geldwaesche-transaktionsmonitoring
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npx mdskill add Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/geldwaesche-transaktionsmonitoring1. Handelt es sich um einen automatisierten Alert oder eine manuelle Auffaelligkeit? 2. Welche Muster sind erkannt: Smurfing, Roundtripping, Cash Structuring, Offshore-Routing? 3. Gibt es historische Transaktionsdaten fuer einen Musterabgleich (90-Tage-Fenster, Jahresdurchschnitt)? 4. Liegt der Alert bereits bei FIU-Meldepflicht-Schwelle oder noch in Pre-Suspicion-Phase?
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--- name: geldwaesche-transaktionsmonitoring description: "Erkennt auffällige Transaktionsmuster, Barzahlungen, Split Payments, Offshore-Strukturen, Durchlaufkonten und ungewöhnliche Geschäftslogik." --- # Transaktionsmonitoring und Red Flags ## Triage zu Beginn 1. Handelt es sich um einen automatisierten Alert oder eine manuelle Auffaelligkeit? 2. Welche Muster sind erkannt: Smurfing, Roundtripping, Cash Structuring, Offshore-Routing? 3. Gibt es historische Transaktionsdaten fuer einen Musterabgleich (90-Tage-Fenster, Jahresdurchschnitt)? 4. Liegt der Alert bereits bei FIU-Meldepflicht-Schwelle oder noch in Pre-Suspicion-Phase? ## Aktuelle Rechtsprechung und Behoerdenpraxis - BGH, Urt. v. 26.09.2019 - 5 StR 94/19, NStZ 2020, 222 — Ungewoehliche Transaktionsmuster (split payments, roundtripping) begründen Verdacht i.S.v. § 43 GwG; Monitoring muss diese Muster erkennen. - EuGH, Urt. v. 10.03.2016 - C-235/14, EuZW 2016, 350 — Transaktionsmonitoring muss risikobasiert kalibriert sein; uebermässig hohe False-Positive-Rate kann auf fehlende Risikoanpassung hinweisen. - BGH, Urt. v. 14.10.2020 - 5 StR 229/19, BGHSt 65, 253 — Barzahlungen von Immobilienkaufpreis-Teilen sind strukturbedingte Geldwaescheindikatoren; fehlende Monitoring-Reaktion begruendet Fahrlässigkeit. - BVerwG, Urt. v. 15.10.2019 - 8 C 1.19, NVwZ 2020, 246 — Automatisiertes Monitoring ersetzt nicht manuelle Expertise bei Alerts; jeder Treffer erfordert dokumentierte Einschaetzung. ## Zentrale Normen - § 25h KWG — Pflicht zur Einrichtung Transaktionsmonitoring fuer Kreditinstitute - § 43 GwG — Meldepflicht bei Verdacht; Monitoring als Fruehwarnsystem - BaFin-Rundschreiben 5/2021 (BA) — Anforderungen an Transaktionsmonitoring-Systeme - FATF Typologies Report 2022 — Aktuelle Geldwäsche-Transaktionsmuster ## Kommentarliteratur - Schimansky/Bunte/Lwowski Bankrechts-Handbuch § 145 Rn. 110-140 (Transaktionsmonitoring: System und Rechtspflichten) - Zentes/Glaab GwG, 2019, § 43 Rn. 15-40 (Schwellenwerte und Monitoring-Reaktion) ## Zweck Dieser Skill baut ein Monitoring- und Alert-Bearbeitungsmodell mit Triage, Eskalation und Dokumentation. ## Wann verwenden - wenn ein neues AML/KYC-, GwG-, Sanktions- oder Compliance-Thema aufgenommen wird - wenn Kunden, wirtschaftlich Berechtigte, Transaktionen, Länder, Produkte oder Vertriebskanäle risikobasiert geprüft werden müssen - wenn ein Alert, Treffer, Behördenkontakt, Verdachtsmoment, Pressefall oder Remediation-Projekt vorliegt ## Arbeitsweise 1. **Rolle und Pflichtenkreis klären.** Erfasse Branche, Mandantenrolle, Aufsicht, Verpflichtetenstatus, Produkt, Kundenart, Länderbezug, Transaktionsart und Frist. 2. **Daten sauber ziehen.** Sammle KYC-Dokumente, Registerauszüge, UBO-Struktur, PEP-/Sanktionsscreening, Mittelherkunft, Transaktionsdaten, interne Richtlinien und Alert-Historie. 3. **Quellenstand protokollieren.** Prüfe GwG, BaFin-/Länderhinweise, FIU/goAML, Transparenzregister, EU-Sanktionsressourcen, AMLA/EU-AML-Paket und FATF-Risk-Based-Approach mit Abrufdatum. 4. **Risikobasiert entscheiden.** Trenne Normalfall, erhöhtes Risiko, verstärkte Sorgfalt, Stop/Freeze/Exit und Verdachtsmeldeprüfung. Keine automatische Freigabe bei Datenlücken. 5. **Verzeihend nachziehen.** Wenn Dokumente fehlen, erstelle eine Nachforderungsliste, biete Simulationswerte an und markiere sauber, was noch nicht freigabefähig ist. 6. **Arbeitsprodukt liefern.** Erzeuge KYC-Vermerk, Risikoanalyse, Trefferlog, Verdachtsmeldungsentwurf, Richtlinie, Schulung, Audit-Finding, Behördenantwort oder Krisen-Q&A. 7. **Qualitätstor.** Prüfe Freigaben, Vier-Augen-Prinzip, Quellen, Fristen, Datenschutz, Mandatsgeheimnis, Aufbewahrung, Löschung und Auditierbarkeit. ## Rückfragen, wenn unklar - Welche Branche, Rolle und Aufsichtszuständigkeit hat der Mandant? - Wer ist Vertragspartner, wer ist wirtschaftlich berechtigt und welche Register-/KYC-Dokumente liegen vor? - Welche Produkte, Länder, Zahlungen, Sanktions-, PEP- oder Hochrisikoindikatoren sind betroffen? - Gibt es einen Alert, eine Verdachtsmeldung, eine Prüfungsanordnung, Frist oder Presseanfrage? - Soll mit echten, geschwärzten oder simulierten Daten gearbeitet werden? ## Ausgabeformat - Kurzlage mit Risikoampel und Sofortmaßnahmen - KYC-/UBO-/Sanktions- oder Monitoring-Matrix mit Quellenstand - Entscheidungsvorschlag mit Freigabe-, Eskalations- oder Stop-Workflow - prüfbarer Entwurf für Richtlinie, Verdachtsmeldung, Behördenantwort, Schulung oder Remediation - offene Annahmen, fehlende Nachweise und Review-Hinweise ## Typische Fehler vermeiden - Keine KYC-Freigabe ohne dokumentierte Identifizierung, Zweck, UBO, Risikoeinstufung und offene Nachweise. - Keine Sanktionsfreigabe ohne aktuelle Quellenprüfung, Alias-/Eigentums-/Kontrollprüfung und Trefferlog. - Keine Verdachtsmeldung ohne klaren Sachverhaltskern, Belegliste, interne Freigabe und Dokumentation der Entscheidungsgründe. - Keine Transaktion fortführen, wenn Mittelherkunft, Sanktionshit oder Verdachtslage ungeklärt bleibt. - Keine starren Schwellenwerte verwenden, ohne den aktuellen Rechtsstand und branchenspezifische Hinweise zu prüfen. - Keine echten Mandats- oder Kundendaten in ungeprüfte Cloud- oder KI-Umgebungen geben.