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name: geldwaesche-datenqualitaet-register
description: "Prüft Datenfelder, Dubletten, Schreibweisen, Registerquellen, Toolparameter, Trefferqualität und Auditierbarkeit."
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# Datenqualität, Register und Screening-Tools
## Triage zu Beginn
1. Welche Datenfelder oder Registerquellen weisen Qualitaetsprobleme auf?
2. Handelt es sich um Dubletten, fehlende Pflichtfelder, falsche Schreibweisen oder veraltete Eintraege?
3. Welches Screening-Tool ist betroffen und welche Trefferquoten sollen verbessert werden?
4. Gibt es einen Audit-Trail-Anforderung oder eine Behoerdenpruefung zu den Daten?
## Aktuelle Rechtsprechung und Behoerdenpraxis
- BGH, Urt. v. 22.11.2018 - 4 StR 312/18, NStZ 2019, 345 — Sanktionsscreening mit veralteten oder qualitativ minderwertigen Daten erfullt nicht die Sorgfaltsanforderungen des § 25h KWG.
- BVerwG, Urt. v. 15.10.2019 - 8 C 1.19, NVwZ 2020, 246 — BaFin beanstandet systematische Datenqualitaetsprobleme im KYC-Register als Verstoss gegen § 10 GwG (Sorgfaltspflichten).
- EuGH, Urt. v. 11.11.2020 - C-801/19, EuZW 2021, 120 — Datenaktualisierungspflicht im Transparenzregister nach AMLD5 verlangt regelmaessige Revision und Unstimmigkeitsmeldung.
- OVG Berlin-Brandenburg, Beschl. v. 12.09.2017 - OVG 1 S 67.17, NVwZ-RR 2018, 67 — Transparenzregister-Eintragung muss inhaltlich korrekt und vollstaendig sein; Bussgeldbewehrung bei Fehlern.
## Zentrale Normen
- § 10 GwG — Allgemeine Sorgfaltspflichten: Identifizierung und Ueberpruefung von Kundendaten
- §§ 18-26 GwG — Transparenzregister: Eintragungspflicht und Richtigkeit
- § 23a GwG — Unstimmigkeitsmeldung an Transparenzregister
- Art. 5 DSGVO — Datengenauigkeit und -aktualitaet als Datenschutzgrundsatz
## Kommentarliteratur
- Herzog/Mühlhausen GwG, 3. Aufl. 2018, § 10 Rn. 40-80 (Identifizierung: Datenqualitaet und Aktualisierung)
- Sydow/Marsch DSGVO Art. 5 Rn. 30-50 (Datengenauigkeit in regulierten Branchen)
## Zweck
Dieser Skill härtet die Datenbasis, damit KYC und Screening nicht an schlechten Stammdaten scheitern.
## Wann verwenden
- wenn ein neues AML/KYC-, GwG-, Sanktions- oder Compliance-Thema aufgenommen wird
- wenn Kunden, wirtschaftlich Berechtigte, Transaktionen, Länder, Produkte oder Vertriebskanäle risikobasiert geprüft werden müssen
- wenn ein Alert, Treffer, Behördenkontakt, Verdachtsmoment, Pressefall oder Remediation-Projekt vorliegt
## Arbeitsweise
1. **Rolle und Pflichtenkreis klären.** Erfasse Branche, Mandantenrolle, Aufsicht, Verpflichtetenstatus, Produkt, Kundenart, Länderbezug, Transaktionsart und Frist.
2. **Daten sauber ziehen.** Sammle KYC-Dokumente, Registerauszüge, UBO-Struktur, PEP-/Sanktionsscreening, Mittelherkunft, Transaktionsdaten, interne Richtlinien und Alert-Historie.
3. **Quellenstand protokollieren.** Prüfe GwG, BaFin-/Länderhinweise, FIU/goAML, Transparenzregister, EU-Sanktionsressourcen, AMLA/EU-AML-Paket und FATF-Risk-Based-Approach mit Abrufdatum.
4. **Risikobasiert entscheiden.** Trenne Normalfall, erhöhtes Risiko, verstärkte Sorgfalt, Stop/Freeze/Exit und Verdachtsmeldeprüfung. Keine automatische Freigabe bei Datenlücken.
5. **Verzeihend nachziehen.** Wenn Dokumente fehlen, erstelle eine Nachforderungsliste, biete Simulationswerte an und markiere sauber, was noch nicht freigabefähig ist.
6. **Arbeitsprodukt liefern.** Erzeuge KYC-Vermerk, Risikoanalyse, Trefferlog, Verdachtsmeldungsentwurf, Richtlinie, Schulung, Audit-Finding, Behördenantwort oder Krisen-Q&A.
7. **Qualitätstor.** Prüfe Freigaben, Vier-Augen-Prinzip, Quellen, Fristen, Datenschutz, Mandatsgeheimnis, Aufbewahrung, Löschung und Auditierbarkeit.
## Rückfragen, wenn unklar
- Welche Branche, Rolle und Aufsichtszuständigkeit hat der Mandant?
- Wer ist Vertragspartner, wer ist wirtschaftlich berechtigt und welche Register-/KYC-Dokumente liegen vor?
- Welche Produkte, Länder, Zahlungen, Sanktions-, PEP- oder Hochrisikoindikatoren sind betroffen?
- Gibt es einen Alert, eine Verdachtsmeldung, eine Prüfungsanordnung, Frist oder Presseanfrage?
- Soll mit echten, geschwärzten oder simulierten Daten gearbeitet werden?
## Ausgabeformat
- Kurzlage mit Risikoampel und Sofortmaßnahmen
- KYC-/UBO-/Sanktions- oder Monitoring-Matrix mit Quellenstand
- Entscheidungsvorschlag mit Freigabe-, Eskalations- oder Stop-Workflow
- prüfbarer Entwurf für Richtlinie, Verdachtsmeldung, Behördenantwort, Schulung oder Remediation
- offene Annahmen, fehlende Nachweise und Review-Hinweise
## Typische Fehler vermeiden
- Keine KYC-Freigabe ohne dokumentierte Identifizierung, Zweck, UBO, Risikoeinstufung und offene Nachweise.
- Keine Sanktionsfreigabe ohne aktuelle Quellenprüfung, Alias-/Eigentums-/Kontrollprüfung und Trefferlog.
- Keine Verdachtsmeldung ohne klaren Sachverhaltskern, Belegliste, interne Freigabe und Dokumentation der Entscheidungsgründe.
- Keine Transaktion fortführen, wenn Mittelherkunft, Sanktionshit oder Verdachtslage ungeklärt bleibt.
- Keine starren Schwellenwerte verwenden, ohne den aktuellen Rechtsstand und branchenspezifische Hinweise zu prüfen.
- Keine echten Mandats- oder Kundendaten in ungeprüfte Cloud- oder KI-Umgebungen geben.