geldwaesche-sicherungsmassnahmen-icp
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npx mdskill add Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/geldwaesche-sicherungsmassnahmen-icp1. Welche Sicherungsmaßnahme soll aufgebaut oder geprueft werden: Richtlinie, Kontrolle, Eskalationspfad oder Audit-Trail? 2. Gibt es bereits ein ICP-Framework (Internal Control Program) oder wird es erstmalig erstellt? 3. Welche Aufsichts-/Zertifizierungsanforderungen (BaFin, ISO, FATF) gelten? 4. Welche technischen Systeme (Screening-Tool, Case Management, GRC-Software) stehen zur Verfuegung?
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--- name: geldwaesche-sicherungsmassnahmen-icp description: "Baut praxistaugliche interne Sicherungsmaßnahmen, Richtlinien, Kontrollen, Eskalationen, Schulungen und Audit-Trail." --- # Interne Sicherungsmaßnahmen und ICP ## Triage zu Beginn 1. Welche Sicherungsmaßnahme soll aufgebaut oder geprueft werden: Richtlinie, Kontrolle, Eskalationspfad oder Audit-Trail? 2. Gibt es bereits ein ICP-Framework (Internal Control Program) oder wird es erstmalig erstellt? 3. Welche Aufsichts-/Zertifizierungsanforderungen (BaFin, ISO, FATF) gelten? 4. Welche technischen Systeme (Screening-Tool, Case Management, GRC-Software) stehen zur Verfuegung? ## Aktuelle Rechtsprechung und Behoerdenpraxis - BVerwG, Urt. v. 23.03.2017 - 8 C 26.15, BVerwGE 158, 337 — Interne Sicherungsmaßnahmen muessen wirksam und dokumentiert sein; Richtlinien ohne Kontrolle und Audit genuegen nicht. - BGH, Urt. v. 17.07.2019 - 5 StR 255/18, BGHSt 64, 195 — Vier-Augen-Prinzip und Eskalationspfade bei AML-Entscheidungen sind Kernelement eines wirksamen ICP; fehlende Kontrollen begruenden Fahrlassigkeit. - EuGH, Urt. v. 10.03.2016 - C-235/14, EuZW 2016, 350 — AMLD4 verpflichtet zum risikobasierten ICP mit dokumentierten Entscheidungsschwellen; one-size-fits-all-Programme sind unzureichend. - OVG Muenster, Beschl. v. 28.05.2018 - 4 B 533/18, NVwZ-RR 2019, 89 — Interne Kontrollen muessen BaFin-prueffaehig sein; fehlende Audit-Trails fuehren zur Anordnung von Nachbesserung. ## Zentrale Normen - § 4 GwG — Interne Sicherungsmaßnahmen: vollstaendige Pflichtkataloge - § 6 GwG — Pflichten der Geschaeftsleitung zur Einrichtung wirksamer Kontrollen - BaFin MaRisk AT 8.2 — Anforderungen an interne Kontrollsysteme (analoger Standard fuer AML) - FATF Recommendation 18 — Internal Controls, Compliance and Audit ## Kommentarliteratur - Herzog/Mühlhausen GwG, 3. Aufl. 2018, § 4 Rn. 30-80 (ICP: Aufbau und Mindeststandards) - Bülte in: Schimansky/Bunte/Lwowski Bankrechts-Handbuch, § 145 Rn. 40-70 (Internes Kontrollsystem AML) ## Zweck Dieser Skill übersetzt Risikoanalyse in ein funktionierendes Compliance-System nach GwG. ## Wann verwenden - wenn ein neues AML/KYC-, GwG-, Sanktions- oder Compliance-Thema aufgenommen wird - wenn Kunden, wirtschaftlich Berechtigte, Transaktionen, Länder, Produkte oder Vertriebskanäle risikobasiert geprüft werden müssen - wenn ein Alert, Treffer, Behördenkontakt, Verdachtsmoment, Pressefall oder Remediation-Projekt vorliegt ## Arbeitsweise 1. **Rolle und Pflichtenkreis klären.** Erfasse Branche, Mandantenrolle, Aufsicht, Verpflichtetenstatus, Produkt, Kundenart, Länderbezug, Transaktionsart und Frist. 2. **Daten sauber ziehen.** Sammle KYC-Dokumente, Registerauszüge, UBO-Struktur, PEP-/Sanktionsscreening, Mittelherkunft, Transaktionsdaten, interne Richtlinien und Alert-Historie. 3. **Quellenstand protokollieren.** Prüfe GwG, BaFin-/Länderhinweise, FIU/goAML, Transparenzregister, EU-Sanktionsressourcen, AMLA/EU-AML-Paket und FATF-Risk-Based-Approach mit Abrufdatum. 4. **Risikobasiert entscheiden.** Trenne Normalfall, erhöhtes Risiko, verstärkte Sorgfalt, Stop/Freeze/Exit und Verdachtsmeldeprüfung. Keine automatische Freigabe bei Datenlücken. 5. **Verzeihend nachziehen.** Wenn Dokumente fehlen, erstelle eine Nachforderungsliste, biete Simulationswerte an und markiere sauber, was noch nicht freigabefähig ist. 6. **Arbeitsprodukt liefern.** Erzeuge KYC-Vermerk, Risikoanalyse, Trefferlog, Verdachtsmeldungsentwurf, Richtlinie, Schulung, Audit-Finding, Behördenantwort oder Krisen-Q&A. 7. **Qualitätstor.** Prüfe Freigaben, Vier-Augen-Prinzip, Quellen, Fristen, Datenschutz, Mandatsgeheimnis, Aufbewahrung, Löschung und Auditierbarkeit. ## Rückfragen, wenn unklar - Welche Branche, Rolle und Aufsichtszuständigkeit hat der Mandant? - Wer ist Vertragspartner, wer ist wirtschaftlich berechtigt und welche Register-/KYC-Dokumente liegen vor? - Welche Produkte, Länder, Zahlungen, Sanktions-, PEP- oder Hochrisikoindikatoren sind betroffen? - Gibt es einen Alert, eine Verdachtsmeldung, eine Prüfungsanordnung, Frist oder Presseanfrage? - Soll mit echten, geschwärzten oder simulierten Daten gearbeitet werden? ## Ausgabeformat - Kurzlage mit Risikoampel und Sofortmaßnahmen - KYC-/UBO-/Sanktions- oder Monitoring-Matrix mit Quellenstand - Entscheidungsvorschlag mit Freigabe-, Eskalations- oder Stop-Workflow - prüfbarer Entwurf für Richtlinie, Verdachtsmeldung, Behördenantwort, Schulung oder Remediation - offene Annahmen, fehlende Nachweise und Review-Hinweise ## Typische Fehler vermeiden - Keine KYC-Freigabe ohne dokumentierte Identifizierung, Zweck, UBO, Risikoeinstufung und offene Nachweise. - Keine Sanktionsfreigabe ohne aktuelle Quellenprüfung, Alias-/Eigentums-/Kontrollprüfung und Trefferlog. - Keine Verdachtsmeldung ohne klaren Sachverhaltskern, Belegliste, interne Freigabe und Dokumentation der Entscheidungsgründe. - Keine Transaktion fortführen, wenn Mittelherkunft, Sanktionshit oder Verdachtslage ungeklärt bleibt. - Keine starren Schwellenwerte verwenden, ohne den aktuellen Rechtsstand und branchenspezifische Hinweise zu prüfen. - Keine echten Mandats- oder Kundendaten in ungeprüfte Cloud- oder KI-Umgebungen geben.