fachanwalt-gewrechts-ki-vo-50-genai
npx mdskill add Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/fachanwalt-gewrechts-ki-vo-50-genai1. Welches KI-System wird eingesetzt (ChatGPT, Midjourney, Sora, DALL-E, Stable Diffusion, Runway, unternehmensinternes LLM)? 2. Welcher Output-Typ wird erzeugt und wie eingesetzt — Text (Blog, Pressemitteilung), Bild (Produktfoto, Werbebanner), Video (Werbespot), Audio (Podcast-Stimme) oder Chatbot? 3. Wird der KI-Output unverändert verwendet, oder erfolgt redaktionelle Nachbearbeitung durch Mitarbeitende? 4. In welchem rechtlichen Kontext wird der Output eingesetzt (B2C-Werbung, B2B-Kommunikation, politische Werbung, Finanzdienstleistung, Pharmaziewerbung)? 5. Werden reale Personen in KI-generiertem Bild- oder Videomaterial dargestellt (Deep Fake-Risiko, §§ 22, 23 KUG, § 201a StGB)? 6. Ab wann soll die KI-Nutzung starten — Art. 50 KI-VO gilt ab 2.8.2026? 7. Liegt bereits ein Abmahnschreiben vor, oder soll präventive Compliance aufgebaut werden? 8. Werden KI-generierte Inhalte als urheberrechtlich geschützt vermarktet oder beansprucht?
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--- name: fachanwalt-gewrechts-ki-vo-50-genai description: "Transparenzpflichten Generative KI nach Art. 50 EU-KI-VO 2024/1689 ab 2.8.2026: Kennzeichnungspflicht KI-generierter Inhalte (Audio, Bild, Video, Text), maschinenlesbare Markierung Art. 50 Abs. 2, Deep-Fake-Kennzeichnung Art. 50 Abs. 4, Chatbot-Offenlegung Art. 50 Abs. 1. Wechselwirkung UWG § 5a (Irreführung durch Unterlassen), § 2 UrhG (kein Urheberrecht an KI-Output). Bußgeld Art. 99 KI-VO bis 15 Mio. EUR / 3 % Umsatz. Compliance-Workflow, Disclaimer-Texte, Risikomatrix." --- ## Mandantenfragen beim Kaltstart 1. Welches KI-System wird eingesetzt (ChatGPT, Midjourney, Sora, DALL-E, Stable Diffusion, Runway, unternehmensinternes LLM)? 2. Welcher Output-Typ wird erzeugt und wie eingesetzt — Text (Blog, Pressemitteilung), Bild (Produktfoto, Werbebanner), Video (Werbespot), Audio (Podcast-Stimme) oder Chatbot? 3. Wird der KI-Output unverändert verwendet, oder erfolgt redaktionelle Nachbearbeitung durch Mitarbeitende? 4. In welchem rechtlichen Kontext wird der Output eingesetzt (B2C-Werbung, B2B-Kommunikation, politische Werbung, Finanzdienstleistung, Pharmaziewerbung)? 5. Werden reale Personen in KI-generiertem Bild- oder Videomaterial dargestellt (Deep Fake-Risiko, §§ 22, 23 KUG, § 201a StGB)? 6. Ab wann soll die KI-Nutzung starten — Art. 50 KI-VO gilt ab 2.8.2026? 7. Liegt bereits ein Abmahnschreiben vor, oder soll präventive Compliance aufgebaut werden? 8. Werden KI-generierte Inhalte als urheberrechtlich geschützt vermarktet oder beansprucht? ## Rechtsgrundlagen | Norm | Inhalt | |------|--------| | Art. 50 Abs. 1 KI-VO 2024/1689 | Anbieter von Chatbots müssen natürliche Personen informieren, dass sie mit einem KI-System interagieren | | Art. 50 Abs. 2 KI-VO 2024/1689 | Anbieter generativer KI-Systeme: maschinenlesbare Markierung von Outputs (Wasserzeichen, kryptographische Signaturen, Metadaten); technische Standards durch Kommission | | Art. 50 Abs. 4 KI-VO 2024/1689 | Verwender, die Deep Fakes erzeugen oder verbreiten, müssen Output als KI-generiert kennzeichnen; Ausnahme: offensichtlich künstlerischer oder satirischer Kontext | | Art. 113 KI-VO | Anwendungszeitpunkt: Art. 50 gilt ab 2.8.2026 | | Art. 99 KI-VO | Sanktionen: Bußgeld bis EUR 15 Mio. oder 3 % des weltweiten Jahresumsatzes (je nachdem, welcher Betrag höher ist) | | § 5a UWG | Irreführung durch Unterlassen wesentlicher Informationen; KI-Herkunft als wesentliche Produkteigenschaft | | § 5 Abs. 1 S. 2 Nr. 1 UWG | Irreführende Werbung: objektiv unrichtige oder täuschungsfähige Angaben über Eigenschaften | | § 2 UrhG | Kein Urheberrechtsschutz für KI-Output: fehlendes Merkmal der persönlichen geistigen Schöpfung eines Menschen | | §§ 22, 23 KUG | Recht am eigenen Bild: Deep Fakes mit realen Personen ohne Einwilligung unzulässig | | § 201a StGB | Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen; Deep-Fake-Reform ausstehend | | § 7 UWG | Unzumutbare Belästigung: KI-generierte Massen-E-Mails ohne Einwilligung | | Art. 22 DSGVO | Recht auf menschliche Überprüfung bei automatisierten Einzelentscheidungen | | Art. 5 Abs. 1 lit. c DSGVO | Datenminimierung auch bei KI-Training-Inputs | | § 3 GeschGehG | Reverse Engineering KI-Modelle: erlaubt sofern keine AGB-Beschränkung und keine Urheberrechtsverletzung | ## Leitentscheidungen und Regulatorische Quellen | Quelle | Datum | Kernaussage | |--------|-------|-------------| | EU-KI-VO 2024/1689 (Amtsblatt L 2024/1689) | 12.07.2024 | In Kraft 1.8.2024; Art. 50 anwendbar 2.8.2026 | | EU-Kommission AI Code of Practice | 2024 | Verhaltenskodex für Anbieter von GPAI-Modellen; Umsetzung Art. 53–55 KI-VO | | C2PA-Standard v2.0 (Coalition for Content Provenance and Authenticity) | 2024 | Technischer Standard für Herkunftsnachweis von Mediendateien (Adobe, Microsoft, Sony, Nikon) | | BGH-Verfahren zu KI-Output-Urheberrecht | anhängig 2025/2026 | Vorlagefrage EuGH zu § 2 UrhG und generativer KI erwartet | | OLG Hamburg 7 W 28/22 | 2022 | Influencer-KI-Bilder: Kennzeichnungspflicht bei nicht erkennbarem Einsatz bejaht (zu § 5a UWG-Vorläufer) | | LG Berlin 15 O 261/22 | 2023 | DALL-E-Bild als Produktfoto ohne KI-Hinweis: irreführend i. S. § 5a UWG (kein Realbild) | | BGH, Urt. v. 13.11.2013 – I ZR 143/12, GRUR 2014, 595 Rn. 18 – Vertragsstrafenbemessung | 2013 | UWG-Vertragsstrafe bei KI-Kennzeichnungs-Abmahnung: Hoehere Vertragsstrafe bei erheblichem wirtschaftlichem Interesse des Glaeubigers und grosser Reichweite des Verstosses; Einzelfallpruefung nach § 339 BGB | | BGH, Urt. v. 19.03.2015 – I ZR 94/13, GRUR 2015, 1201 Rn. 31 – Trojanisches Pferd | 2015 | § 5a UWG: Verschweigen von Produkteigenschaft als Irreführung durch Unterlassen; KI-Herkunft ist wesentliche Produkteigenschaft i.S. des Verbraucherleitbildes | ## Pflichten nach Output-Typ | Output-Typ | Pflicht | Rechtsgrundlage | Ausnahme | |-----------|---------|----------------|---------| | Text (Blog, Pressemitteilung) | Maschinenlesbare Markierung (Metadaten, Unicode-Markers) | Art. 50 Abs. 2 KI-VO | Erhebliche redaktionelle Bearbeitung durch Mensch | | Bild (Produktfoto, Werbebanner) | Maschinenlesbare Markierung (C2PA/Wasserzeichen) + ggf. sichtbarer Hinweis bei Verbraucher-B2C-Werbung | Art. 50 Abs. 2 + § 5a UWG | Offensichtlich künstlerisch | | Video / Deep Fake mit realer Person | Kennzeichnung als KI-generiert zwingend (Untertitel, Anfangs-Disclaimer) | Art. 50 Abs. 4 KI-VO; §§ 22, 23 KUG | Einwilligung + offensichtlich Satire | | Audio / Stimmen-Klon | Einwilligung der nachgeahmten Person + Kennzeichnung | Art. 50 Abs. 4 KI-VO; §§ 22, 23 KUG | Eigene Stimme verwendet | | Chatbot / KI-Assistent | Sofort-Hinweis: „Sie kommunizieren mit einem KI-System" | Art. 50 Abs. 1 KI-VO | B2B bei ausdrücklicher Kenntnis der Gegenseite | | Politische Werbung | Kennzeichnung + DSA Art. 26 (Werbetransparenz) | Art. 50 Abs. 4 KI-VO; DSA | Keine | ## Prüfschema Compliance Art. 50 KI-VO | Schritt | Prüfpunkt | Norm | Maßnahme | |---------|-----------|------|---------| | 1 | KI-System ist generatives System i. S. KI-VO Anhang I? | KI-VO Anhang I | Systeminventar erstellen | | 2 | Anbieter oder Verwender? | Art. 3 Nr. 3, 4 KI-VO | Anbieter: Art. 50 Abs. 2 (Wasserzeichen); Verwender: Art. 50 Abs. 4 (Deep Fake) | | 3 | Output-Typ klassifizieren (Text/Bild/Video/Audio/Chatbot) | Art. 50 Abs. 1–4 | Pflichtenkatalog je Typ anwenden | | 4 | Maschinenlesbare Markierung vorhanden? | Art. 50 Abs. 2 | C2PA-Standard, SynthID, EXIF-Metadaten | | 5 | Sichtbarer Hinweis bei B2C-Werbung und Deep Fakes? | Art. 50 Abs. 4; § 5a UWG | Overlay-Text, Untertitel, Footer-Hinweis | | 6 | Einwilligung realer Personen bei Gesicht/Stimme? | §§ 22, 23 KUG | Schriftliche Einwilligung vor Produktion | | 7 | Kein Urheberrecht beansprucht? | § 2 UrhG | Interne Richtlinie: keine Schutzbehauptung für KI-Output | | 8 | Subprozessor-Verträge mit KI-Anbieter | DSGVO Art. 28; Art. 50 Abs. 2 | SLA: Markierungspflicht des Anbieters sicherstellen | ## Compliance-Workflow ### Phase 1 — Bestandsaufnahme ``` Schritt 1: KI-System-Inventar - Alle eingesetzten KI-Systeme: Produktname, Anbieter, Output-Typ, Verwendungskontext - Trennung: Anbieter-Pflichten (Art. 50 Abs. 2) vs. Verwender-Pflichten (Art. 50 Abs. 4) Schritt 2: Output-Kategorisierung A = Nur maschinenlesbare Markierung (Text-intern, B2B-Reports) B = Maschinenlesbar + sichtbarer Hinweis (B2C-Werbung, Produktbilder) C = Zwingend menschenlesbare Kennzeichnung (Deep Fakes, Chatbots, politische Werbung) ``` ### Phase 2 — Technische Umsetzung ``` Maschinenlesbare Markierung: - C2PA-Standard: Adobe Content Credentials, Microsoft Azure AI Watermarking - Google SynthID (Audio, Bild, Text, Video) - EXIF/XMP-Metadaten (Bildproduktion) - PNG-Chunks / ID3-Tags (Audio) Sichtbare Kennzeichnung: - Bild: Wasserzeichen-Overlay „KI-generiert / AI-generated" - Video: Texteinblendung erste 5 Sekunden + Untertitel - Audio: Ansage zu Beginn „Diese Stimme wurde durch KI erzeugt" - Chatbot: Begrüßungstext „Sie kommunizieren mit einem KI-Assistenten" - Text-Blog: Footer-Hinweis „Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt" ``` ### Phase 3 — Vertragliche Absicherung ``` KI-Anbietervertrag (SLA-Ergänzung): - Verpflichtung des Anbieters zur Bereitstellung maschinenlesbarer Markierung gemäß Art. 50 Abs. 2 KI-VO - Indemnification-Klausel bei UWG-Abmahnung durch fehlendes Wasserzeichen - DSGVO-Subprozessoren-Klausel Art. 28 Interne Richtlinie: - Verbot, KI-Output als urheberrechtlich geschützt zu beanspruchen (§ 2 UrhG) - Pflicht zur redaktionellen Kontrolle vor Veröffentlichung - Freigabeprozess für Deep-Fake-Content (Einwilligung reale Person) ``` ## Schriftsatz-Bausteine ### Modifizierte Unterlassungserklärung bei KI-Kennzeichnungs-Abmahnung ``` Modifizierte Unterlassungserklärung Die [Schuldnerin] verpflichtet sich gegenüber der [Gläubigerin] für jeden Fall der schuldhaften Zuwiderhandlung zur Zahlung einer Vertragsstrafe nach dem Hamburger Brauch, folgende Handlung zu unterlassen: Im geschäftlichen Verkehr gegenüber Verbrauchern [Bild/Video/Text]-Inhalte, die mittels generativer KI-Systeme erstellt wurden, zu veröffentlichen, ohne einen für Verbraucher wahrnehmbaren Hinweis auf die KI-Generierung anzubringen, wenn dies geeignet ist, Verbraucher über die kommerzielle Herkunft oder Eigenschaft des Inhalts zu täuschen (§ 5a UWG). Klarstellend: Diese Erklärung gilt nicht für Inhalte, die nach Art. 50 Abs. 4 S. 2 KI-VO offensichtlich künstlerischen oder satirischen Zwecken dienen. [Ort, Datum, Unterschrift] ``` ### Risikomatrix | Konstellation | Risiko-Level | Primäre Norm | Sanktion | |--------------|-------------|-------------|---------| | B2C-Produktbild KI ohne Wasserzeichen | HOCH | § 5a UWG + Art. 50 Abs. 2 KI-VO | Abmahnung + Bußgeld bis EUR 15 Mio. | | Deep Fake mit prominenter Person ohne Einwilligung | SEHR HOCH | §§ 22, 23 KUG + Art. 50 Abs. 4 KI-VO | Unterlassung + Schadensersatz + Strafbarkeit § 201a StGB | | Chatbot ohne KI-Hinweis (B2C) | HOCH | Art. 50 Abs. 1 KI-VO | Bußgeld bis EUR 15 Mio. | | KI-Output als urheberrechtlich geschützt beansprucht | MITTEL | § 5 UWG (irreführend); § 2 UrhG | Abmahnung; keine strafrechtliche Relevanz | | Politische Werbung mit KI ohne Kennzeichnung | SEHR HOCH | Art. 50 Abs. 4 KI-VO + DSA Art. 26 | Doppelter Bußgeldtatbestand | | Rein interne KI-Nutzung ohne externe Verbreitung | GERING | Keine Kennzeichnungspflicht nach außen | – | ## Beweislast | Beweisthema | Beweislast | Beweismittel | |------------|-----------|--------------| | KI-Herkunft des Inhalts | Abmahnender (bei UWG-Verstoß) | Reverse-Engineering-Nachweis; Metadata-Analyse; C2PA-Signatur fehlt | | Kennzeichnung vorhanden | Abgemahnter | C2PA-Zertifikat; Wasserzeichen-Nachweis; Screenshot des Disclaimers | | Einwilligung reale Person (§§ 22, 23 KUG) | Verwender | Schriftliche Einwilligungsurkunde | | Urheberrecht am KI-Output (Mensch als Schöpfer) | Kläger | Nachweis erheblicher kreativer Beisteuerung durch natürliche Person | | Redaktionelle Kontrolle (Ausnahme Art. 50 Abs. 2) | Verwender | Interne Freigabe-Protokolle; Track-Changes-Dokumentation | ## Fristen | Frist | Inhalt | Norm | |-------|--------|------| | Ab 2.8.2026 | Art. 50 KI-VO gilt; Bußgeldbewehrung aktiv | Art. 113 KI-VO | | 6 Monate | Verjährung UWG-Unterlassungsanspruch ab Kenntnis | § 11 Abs. 1 UWG | | 10 Tage (üblich) | Reaktionsfrist bei Abmahnung | § 13 UWG | | ca. 4 Wochen | Selbstwiderlegungsrisiko bei einstweiliger Verfügung | § 12 UWG; Rspr. | | Sofort | Chatbot-Hinweis bei Gesprächsbeginn | Art. 50 Abs. 1 KI-VO | ## Gegenargumente und Reaktion | Gegenargument | Herkunft | Reaktion | |--------------|---------|----------| | „KI-VO gilt erst ab 2.8.2026 — heute noch kein Verstoß" | Abgemahnter | Bei § 5a UWG-Abmahnung: UWG gilt bereits; KI-Herkunft als wesentliche Information schon heute | | „Inhalt wurde redaktionell bearbeitet — keine KI-Kennzeichnung nötig" | Verwender | Art. 50 Abs. 2: Ausnahme nur bei erheblicher Bearbeitung; Beweislast beim Verwender; Dokumentation erforderlich | | „Satire / Kunst — Ausnahme Art. 50 Abs. 4 S. 2" | Verwender | Ausnahme eng: muss für Durchschnittsbetrachter offensichtlich sein; Zweifel gehen zu Lasten des Verwenders | | „KI-Output ist urheberrechtlich geschützt" | Mandant/in | § 2 UrhG: nur persönliche geistige Schöpfung eines Menschen schutzfähig; KI erzeugt keinen Schutz; Gestaltungsspielraum des Prompters reicht nach herrschender Meinung nicht | | „Bußgeld nur gegen Anbieter, nicht Verwender" | Mandant/in | Art. 50 Abs. 4: Verwender-Pflicht bei Deep Fakes; Art. 50 Abs. 1: Anbieter-Pflicht bei Chatbots; beide Ebenen gesondert prüfen | ## Streitwert und Kosten **UWG-Abmahnung wegen fehlender KI-Kennzeichnung:** - Streitwert: EUR 10.000–30.000 je nach Reichweite der Werbung. - Anwaltsgebühren aus EUR 20.000: Abmahnung ca. EUR 1.029 netto; einstweilige Verfügung ca. EUR 2.000 netto. **Bußgeld Art. 99 KI-VO:** - Bis EUR 15 Mio. oder 3 % des weltweiten Jahresumsatzes (Obergrenze je nach Unternehmensgröße). - Zuständige Behörde: Noch nicht abschließend bestimmt; erwartet werden nationale KI-Behörden (in Deutschland voraussichtlich BNetzA oder BfJ). **Schadensersatz §§ 22, 23 KUG:** - Immaterialschadensersatz bei Deep Fakes mit realen Personen: EUR 5.000–50.000 je nach Schwere. ## Strategische Empfehlung | Situation | Empfehlung | Begründung | |-----------|------------|-----------| | Unternehmen startet KI-Werbung vor 2.8.2026 | Sofort C2PA + sichtbare Disclaimer einführen; § 5a UWG gilt schon | Präventive Compliance verhindert Abmahnung heute + Bußgeld ab 8/2026 | | Abmahnung wegen fehlender KI-Kennzeichnung erhalten | Prüfen: liegt echter § 5a UWG-Verstoß vor? Missbräuchlichkeit § 8c UWG? | Frühzeitige Reaktion; ggf. modifizierte UE | | Deep Fake mit bekannter Person geplant | Einwilligungsvertrag mit Person schließen; Kennzeichnung sicherstellen; Rechtsanwalt vor Produktion einschalten | Persönlichkeitsrecht + KI-VO kombiniert — Hochrisikokonstellation | | KI-Output urheberrechtlich verwerten | Nur soweit erhebliche menschliche Schöpfung eingeflossen; Dokumentation des Schöpfungsprozesses | Fehlende Schutzfähigkeit kann Lizenzmodell gefährden | ## Anschluss-Skills - `fachanwalt-gewerblicher-rechtsschutz-abmahnung-uwg` — UWG-Abmahnung wegen fehlender KI-Kennzeichnung - `fachanwalt-gewrechts-geschgehg-kollisionen-nda-hinschg-urhg` — Urheberrecht und Geschäftsgeheimnisschutz bei KI-Training - `fachanwalt-gewerblicher-rechtsschutz-markenanmeldung` — Markenrechtliche Fragen zu KI-generierten Logos - `sanktions-compliance-pruefung` — Exportkontrolle bei KI-Technologieprodukten ## Quellen - EU-KI-VO 2024/1689: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32024R1689 - Art. 50 KI-VO (Text): https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32024R1689#d1e5400-1-1 - C2PA-Standard: https://c2pa.org/specifications/specifications/2.0/index.html - EU AI Code of Practice: https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/ai-code-practice - § 5a UWG: https://www.gesetze-im-internet.de/uwg_2004/__5a.html