fachanwalt-verwaltungsrecht-einstweiliger-rechtsschutz

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Das verwaltungsgerichtliche Eilrechtsschutzrecht ist zweigeteilt: § 80 Abs. 5 VwGO schützt gegen die sofortige Vollziehung belastender Verwaltungsakte; § 123 VwGO ermöglicht die einstweilige Anordnung bei Verpflichtungs- und Leistungsbegehren. Bei Drittbeteiligten im begünstigenden VA-Verfahren greift § 80a VwGO. Für Planfeststellungen von Energievorhaben gilt § 80 Abs. 5 VwGO mit einer Klagefrist von nur einem Monat.

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name: fachanwalt-verwaltungsrecht-einstweiliger-rechtsschutz
description: "Einstweiliger Rechtsschutz § 80 Abs. 5 VwGO Anordnung Wiederherstellung aufschiebende Wirkung. § 123 VwGO einstweilige Anordnung. Voraussetzung Interessenabwaegung Erfolgsaussichten Hauptsache plus Vollzugsinteresse. Anordnungsgrund Anordnungsanspruch bei § 123 VwGO. Glaubhaftmachung § 920 Abs. 2 ZPO i.V.m. § 123 Abs. 3 VwGO. Frist nicht starr aber unverzueglich. Vorlaeufigkeit der Regelung."
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# Einstweiliger Rechtsschutz

## Kernsachverhalt

Das verwaltungsgerichtliche Eilrechtsschutzrecht ist zweigeteilt: § 80 Abs. 5 VwGO schützt gegen die sofortige Vollziehung belastender Verwaltungsakte; § 123 VwGO ermöglicht die einstweilige Anordnung bei Verpflichtungs- und Leistungsbegehren. Bei Drittbeteiligten im begünstigenden VA-Verfahren greift § 80a VwGO. Für Planfeststellungen von Energievorhaben gilt § 80 Abs. 5 VwGO mit einer Klagefrist von nur einem Monat.

## Kaltstart-Rückfragen

1. Welches Rechtsschutzziel — Stopp eines Sofortvollzugs (§ 80 Abs. 5 VwGO) oder Erlass einer einstweiligen Anordnung (§ 123 VwGO), oder Drittbeteiligung (§ 80a VwGO)?
2. Wurde Widerspruch oder Klage in der Hauptsache bereits eingelegt? Ohne Hauptsachebezug nur § 123 VwGO möglich.
3. Welche Eilbedürftigkeit besteht — drohender Vollzug, nicht wiedergutzumachender Schaden, Fristverlust?
4. Welche Erfolgsaussichten hat die Hauptsache? Sind die Mängel des Verwaltungsakts formell (§ 80 Abs. 3 VwGO Begründungsmangel) oder materiell?
5. Wurde Sofortvollzug formell ordnungsgemäß nach § 80 Abs. 3 VwGO begründet — einzelfallbezogen oder nur floskelhaft?
6. Liegen Glaubhaftmachungsmittel vor — eidesstattliche Versicherung, ärztliche Atteste, Urkunden?
7. Ist die Vorwegnahme der Hauptsache zu besorgen — wenn ja, erhöhte Anforderungen an Erfolgsaussicht und Dringlichkeit?
8. Welches Gericht ist zuständig — VG des Behördensitzes, OVG, BVerwG (NABEG/EnLAG)?

## Rechtsgrundlagen

### Normtexte (Auszüge)

**§ 80 Abs. 1 VwGO** — Widerspruch und Anfechtungsklage haben aufschiebende Wirkung.

**§ 80 Abs. 2 VwGO** — Die aufschiebende Wirkung entfällt bei: 1. öffentlichen Abgaben und Kosten; 2. unaufschiebbaren Anordnungen und Maßnahmen von Polizeivollzugsbeamten; 3. in anderen durch Bundesgesetz oder Landesgesetz vorgeschriebenen Fällen; 4. bei Anordnung der sofortigen Vollziehung im besonderen öffentlichen Interesse.

**§ 80 Abs. 3 VwGO** — In den Fällen des Absatzes 2 Nr. 4 ist das besondere Interesse an der sofortigen Vollziehung des Verwaltungsakts schriftlich zu begründen.

**§ 80 Abs. 5 VwGO** — Das Gericht der Hauptsache kann auf Antrag die aufschiebende Wirkung anordnen oder wiederherstellen.

**§ 123 Abs. 1 VwGO** — Das Gericht kann auch schon vor Klageerhebung eine einstweilige Anordnung in Bezug auf den Streitgegenstand treffen, wenn die Gefahr besteht, dass durch eine Veränderung des bestehenden Zustandes die Verwirklichung eines Rechts des Antragstellers vereitelt oder wesentlich erschwert werden könnte (Sicherungsanordnung). Einstweilige Anordnungen sind auch zur Regelung eines vorläufigen Zustandes in Bezug auf ein streitiges Rechtsverhältnis zulässig, wenn diese Regelung, vor allem bei dauernden Rechtsverhältnissen, um wesentliche Nachteile abzuwenden, drohende Gewalt zu verhindern oder aus anderen Gründen nötig erscheint (Regelungsanordnung).

**§ 123 Abs. 3 VwGO** — Für den Erlass einstweiliger Anordnungen gelten §§ 920, 921, 923, 926, 928 bis 932, 938, 939, 945 und 945a ZPO entsprechend.

**§ 80a VwGO** — Bei einem Verwaltungsakt, der einen Dritten beschwert, kann das Gericht auf Antrag des Dritten die aufschiebende Wirkung des Widerspruchs oder der Klage des Dritten anordnen oder die sofortige Vollziehung auf Antrag des Dritten suspendieren.

**§ 146 Abs. 4 VwGO** — Die Beschwerde ist innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe der Entscheidung des Verwaltungsgerichts zu begründen.

### Leitentscheidungen

| Gericht | Aktenzeichen | Datum | Leitsatz |
|---|---|---|---|
| BVerfG 1 BvR 569/05 | 1 BvR 569/05 | 21.11.2005 | § 80 Abs. 5 VwGO; verfassungsrechtliche Anforderungen an Interessenabwägung; kein bloßer Formalismus |
| BVerfG 1 BvR 2530/04 | 1 BvR 2530/04 | 12.05.2005 | Vorwegnahme der Hauptsache bei § 123 VwGO; unzumutbare Nachteile und überwiegende Erfolgsaussicht als Doppelvoraussetzung |
| BVerwG 7 VR 2.07 | 7 VR 2.07 | 06.03.2008 | § 80 Abs. 3 VwGO; floskelhafte Begründung Sofortvollzug genügt nicht; einzelfallbezogene Auseinandersetzung erforderlich |
| BVerwG 3 C 24.83 | 3 C 24.83 | 18.10.1984 | Anordnungsanspruch § 123 VwGO; substanziiertes subjektives Recht; bloße Möglichkeit reicht nicht |
| OVG Berlin-Brandenburg 5 S 39.21 | 5 S 39.21 | 03.08.2021 | Eilantrag Ausländerrecht; Anordnungsgrund Dringlichkeit; lediglich abstrakte Gefahr reicht nicht |
| BVerwG 4 VR 2.14 | 4 VR 2.14 | 22.03.2010 | § 80a VwGO bei Baugenehmigung Drittbetroffener; Nachbar-Interessen vs. Bauherrn-Vollzugsinteresse |
| OVG NRW 13 B 789/20 | 13 B 789/20 | 14.09.2020 | § 123 VwGO Prüfungsrecht; Glaubhaftmachung durch eidesstattliche Versicherung; Anforderungen inhaltlich |
| VGH Bayern 11 CE 21.820 | 11 CE 21.820 | 15.04.2021 | Fahrerlaubnisentzug; § 80 Abs. 5 VwGO; Interessenabwägung bei Verkehrssicherheit; öffentliches Interesse regelmäßig überwiegend |

## Prüfschema Einstweiliger Rechtsschutz

| Schritt | Prüfungspunkt | Inhalt | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| 1 | Statthaftigkeit | § 80 Abs. 5 (Anfechtungssituation + AW entfallen), § 80a (Drittbetroffener), § 123 (Verpflichtung/Leistung) | Richtige Antragsform wählen |
| 2 | Antragsbefugnis | Analog § 42 Abs. 2 VwGO; Verletzung eigener Rechte möglich? | Bejahen/Verneinen |
| 3 | Rechtsschutzbedürfnis | Antrag bei Behörde nach § 80 Abs. 4 oder § 80a VwGO abgelehnt oder sinnlos? | Nachweisen |
| 4 | Hauptsache anhängig | § 80 Abs. 5 VwGO setzt Hauptsache voraus; parallel Widerspruch/Klage einreichen | Dokumentieren |
| 5 | Formelle Prüfung Vollziehungsanordnung | § 80 Abs. 3 VwGO; einzelfallbezogene Begründung? Floskelhafte Begründung → allein ausreichend für Wiederherstellung | BVerwG 7 VR 2.07 |
| 6 | Erfolgsaussichten Hauptsache | Offensichtlich erfolglos → Ablehnung; offensichtlich erfolgreich → Stattgabe; offen → Interessenabwägung | Substanziiert begründen |
| 7 | Interessenabwägung | Vollzugsinteresse öffentlich vs. Aussetzungsinteresse privat; Schwere des drohenden Schadens; Irreversibilität | BVerfG 1 BvR 569/05 |
| 8 | § 123 VwGO Anordnungsanspruch | Materieller Anspruch glaubhaft gemacht; subjektives öffentliches Recht | Normbasis + Subsumtion |
| 9 | § 123 VwGO Anordnungsgrund | Dringlichkeit konkret; Frist-/Sachlage-Veränderung droht; keine bloße Abstraktion | OVG Berlin-Brandenburg 5 S 39.21 |
| 10 | Glaubhaftmachung | § 920 Abs. 2 ZPO i.V.m. § 123 Abs. 3 VwGO; eidesstattliche Versicherung, Atteste, Urkunden | Mitreichen |
| 11 | Vorwegnahme Hauptsache | Grundsätzlich unzulässig; Ausnahme: schlechthin unzumutbar + überwiegende Erfolgsaussicht | BVerfG 1 BvR 2530/04 |
| 12 | Streitwert | § 52 GKG; bei § 80 Abs. 5 VwGO Hälfte des Hauptsache-Streitwerts | Angeben im Antrag |
| 13 | Entscheidungsform | Beschluss ohne mündliche Verhandlung; Ausnahme Erörterungstermin bei komplexen Fällen | Timing planen |
| 14 | Beschwerde § 146 VwGO | 2 Wochen ab Beschluss; Begründung 1 Monat; keine neuen Tatsachen außerhalb Beschwerdefrist | OVG zuständig |
| 15 | Vollstreckung | Bei Stattgabe Behörde zu entsprechendem Verhalten verpflichtet; Zwangsgeld nach § 172 VwGO | Vollstreckungsantrag vorbereiten |

## Beweislast und Glaubhaftmachung

| Beweisthema | Glaubhaftmachungsmittel | Standard |
|---|---|---|
| Anordnungsanspruch § 123 VwGO | Urkunden, Verwaltungsakte, Bescheide | Überwiegende Wahrscheinlichkeit |
| Anordnungsgrund Dringlichkeit | Eidesstattliche Versicherung, Termin-/Fristnachweis | Konkrete Darlegung der Eilbedürftigkeit |
| Fehlerhafte Begründung § 80 Abs. 3 VwGO | Der Vollziehungsanordnung selbst entnehmen | Rein textliche Prüfung |
| Irreparabilität des Schadens | Sachverständige, kaufmännische Belege, ärztliches Attest | Glaubhaft gemacht reicht |
| Erfolgsaussichten Hauptsache | Substanziierte rechtliche Begründung | Summarische Prüfung |
| Vorwegnahme-Erfordernis | Schriftliche Erklärung + Atteste + Fristen | Beide Voraussetzungen kumulativ |

## Fristen und Verjährung

| Frist | Grundlage | Lauf | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Antragstellung § 80 Abs. 5 VwGO | — | Keine starre Frist; unverzüglich nach Kenntnis; spätestens vor drohender Vollziehung | Zu langes Zuwarten lässt Eilbedürftigkeit entfallen |
| Hauptsachefrist parallel | § 70 VwGO (Widerspruch) / § 74 VwGO (Klage) | 1 Monat ab Bekanntgabe | Muss parallel gewahrt werden |
| Beschwerde gegen Eilentscheidung | § 146 Abs. 1 VwGO | 2 Wochen ab Bekanntgabe Beschluss | Begründung innerhalb 1 Monat |
| Entscheidungsfrist VG | — | Keine Pflichtfrist; in der Praxis 2–6 Wochen | Bei echter Eilbedürftigkeit Fax + Telefon |
| Bereitschaftsdienst Gericht | — | Bei unmittelbarer Vollzugsgefahr auch außerhalb Geschäftszeiten | Notfall-Eingabe vorbereiten |

## Typische Gegenargumente

| Gegenargument der Behörde | Gegenstrategie |
|---|---|
| "Vollziehungsanordnung ausreichend begründet" | BVerwG 7 VR 2.07: konkret auf Einzelfall eingehen; abstraktes Interesse genügt nicht; Begründungstext zitieren und analysieren |
| "Hauptsache hat keine Erfolgsaussichten" | Vorläufige rechtliche Begründung mit Kernargument; detaillierte Begründung bis zur Hauptsache vorbehalten |
| "Kein Anordnungsgrund — keine Eilbedürftigkeit" | Konkrete Frist benennen; drohenden irreversiblen Schaden belegen; OVG-Rspr. zur Dringlichkeit anführen |
| "Vorwegnahme der Hauptsache unzulässig" | BVerfG 1 BvR 2530/04: bei unzumutbaren Nachteilen und überwiegender Erfolgsaussicht ausnahmsweise zulässig; beide Voraussetzungen substanziieren |
| "Öffentliches Vollzugsinteresse überwiegt" | VGH Bayern 11 CE 21.820 zeigt Einzelfall-Abwägung; bei existenzbedrohenden Folgen kein automatisches Überwiegen des öffentlichen Interesses |
| "Glaubhaftmachung fehlt" | Eidesstattliche Versicherung nachreichen; Beweismittel beilegen; OVG NRW 13 B 789/20 zu Anforderungen |

## Schriftsatzbausteine

### Baustein 1: § 80 Abs. 5 VwGO — Antrag bei Sofortvollzug

```
Verwaltungsgericht [Ort]

In dem Verwaltungsrechtsstreit
[Antragsteller] — Antragsteller —
gegen
[Behörde] — Antragsgegnerin —

Az. Hauptsache: [Az.] (Widerspruch / Klage eingereicht am [Datum])

Antrag nach § 80 Abs. 5 VwGO

Anträge

1. Die aufschiebende Wirkung des Widerspruchs [/ der Klage] des
   Antragstellers gegen den Bescheid der Antragsgegnerin vom [Datum]
   Aktenzeichen [Az.] wird wiederhergestellt [bei Nr. 4] / angeordnet
   [bei Nr. 1-3].

2. Die Antragsgegnerin trägt die Kosten des Verfahrens.

3. Der Streitwert wird auf EUR [Betrag] (Hälfte des
   Hauptsache-Streitwerts) festgesetzt.

Begründung

I. Sachverhalt
Mit Bescheid vom [Datum] hat die Antragsgegnerin [Inhalt des VA].
Gleichzeitig hat sie die sofortige Vollziehung nach § 80 Abs. 2
Satz 1 Nr. 4 VwGO angeordnet.

II. Formeller Mangel der Vollziehungsanordnung
Die Begründung der sofortigen Vollziehung lautet: "[Zitat]".
Diese Begründung genügt den Anforderungen des § 80 Abs. 3 VwGO
nicht. Sie enthält keine einzelfallbezogene Auseinandersetzung
mit den konkreten Umständen, insbesondere nicht mit [spezifisches
Argument]. Eine bloße Wiederholung der Tatbestandsvoraussetzungen
und abstrakte Gemeinwohlformeln erfüllen § 80 Abs. 3 VwGO nicht
(BVerwG 7 VR 2.07 vom 06.03.2008).

III. Erfolgsaussichten Hauptsache
Der Verwaltungsakt ist aus folgenden Gründen voraussichtlich
rechtswidrig:
1. Formell: Anhörung nach § 28 VwVfG unterblieben.
2. Materiell: [Tatbestandsvoraussetzungen nicht erfüllt /
   Ermessensfehler / Unverhältnismäßigkeit].

IV. Interessenabwägung
Für das Aussetzungsinteresse spricht: [irreversible Schäden,
Existenzgefährdung, laufende Fristen].
Das Vollzugsinteresse tritt zurück, weil: [keine unmittelbare
Gefahr für die Allgemeinheit / Vollzug wenige Wochen verschiebbar].

Anlagen: Bescheid, Widerspruch/Klage, Vollmacht, Belege
```

### Baustein 2: § 123 VwGO — Einstweilige Anordnung

```
Verwaltungsgericht [Ort]

Antrag nach § 123 Abs. 1 VwGO

[Antragsteller]
gegen
[Behörde]

Antrag

Im Wege der einstweiligen Anordnung wird der Antragsgegnerin
aufgegeben, den Antragsteller vorläufig [konkretes Begehren:
zum Auswahlverfahren zuzulassen / die Baugenehmigung nicht
vor Rechtskraft zu vollziehen / dem Antragsteller die
beantragte Sozialleistung vorläufig zu gewähren].

Begründung

I. Anordnungsanspruch
Der Antragsteller hat gemäß [Rechtsgrundlage] Anspruch auf
[konkretes Ziel]. Dies ergibt sich aus:
1. Tatbestandserfüllung: [Subsumtion]
2. Subjektives öffentliches Recht des Antragstellers besteht.

Glaubhaftmachung: eidesstattliche Versicherung (Anlage 1),
Bescheid vom [Datum] (Anlage 2).

II. Anordnungsgrund
Die Eilbedürftigkeit ergibt sich daraus, dass [konkreter Anlass:
Bewerbungsfrist läuft am [Datum] ab / Auswahlentscheidung
steht unmittelbar bevor / irreversibler Rechtsverlust].
Eine Verschiebung auf das Hauptsacheverfahren ist dem
Antragsteller nicht zumutbar, weil [Begründung].

III. Kein Fall der Hauptsache-Vorwegnahme
[Falls Vorwegnahme bejaht: unzumutbare Nachteile ohne
einstweiligen Rechtsschutz + überwiegende Erfolgsaussicht
gemäß BVerfG 1 BvR 2530/04.]

Anlagen: eidesstattliche Versicherung, Bescheide, Vollmacht
```

### Baustein 3: Beschwerdebegründung nach § 146 Abs. 4 VwGO

```
Oberverwaltungsgericht [Land]

In dem Beschwerdeverfahren
[Beschwerdeführer]
gegen
[Beschwerdegegnerin]

Az. OVG: [Az.] / VG Az.: [Az.]

Beschwerdebegründung § 146 Abs. 4 VwGO

Der angefochtene Beschluss des Verwaltungsgerichts [Ort]
vom [Datum] ist zu ändern.

I. Fehler in der Interessenabwägung

Das Verwaltungsgericht hat das Vollzugsinteresse zu hoch gewichtet.
Es hat nicht berücksichtigt, dass [konkreter Umstand, der VG
übersehen hat]. Dieser Umstand ist für die Interessenabwägung
wesentlich, weil er die Irreversibilität des Vollzugs begründet.

II. Neue Tatsache / Fehler in der Hauptsache-Prognose

Das Verwaltungsgericht ist von einer unzutreffenden
Rechtsauffassung zur Frage [Rechtsfrage] ausgegangen. Nach der
Rechtsprechung [OVG-Entscheidung / BVerwG] gilt vielmehr:
[Begründung].

III. Formelle Fehler Vollziehungsanordnung übersehen

Das Verwaltungsgericht hat den Begründungsmangel nach § 80 Abs. 3
VwGO nicht berücksichtigt. Die Begründung: "[Zitat]" ist
floskelhaft und nicht einzelfallbezogen (BVerwG 7 VR 2.07).

Es wird beantragt, die aufschiebende Wirkung wiederherzustellen.
```

## Streitwert und Kosten

| Position | Berechnung | Hinweis |
|---|---|---|
| Streitwert § 80 Abs. 5 VwGO | 1/2 des Hauptsache-Streitwerts (§ 52 GKG) | Auffangwert Hauptsache EUR 5.000 → Eilantrag EUR 2.500 |
| Streitwert § 123 VwGO | Nach Leistungsbegehren; bei Beamtenrecht 6-Monats-Bezüge | Einzelfall |
| Gerichtskosten VG | GKG Nr. 5210 Anlage; bei EUR 2.500 ca. EUR 378 | Eilverfahren günstiger als Hauptsache |
| Anwaltsgebühren | RVG; 1,3 Verfahrensgebühr Nr. 3100 RVG-VV; 1,2 Terminsgebühr bei Erörterung | |
| Notwendigkeit Hinzuziehung | § 80 VwVfG; rechtliche Schwierigkeit des Verwaltungsverfahrens | Antrag im Eilverfahren stellen |

## Strategische Empfehlung

| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Begründungsmangel § 80 Abs. 3 VwGO eindeutig | Formalfehler als eigenständigen Aufhebungsgrund vorantreiben; kein Eingehen auf Hauptsache nötig |
| Hauptsache hat klare Erfolgsaussichten | Zusammenfassende Begründung; Erfolgsaussicht als Kernargument |
| Hauptsache offen — reine Interessenabwägung | Irreversibilität des Vollzugs herausarbeiten; Existenzgefährdung belegen |
| Vorwegnahme der Hauptsache notwendig | BVerfG-Doppelvoraussetzung explizit substanziieren; Attest / Sachverständige einsetzen |
| Beschwerde nach Ablehnung | Neue Tatsachen und Begründungsfehler des VG konkret benennen; keine allgemeine Wiederholung |
| Mehrere Antragsgegner | Gesamtschuldnerische Kostentragung beantragen |

## Anschluss-Skills

- `eilantrag-80-abs-5-vwgo` — Vertiefung Prüfraster und Schriftsatz § 80 Abs. 5 VwGO
- `fachanwalt-verwaltungsrecht-widerspruchsschrift` — Parallel-Einlegung Widerspruch als Hauptsachebezug
- `energieanlagen-bimschg-genehmigung-verfahren` — Eilrechtsschutz bei BImSchG-Genehmigungen
- `energietrassen-planfeststellung-rechtsschutz` — Eilrechtsschutz bei Planfeststellungsbeschlüssen

## Aktuelle Leitentscheidungen (v14.2 Ergaenzung)

- BVerwG, Beschl. v. 12.11.2022 — 1 VR 3.22, DVBl 2023, 234 — § 80 Abs. 5 VwGO; Eilantrag bei Abschiebungsanordnung; subsidiär gegenueber § 123 VwGO; Spezialitaetsgrundsatz spezialgesetzlicher Eilrechtsschutz.
- BVerfG, Beschl. v. 08.06.2021 — 2 BvR 1999/17, NJW 2021, 2460 — Art. 19 Abs. 4 GG; effektiver Eilrechtsschutz; VG muss bei drohender irreversibler Rechtsbeeintraechtigung wirksame Zwischenentscheidung treffen.

## Quellen

- VwGO §§ 42, 80, 80a, 123, 146, 172
- VwVfG § 28
- ZPO §§ 920, 921, 923
- GKG § 52
- BVerfG 1 BvR 569/05 (Interessenabwägung)
- BVerfG 1 BvR 2530/04 (Vorwegnahme Hauptsache)
- BVerwG 7 VR 2.07 (Begründungsmangel § 80 Abs. 3)
- BVerwG 3 C 24.83 (Anordnungsanspruch § 123)
- OVG NRW 13 B 789/20 (Glaubhaftmachung)
- VGH Bayern 11 CE 21.820 (Fahrerlaubnissachen)
- Kopp/Schenke VwGO; Schoch in Schoch/Schneider VwGO §§ 80, 123

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