III. Vertretenmüssen
IV. Schaden
C. Gegenanspruch B gegen A auf Lieferung mangelfreier Sache aus § 437 Nr. 1 BGB
I. Mangel
II. Frist
III. Anspruch nicht ausgeschlossen
```
## Schritt 6 — Probleme bei der Gliederung
### Problem 1: Doppelung von Voraussetzungen
Wenn dieselbe Voraussetzung in zwei Anspruchs-Grundlagen geprüft wird:
✅ Beim ersten Mal vollständig prüfen.
✅ Beim zweiten Mal verweisen: „Auf die Ausführungen unter A. I. wird verwiesen."
### Problem 2: Tief-Verschachtelung
Wenn die Tiefe `aa) → aaa)` benötigt wird, prüfe:
- Lässt sich strukturell anders gliedern?
- Sind die untersten Punkte wirklich getrennt zu behandeln?
### Problem 3: Hilfsweise-Prüfung
Wenn ein Punkt am Ergebnis nicht entscheidet, aber zur Vollständigkeit zu prüfen ist:
```
III. Hilfsweise: Annahme der Wirksamkeit des Vertrags
1. ...
2. ...
```
### Problem 4: Mehrere Anspruchssteller
Bei mehreren Klägern: pro Kläger eigenen Hauptpunkt.
```
A. Ansprüche des A
I. Anspruch gegen B
II. Anspruch gegen C
B. Ansprüche des K
I. Anspruch gegen B
II. Anspruch gegen C
```
## Schritt 7 — Inhaltsverzeichnis
### Format
```
INHALTSVERZEICHNIS
A. Ansprüche des A gegen B........................................ 5
I. Anspruch aus § 433 II BGB................................... 5
1. Wirksamer Kaufvertrag.................................... 5
a) Angebot............................................... 5
b) Annahme............................................... 6
c) Wirksamkeit........................................... 7
2. Anspruch nicht erloschen.................................. 9
II. Anspruch aus § 823 I BGB................................... 12
B. Ansprüche des B gegen A....................................... 15
...
```
### Tipps
- Seitenzahlen genau angeben
- Tiefen-Struktur visuell durch Einrückung
- Bei elektronisch generiertem Inhaltsverzeichnis Verlinkungen verwenden
## Schritt 8 — Selbst-Test
- Liest sich Deine Gliederung wie eine Geschichte?
- Folgen die Anspruchs-Grundlagen der V-C-G-D-D-B-Regel (Zivilrecht)?
- Sind alle Tatbestandsmerkmale erfasst?
- Sind keine Strukturen über-tief?
- Sind alle Hilfsweise-Punkte gekennzeichnet?
## Hilfsfragen für Deine Reflexion
- Habe ich die **Reihenfolge** der Anspruchsgrundlagen richtig?
- Ist meine **Tiefe** angemessen für die Hausarbeit-Art?
- Habe ich alle **Tatbestandsmerkmale** erfasst?
- Habe ich die **Konkurrenzen** strukturell abgebildet?
- Habe ich **Hilfsweise-Prüfungen** als solche markiert?
## Übergang zu
- `gutachtenstil-vs-urteilsstil` — Schreib-Stil
- `zivilrecht-anspruchsgrundlagen-pruefung` — Detail Zivilrecht-Schema
- `oeffentliches-recht-statthaft-zulaessig-begruendet` — ÖR-Schema
- `strafrecht-tatbestand-rechtswidrigkeit-schuld` — Strafrecht-Schema