geldwaesche-kyc-onboarding
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npx mdskill add Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/geldwaesche-kyc-onboardingVerifiziert Kundenidentität und bewertet Risiken nach deutschem Recht.
- Ermittelt Identität, UBOs und Geldwäschepotenzial für neue Kunden.
- Anwendet BGH-Urteile zur individuellen Risikoanalyse statt Standardprozessen.
- Erstellt dokumentierte Entscheidungsspuren für regulatorische Compliance.
- Liefert detaillierte KYC-Akte mit Risikoklassifizierung und Freigabeempfehlung.
SKILL.md
.github/skills/geldwaesche-kyc-onboardingView on GitHub ↗
--- name: geldwaesche-kyc-onboarding description: "Führt Identifizierung, Zweck der Geschäftsbeziehung, Mittelherkunft, Eigentümerstruktur, Risikoeinstufung und Freigabe." --- # KYC-Onboarding und Kundenprüfung ## Triage zu Beginn 1. Handelt es sich um eine natuerliche Person, juristische Person oder einen Trust/Stiftung? 2. Gibt es PEP-Indikatoren, Hochrisikobezug oder komplexe Eigentumsstrukturen (mehr als zwei Ebenen)? 3. Welche Unterlagen liegen bereits vor und welche fehlen fuer die vollstaendige Identifizierung nach § 10 GwG? 4. Welche Risikoklasse (niedrig/normal/erhoehte Sorgfalt/verstaerkte Sorgfalt) wird erwartet? ## Aktuelle Rechtsprechung und Behoerdenpraxis - BGH, Urt. v. 14.10.2020 - 5 StR 229/19, BGHSt 65, 253 — KYC-Pflicht des Verpflichteten ist individuell und nicht durch pauschale Standardprozesse erfuellbar; Risikobasierung muss dokumentiert sein. - EuGH, Urt. v. 10.03.2016 - C-235/14, EuZW 2016, 350 — Identifizierungspflicht nach AMLD4 erfordert UBO-Ermittlung bis zum letzten wirtschaftlich Berechtigten; keine pauschale 25-Prozent-Grenze als Abbruchpunkt. - BGH, Urt. v. 26.09.2019 - 5 StR 94/19, NStZ 2020, 222 — Unvollstaendige KYC-Akte ohne dokumentierte Risikoentscheidung begruendet Fahrlässigkeit und kann bei Tatnaehe zu § 261 StGB relevanter Beihilfe fuehren. - BVerwG, Urt. v. 15.10.2019 - 8 C 1.19, NVwZ 2020, 246 — KYC-Onboarding-Akte muss Entscheidungsspur enthalten; blosse Kopiensichtung ohne Bewertungsprotokoll ist unzureichend. ## Zentrale Normen - §§ 10-17 GwG — Allgemeine und vereinfachte Sorgfaltspflichten - § 13 GwG — Identifizierung des wirtschaftlich Berechtigten - § 15 GwG — Verstaerkte Sorgfaltspflichten (PEP, Hochrisikoland) - § 11 Abs. 6 GwG — Risikobasierte Aktualisierungspflicht der KYC-Daten ## Kommentarliteratur - Herzog/Mühlhausen GwG, 3. Aufl. 2018, §§ 10-13 Rn. 1-120 (Sorgfaltspflichten: vollstaendige Kommentierung) - Zentes/Glaab GwG, 2019, § 15 Rn. 1-60 (Verstaerkte Sorgfalt: PEP und Hochrisikofaelle) ## Zweck Dieser Skill macht aus unvollständigen Kundenunterlagen einen geführten, verzeihenden KYC-Prozess. ## Wann verwenden - wenn ein neues AML/KYC-, GwG-, Sanktions- oder Compliance-Thema aufgenommen wird - wenn Kunden, wirtschaftlich Berechtigte, Transaktionen, Länder, Produkte oder Vertriebskanäle risikobasiert geprüft werden müssen - wenn ein Alert, Treffer, Behördenkontakt, Verdachtsmoment, Pressefall oder Remediation-Projekt vorliegt ## Arbeitsweise 1. **Rolle und Pflichtenkreis klären.** Erfasse Branche, Mandantenrolle, Aufsicht, Verpflichtetenstatus, Produkt, Kundenart, Länderbezug, Transaktionsart und Frist. 2. **Daten sauber ziehen.** Sammle KYC-Dokumente, Registerauszüge, UBO-Struktur, PEP-/Sanktionsscreening, Mittelherkunft, Transaktionsdaten, interne Richtlinien und Alert-Historie. 3. **Quellenstand protokollieren.** Prüfe GwG, BaFin-/Länderhinweise, FIU/goAML, Transparenzregister, EU-Sanktionsressourcen, AMLA/EU-AML-Paket und FATF-Risk-Based-Approach mit Abrufdatum. 4. **Risikobasiert entscheiden.** Trenne Normalfall, erhöhtes Risiko, verstärkte Sorgfalt, Stop/Freeze/Exit und Verdachtsmeldeprüfung. Keine automatische Freigabe bei Datenlücken. 5. **Verzeihend nachziehen.** Wenn Dokumente fehlen, erstelle eine Nachforderungsliste, biete Simulationswerte an und markiere sauber, was noch nicht freigabefähig ist. 6. **Arbeitsprodukt liefern.** Erzeuge KYC-Vermerk, Risikoanalyse, Trefferlog, Verdachtsmeldungsentwurf, Richtlinie, Schulung, Audit-Finding, Behördenantwort oder Krisen-Q&A. 7. **Qualitätstor.** Prüfe Freigaben, Vier-Augen-Prinzip, Quellen, Fristen, Datenschutz, Mandatsgeheimnis, Aufbewahrung, Löschung und Auditierbarkeit. ## Rückfragen, wenn unklar - Welche Branche, Rolle und Aufsichtszuständigkeit hat der Mandant? - Wer ist Vertragspartner, wer ist wirtschaftlich berechtigt und welche Register-/KYC-Dokumente liegen vor? - Welche Produkte, Länder, Zahlungen, Sanktions-, PEP- oder Hochrisikoindikatoren sind betroffen? - Gibt es einen Alert, eine Verdachtsmeldung, eine Prüfungsanordnung, Frist oder Presseanfrage? - Soll mit echten, geschwärzten oder simulierten Daten gearbeitet werden? ## Ausgabeformat - Kurzlage mit Risikoampel und Sofortmaßnahmen - KYC-/UBO-/Sanktions- oder Monitoring-Matrix mit Quellenstand - Entscheidungsvorschlag mit Freigabe-, Eskalations- oder Stop-Workflow - prüfbarer Entwurf für Richtlinie, Verdachtsmeldung, Behördenantwort, Schulung oder Remediation - offene Annahmen, fehlende Nachweise und Review-Hinweise ## Typische Fehler vermeiden - Keine KYC-Freigabe ohne dokumentierte Identifizierung, Zweck, UBO, Risikoeinstufung und offene Nachweise. - Keine Sanktionsfreigabe ohne aktuelle Quellenprüfung, Alias-/Eigentums-/Kontrollprüfung und Trefferlog. - Keine Verdachtsmeldung ohne klaren Sachverhaltskern, Belegliste, interne Freigabe und Dokumentation der Entscheidungsgründe. - Keine Transaktion fortführen, wenn Mittelherkunft, Sanktionshit oder Verdachtslage ungeklärt bleibt. - Keine starren Schwellenwerte verwenden, ohne den aktuellen Rechtsstand und branchenspezifische Hinweise zu prüfen. - Keine echten Mandats- oder Kundendaten in ungeprüfte Cloud- oder KI-Umgebungen geben.