gesellschaftsgruender-ug-vorbereitung

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1. Verfügbares Startkapital: Unter 5.000 EUR → UG sinnvoll. Über 10.000 EUR → GmbH prüfen. 2. Ist Investoren-Aufnahme in den nächsten 24 Monaten wahrscheinlich? Manche Investoren und Förderprogramme verlangen GmbH als Voraussetzung. 3. Soll eine Sacheinlage eingebracht werden? Bei UG ausgeschlossen (§ 5a Abs. 2 S. 1 GmbHG). 4. Ist die Gesellschaft B2B-Auftritte gegenüber Großunternehmen oder Banken geplant? UG hat oft Kreditnachteile und Reputationsrisiken. 5. Wieviele Gesellschafter und Geschäftsführer? Bis zu 3 Gesellschafter + 1 GF: Musterprotokoll möglich. 6. Ist Thesaurierungspflicht (25 % Jahresgewinn) finanziell tragbar bis zum Erreichen von 25.000 EUR Stammkapital?

SKILL.md

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name: gesellschaftsgruender-ug-vorbereitung
description: "UG-Gruendung haftungsbeschraenkt: Mini-GmbH Paragraf 5a GmbHG. Mindestkapital 1 EUR Thesaurierungspflicht 25 Prozent Jahresgewinn Paragraf 5a III GmbHG. Nur Bareinlage. Umwandlung in GmbH bei 25000 EUR. Vor- und Nachteile gegenueber GmbH. Notar-Checkliste und Pruefschema."
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# UG-Vorbereitung (Unternehmergesellschaft haftungsbeschränkt)

## Triage — kläre vor der Entscheidung UG vs. GmbH

1. Verfügbares Startkapital: Unter 5.000 EUR → UG sinnvoll. Über 10.000 EUR → GmbH prüfen.
2. Ist Investoren-Aufnahme in den nächsten 24 Monaten wahrscheinlich? Manche Investoren und Förderprogramme verlangen GmbH als Voraussetzung.
3. Soll eine Sacheinlage eingebracht werden? Bei UG ausgeschlossen (§ 5a Abs. 2 S. 1 GmbHG).
4. Ist die Gesellschaft B2B-Auftritte gegenüber Großunternehmen oder Banken geplant? UG hat oft Kreditnachteile und Reputationsrisiken.
5. Wieviele Gesellschafter und Geschäftsführer? Bis zu 3 Gesellschafter + 1 GF: Musterprotokoll möglich.
6. Ist Thesaurierungspflicht (25 % Jahresgewinn) finanziell tragbar bis zum Erreichen von 25.000 EUR Stammkapital?

## Zentrale Normen

- **§ 5a GmbHG** — UG als GmbH-Sondervariante; Mindestkapital 1 EUR; Bareinlage zwingend; Sacheinlage ausgeschlossen.
- **§ 5a Abs. 3 GmbHG** — Thesaurierungspflicht: 25 % des Jahresergebnisses in gesetzliche Rücklage bis 25.000 EUR Stammkapital.
- **§ 5a Abs. 5 GmbHG** — Umfirmierung zur GmbH nach Erreichen von 25.000 EUR.
- **§ 7 GmbHG** — Einzahlungspflicht vor Anmeldung: vollständige Bareinlage.
- **§ 7a SGB IV** — Statusfeststellungsverfahren für GF (Sozialversicherungspflicht).
- **§§ 2, 2a GmbHG** — Musterprotokoll bei Standardgründung.

## Aktuelle Rechtsprechung

- BGH, Urt. v. 11.02.2008 - II ZR 171/06, NJW 2008, 1589 Rn. 10 — Vorbelastungshaftung gilt auch für UG; Gesellschafter haften für Verbindlichkeiten zwischen Beurkundung und Eintragung anteilig nach Stammkapitalquote.
- BSG, Urt. v. 29.08.2012 - B 12 KR 25/10 R, BSGE 111, 257 — GmbH-GF mit Mehrheitsbeteiligung ist regelmäßig sozialversicherungsfrei; Minderheits-GF ohne maßgeblichen Einfluss ist sozialversicherungspflichtig.
- BGH, Urt. v. 24.10.2005 - II ZR 129/04, BGHZ 164, 336 — Haftung des Strohmann-GF: wer formell eingetragen ist, haftet nach § 43 GmbHG auch wenn er nur auf Weisung handelt.
- OLG Frankfurt, Beschl. v. 14.06.2012 - 20 W 235/12, GmbHR 2012, 989 — Firmenbildung UG: Firmenzusatz "UG (haftungsbeschränkt)" zwingend; "GmbH" vor Umfirmierung unzulässig.

## Kommentarliteratur

- Scholz/Emmerich, GmbHG, § 5a Rn. 1-40 (UG-Sondervorschriften, Thesaurierung, Umfirmierung)
- Baumbach/Hueck, GmbHG, § 5a Rn. 1-25 (Vor- und Nachteile, Praxishinweise)
- Lutter/Hommelhoff, GmbHG, § 5a Rn. 1-20 (UG-Besonderheiten)

## UG vs. GmbH Vergleichsmatrix

| Merkmal | UG (haftungsbeschränkt) | GmbH |
|---|---|---|
| Mindestkapital | 1 EUR | 25.000 EUR |
| Mindesteinzahlung vor Anmeldung | Vollständig (§ 7 GmbHG) | 12.500 EUR (§ 7 Abs. 2 GmbHG) |
| Sacheinlage | Ausgeschlossen (§ 5a Abs. 2) | Möglich (mit Sachgründungsbericht) |
| Thesaurierungspflicht | 25 % Jahresgewinn bis 25.000 EUR | Keine |
| Firmenzusatz | "UG (haftungsbeschränkt)" zwingend | "GmbH" |
| Notarkosten (Musterprotokoll) | ca. 250-450 EUR | ca. 400-600 EUR |
| Investoren-Akzeptanz | Eingeschränkt | Standard |
| Bankkredit | Erschwerter Zugang | Normal |
| Umwandlung | In GmbH ab 25.000 EUR möglich | — |
| Reputation | "Mini-GmbH"-Konnotation | Etabliert |

## Thesaurierungspflicht Rechenbeispiel

| Jahresgewinn | Thesaurierung 25 % | Entnahmefähig | Kumulierte Rücklage |
|---|---|---|---|
| Jahr 1: 10.000 EUR | 2.500 EUR | 7.500 EUR | 2.500 EUR |
| Jahr 2: 20.000 EUR | 5.000 EUR | 15.000 EUR | 7.500 EUR |
| Jahr 3: 30.000 EUR | 7.500 EUR | 22.500 EUR | 15.000 EUR |
| Jahr 4: 40.000 EUR | 10.000 EUR | 30.000 EUR | 25.000 EUR → Umfirmierung möglich |

## Schritt-für-Schritt-Workflow

1. **UG vs. GmbH-Entscheidung** — Triage-Fragen beantworten; Vergleichsmatrix prüfen.
2. **Stammkapital festlegen** — Mindestens ausreichend für Gründungskosten (Notar ca. 300-500 EUR); Empfehlung: 500-2.500 EUR.
3. **Firmenname** — IHK-Vorprüfung; HR-Recherche; Firmenzusatz "UG (haftungsbeschränkt)" zwingend.
4. **Gesellschafterstruktur** — Quoten; max. 3 Gesellschafter für Musterprotokoll.
5. **Musterprotokoll oder individuelle Satzung** — bei UG meist Musterprotokoll ausreichend.
6. **Notartermin** — alle Gesellschafter und GF anwesend oder bevollmächtigt.
7. **Einzahlung** — vollständige Bareinlage vor Anmeldung auf UG-Bankkonto.
8. **HR-Anmeldung** — Notar reicht ein; ca. 2-4 Wochen bis Eintragung.
9. **Folgeakte** — Gewerbeanmeldung; Steuererfassungsbogen; Transparenzregister; GF-Anstellungsvertrag.
10. **Thesaurierungs-Monitoring** — Jahresabschluss: 25 % Pflichteinstellung überwachen.
11. **Umfirmierungs-Planung** — bei Erreichen von 25.000 EUR Rücklage: Satzungsänderung, Notar, HR-Anmeldung.

## Output-Template Checkliste UG-Gründung

**Adressat:** Gründer / Mandant — Tonfall verständlich-erklärend
```
CHECKLISTE UG-GRÜNDUNG
Mandant: [Name(n) der Gründer]
Firma (geplant): [Firmenname] UG (haftungsbeschränkt)
Notartermin: [Datum, Uhrzeit, Ort]
Stammkapital: [EUR]

VOR DEM TERMIN
[ ] Personalausweis / Reisepass — alle Gesellschafter + GF
[ ] Firmenvorprüfung abgeschlossen (IHK oder eigene Recherche)
[ ] Bankverbindung für UG-Konto: [Bank], Konto wird nach Beurkundung eröffnet
[ ] Stammkapital bereit für sofortige Einzahlung: [EUR]
[ ] Gesellschafterstruktur final: [Gesellschafter 1] [%], [Gesellschafter 2] [%]
[ ] GF-Name und Vertretungsart festgelegt

NACH BEURKUNDUNG
[ ] Bareinlage vollständig einzahlen bis: [Datum]
[ ] Einzahlungsbeleg an Notar bis: [Datum]
[ ] HR-Eintragung abwarten (ca. 2-4 Wochen)
[ ] Gewerbeanmeldung: [zuständiges Amt]
[ ] Steuererfassungsbogen: Finanzamt [ORT]
[ ] Transparenzregister: wirtschaftlich Berechtigte eintragen
[ ] GF-Anstellungsvertrag abschließen

THESAURIERUNGS-PLAN
Jahresabschluss: 25 % des Jahresgewinns in gesetzliche Rücklage einzustellen
Zielkapital für Umfirmierung: 25.000 EUR
Geschätzte Dauer bis Umfirmierung: ca. [X] Jahre
```

## Rote Schwellen

- Sacheinlage bei UG geplant → nicht zulässig (§ 5a Abs. 2 GmbHG); Bargründung zwingend.
- Stammkapital von 1 EUR — Gründungskosten überschreiten sofort das Kapital → Überschuldung ab Beurkundung; Mindestens 300-500 EUR einplanen.
- Firmenzusatz "GmbH" vor Umfirmierung verwendet → irreführend; unzulässig; ggf. abmahnungsfähig.
- Einzahlung nicht vollständig vor Anmeldung → Anmeldevoraussetzung nicht erfüllt; persönliche GF-Haftung.
- Investor fordert GmbH als Voraussetzung → Umfirmierung einplanen; Kosten und Zeitaufwand berücksichtigen.

## Quellen und Vertiefung

- §§ 5a, 7, 53 GmbHG (UG-Sondervorschriften)
- § 7a SGB IV (Statusfeststellungsverfahren)
- BGH II ZR 171/06, NJW 2008, 1589 (Vorbelastungshaftung)
- BSG B 12 KR 25/10 R, BSGE 111, 257 (SV-Status GF)
- Scholz/Emmerich, GmbHG, § 5a Rn. 1-40

## Übergabe an andere Skills

- `gesellschaftsgruender-notar-vorbereitung` — Notarsitzung vorbereiten
- `gesellschaftsgruender-stammkapital-einzahlung` — Einzahlungsnachweis
- `gesellschaftsgruender-handelsregister-anmeldung` — HR-Eintragungsablauf
- `gesellschaftsgruender-online-gruendung-dirug` — DiRUG-Online-Gründung (UG zulässig)
- `gesellschaftsgruender-gf-sozialversicherungs-status` — SV-Status des GF prüfen
- `gesellschaftsgruender-gmbh-vorbereitung` — bei Umfirmierung zur GmbH

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