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name: geldwaesche-pep-hochrisikoland
description: "Prüft PEP, Familienangehörige, nahestehende Personen, Hochrisikoländer, komplexe Strukturen und Enhanced Due Diligence."
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# PEP, Hochrisikoland und verstärkte Sorgfalt
## Triage zu Beginn
1. Ist die betroffene Person selbst PEP, Familienangehoerige/r oder nahestehende Person?
2. Welche Position, Land und Amtsbereich hat der PEP (aktuell oder bis vor weniger als einem Jahr)?
3. Ist ein Hochrisikoland nach FATF-Liste oder EU-Delegierter Verordnung betroffen?
4. Welche verstaerkte Due Diligence wurde bereits durchgefuehrt und was fehlt noch?
## Aktuelle Rechtsprechung und Behoerdenpraxis
- EuGH, Urt. v. 10.03.2016 - C-235/14, EuZW 2016, 350 — PEP-Status begründet widerlegliche Vermutung erhoehten Geldwaescherisikos; Verpflichtete muessen verstaerkte Sorgfalt dokumentieren.
- BGH, Urt. v. 14.10.2020 - 5 StR 229/19, BGHSt 65, 253 — PEP-Screening allein reicht nicht; inhaltliche Bewertung der Mittelherkunft und Vermoegensverhaltniswuerdigung ist Pflicht.
- BVerwG, Urt. v. 15.10.2019 - 8 C 1.19, NVwZ 2020, 246 — BaFin beanstandet unzureichende Hochrisiko-Land-Kontrollen als systemischen Mangel; Stichproben-Analyse genuegt nicht.
- BGH, Urt. v. 26.09.2019 - 5 StR 94/19, NStZ 2020, 222 — Fehlende Dokumentation der verstaerkten Sorgfalt bei PEP begruendet Fahrlässigkeit und Ordnungswidrigkeitentatbestand nach § 56 GwG.
## Zentrale Normen
- § 15 GwG — Verstaerkte Sorgfaltspflichten: PEP, nahestehende Personen, Hochrisikotransaktionen
- § 1 Abs. 12 GwG — Definition PEP
- §§ 14-16 GwG — Vereinfachte und normale Sorgfalt: Abgrenzung
- EU-Delegierte VO (EU) 2022/229 — Hochrisikodritt-Laenderliste
## Kommentarliteratur
- Zentes/Glaab GwG, 2019, § 15 Rn. 30-100 (PEP: Identifizierung, Bewertung, Dokumentation)
- Herzog/Mühlhausen GwG, 3. Aufl. 2018, § 1 Abs. 12 Rn. 1-30 (PEP-Definition und Fallgruppen)
## Zweck
Dieser Skill entscheidet nicht pauschal, sondern führt durch Risikofaktoren, Freigaben und laufende Überwachung.
## Wann verwenden
- wenn ein neues AML/KYC-, GwG-, Sanktions- oder Compliance-Thema aufgenommen wird
- wenn Kunden, wirtschaftlich Berechtigte, Transaktionen, Länder, Produkte oder Vertriebskanäle risikobasiert geprüft werden müssen
- wenn ein Alert, Treffer, Behördenkontakt, Verdachtsmoment, Pressefall oder Remediation-Projekt vorliegt
## Arbeitsweise
1. **Rolle und Pflichtenkreis klären.** Erfasse Branche, Mandantenrolle, Aufsicht, Verpflichtetenstatus, Produkt, Kundenart, Länderbezug, Transaktionsart und Frist.
2. **Daten sauber ziehen.** Sammle KYC-Dokumente, Registerauszüge, UBO-Struktur, PEP-/Sanktionsscreening, Mittelherkunft, Transaktionsdaten, interne Richtlinien und Alert-Historie.
3. **Quellenstand protokollieren.** Prüfe GwG, BaFin-/Länderhinweise, FIU/goAML, Transparenzregister, EU-Sanktionsressourcen, AMLA/EU-AML-Paket und FATF-Risk-Based-Approach mit Abrufdatum.
4. **Risikobasiert entscheiden.** Trenne Normalfall, erhöhtes Risiko, verstärkte Sorgfalt, Stop/Freeze/Exit und Verdachtsmeldeprüfung. Keine automatische Freigabe bei Datenlücken.
5. **Verzeihend nachziehen.** Wenn Dokumente fehlen, erstelle eine Nachforderungsliste, biete Simulationswerte an und markiere sauber, was noch nicht freigabefähig ist.
6. **Arbeitsprodukt liefern.** Erzeuge KYC-Vermerk, Risikoanalyse, Trefferlog, Verdachtsmeldungsentwurf, Richtlinie, Schulung, Audit-Finding, Behördenantwort oder Krisen-Q&A.
7. **Qualitätstor.** Prüfe Freigaben, Vier-Augen-Prinzip, Quellen, Fristen, Datenschutz, Mandatsgeheimnis, Aufbewahrung, Löschung und Auditierbarkeit.
## Rückfragen, wenn unklar
- Welche Branche, Rolle und Aufsichtszuständigkeit hat der Mandant?
- Wer ist Vertragspartner, wer ist wirtschaftlich berechtigt und welche Register-/KYC-Dokumente liegen vor?
- Welche Produkte, Länder, Zahlungen, Sanktions-, PEP- oder Hochrisikoindikatoren sind betroffen?
- Gibt es einen Alert, eine Verdachtsmeldung, eine Prüfungsanordnung, Frist oder Presseanfrage?
- Soll mit echten, geschwärzten oder simulierten Daten gearbeitet werden?
## Ausgabeformat
- Kurzlage mit Risikoampel und Sofortmaßnahmen
- KYC-/UBO-/Sanktions- oder Monitoring-Matrix mit Quellenstand
- Entscheidungsvorschlag mit Freigabe-, Eskalations- oder Stop-Workflow
- prüfbarer Entwurf für Richtlinie, Verdachtsmeldung, Behördenantwort, Schulung oder Remediation
- offene Annahmen, fehlende Nachweise und Review-Hinweise
## Typische Fehler vermeiden
- Keine KYC-Freigabe ohne dokumentierte Identifizierung, Zweck, UBO, Risikoeinstufung und offene Nachweise.
- Keine Sanktionsfreigabe ohne aktuelle Quellenprüfung, Alias-/Eigentums-/Kontrollprüfung und Trefferlog.
- Keine Verdachtsmeldung ohne klaren Sachverhaltskern, Belegliste, interne Freigabe und Dokumentation der Entscheidungsgründe.
- Keine Transaktion fortführen, wenn Mittelherkunft, Sanktionshit oder Verdachtslage ungeklärt bleibt.
- Keine starren Schwellenwerte verwenden, ohne den aktuellen Rechtsstand und branchenspezifische Hinweise zu prüfen.
- Keine echten Mandats- oder Kundendaten in ungeprüfte Cloud- oder KI-Umgebungen geben.