fachanwalt-bank-kapitalmarktrecht-anlageberatung-fehlerhaft
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npx mdskill add Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/fachanwalt-bank-kapitalmarktrecht-anlageberatung-fehlerhaft1. Welches Anlageprodukt wurde empfohlen (Aktie, Anleihe, Zertifikat, geschlossener Fonds, Schiffsfonds, Immobilienfonds)? 2. Wann erfolgte die Beratung und wann wurde der Erwerb getätigt? Liegt eine Geeignetheitserklärung § 64 Abs. 4 WpHG (bis 02.01.2018: Beratungsprotokoll § 34 Abs. 2a WpHG aF) vor? 3. Welche Risikoklasse hat der Mandant in seinem WpHG-Bogen angegeben? Wurde Risikobereitschaft und Anlageziel erfragt? 4. Hat die Bank über Rückvergütungen (Kick-backs) oder Innenprovisionen aufgeklärt? 5. Wie hoch ist der eingetretene Schaden (Erwerbsschaden, entgangener Gewinn)?
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--- name: fachanwalt-bank-kapitalmarktrecht-anlageberatung-fehlerhaft description: "Fehlerhafte Anlageberatung der Bank pruefen. Bond-Urteil-Pflichten anleger- und anlagegerecht. Aufklaerung ueber Risikoklassen Provisionen Rueckvergueterung Innenprovision Kick-backs. Vermutung aufklaerungsrichtigen Verhaltens BGH XI ZR. Schadensersatz §§ 280 311 BGB i.V.m. Beratungsvertrag bzw. § 826 BGB. Verjaehrung § 195 BGB drei Jahre ab Kenntnis ggf. § 199 Abs. 3 BGB Hoechstfrist zehn Jahre." --- # Anlageberatung fehlerhaft ## Kaltstart-Rückfragen 1. Welches Anlageprodukt wurde empfohlen (Aktie, Anleihe, Zertifikat, geschlossener Fonds, Schiffsfonds, Immobilienfonds)? 2. Wann erfolgte die Beratung und wann wurde der Erwerb getätigt? Liegt eine Geeignetheitserklärung § 64 Abs. 4 WpHG (bis 02.01.2018: Beratungsprotokoll § 34 Abs. 2a WpHG aF) vor? 3. Welche Risikoklasse hat der Mandant in seinem WpHG-Bogen angegeben? Wurde Risikobereitschaft und Anlageziel erfragt? 4. Hat die Bank über Rückvergütungen (Kick-backs) oder Innenprovisionen aufgeklärt? 5. Wie hoch ist der eingetretene Schaden (Erwerbsschaden, entgangener Gewinn)? ## Anspruchsgrundlagen - Konkludenter Beratungsvertrag mit Bank/Berater bei eigener Anlageberatung: BGH XI ZR 12/93, Urt. v. 06.07.1993, Rn. 11 ff. (Bond-Urteil). - Anleger- und anlagegerechte Beratung — Pflicht zur vollständigen, richtigen und verständlichen Information. - Aufklärungspflicht über Rückvergütungen (Kick-backs): BGH XI ZR 510/07, Beschl. v. 20.01.2009, Rn. 12 ff. (Kick-back III); grundlegend BGH XI ZR 56/05, Urt. v. 19.12.2006, Rn. 22 (Kick-back II). - Aufklärungspflicht über Innenprovisionen ab 15 Prozent: BGH III ZR 359/02, Urt. v. 12.02.2004, Rn. 38. - Anspruchsgrundlage: §§ 280 Abs. 1, 311 Abs. 2 BGB i.V.m. Beratungsvertrag (Schadensersatz wegen Pflichtverletzung). - Bei Vorsatz oder Sittenwidrigkeit zusätzlich § 826 BGB und § 31 BGB für Organhaftung. - Vermutung aufklärungsrichtigen Verhaltens: BGH XI ZR 262/10, Urt. v. 08.05.2012, Rn. 28 ff. ## Beweislast und Frist - Anleger trägt Darlegungs- und Beweislast für Beratungsfehler und Schaden. - Bank trägt Beweislast für rechtzeitige und ordnungsgemäße Aufklärung. - Bei festgestellter Pflichtverletzung wird Ursächlichkeit für Anlageentscheidung vermutet (Vermutung aufklärungsrichtigen Verhaltens). - Verjährung Regelfrist § 195 BGB drei Jahre ab Kenntnis Schaden und Schädiger; Höchstfrist zehn Jahre § 199 Abs. 3 Nr. 1 BGB ab Anspruchsentstehung. ## Prüfschema ``` 1. Beratungssituation (Beratungsvertrag konkludent?) 2. Pflicht zu anleger- und anlagegerechter Beratung 3. Aufklaerungsmaengel identifizieren - Risikoaufklaerung - Rueckverguetung/Kick-back - Innenprovision >= 15% - Totalverlustrisiko (geschlossene Fonds) 4. Geeignetheitserklaerung § 64 Abs. 4 WpHG analysieren (bzw. § 34 Abs. 2a WpHG aF bis 02.01.2018) 5. Schaden berechnen (Erwerbsschaden + entgangener Gewinn) 6. Verjaehrung pruefen (3 Jahre Kenntnis / 10 Jahre Hoechstfrist) ``` Standardliteratur: Grüneberg BGB § 280; Ellenberger/Schäfer Anlegerschutz; Assmann/Schneider WpHG-Kommentar. ## Schreibvorlage Anspruchsschreiben ``` Sehr geehrte Damen und Herren, namens und in Vollmacht unserer Mandantschaft machen wir Schadensersatz wegen fehlerhafter Anlageberatung aus dem Beratungsvertrag vom [Datum] und §§ 280 Abs. 1 311 Abs. 2 BGB geltend. Unsere Mandantschaft erwarb am [Datum] auf Empfehlung Ihres Hauses das Anlageprodukt [Produktbezeichnung WKN/ISIN] zu einem Erwerbspreis von EUR [Betrag]. Beratungsfehler liegen in folgenden Punkten: 1. fehlende Aufklaerung ueber Rueckverguetung (Kick-back BGH XI ZR 510/07 Beschl. v. 20.01.2009 Rn. 12 ff.) 2. unterlassene Aufklaerung ueber Innenprovision von [...] Prozent (BGH III ZR 359/02 Rn. 38) 3. anlegerunabhaengige Empfehlung trotz Risikoklasse [...] Wir fordern Sie auf bis [Datum vier Wochen] Zug um Zug gegen Rueckgabe der Wertpapiere den Erwerbspreis EUR [Betrag] zuzueglich entgangener Gewinn in Hoehe von EUR [Betrag] zu erstatten. Andernfalls werden wir Klage erheben. Mit freundlichen Gruessen ``` ## Übergabe - Bei Ablehnung: Klage am Sitz der Bank bzw. Wohnsitz des Anlegers § 32b ZPO bei kapitalanlegerrechtlichem Musterverfahren prüfen. - Verjährungsfrist im Aktenkalender notieren — Hemmung durch Verhandlungen § 203 BGB sichern. - Bei Vergleichsverhandlungen Hemmungsschriftverkehr dokumentieren. ## Vertiefung: Leitsaetze und Workflow-Ergaenzung ### Triage — Bevor losgelegt wird, klaere: 1. Wann fand die Beratung statt? → Verjaebrung 3 Jahre ab Kenntnis + max. 10 Jahre absolut. 2. Liegt Beratungsprotokoll (§ 83 WpHG / § 34 WpHG aF) oder Geeignetheitserklaerung (§ 64 WpHG) vor? → Fehlende Dokumentation = Beweisschwaeche Bank. 3. Erhielt die Bank Rueckverguetungen / Innenprovisionen? → Aufklaerungspflicht nach BGH XI ZR 56/05. 4. Wurde das Anlageprodukt anlegegerecht empfohlen (Risikoprofil vs. Produkt-Risikoklasse)? → Bond-Urteil BGH XI ZR 12/93. 5. Schadenshoehe: Differenzhypothese oder negatives Interesse berechnen? ### Ergaenzende Leitsaetze - BGH, Urt. v. 17.09.2013 - XI ZR 332/12, NJW 2013, 3573 Rn. 22 — Fehlende WpHG-Dokumentation begruendet Vermutung, dass Beratung nicht anlegergerecht war; Bank muss diese Vermutung erschuettern. - BGH, Urt. v. 27.09.2011 - XI ZR 178/10, NJW 2012, 66 Rn. 28 — Lehman-Zertifikate: Emittentenrisiko aufklaerungs-pflichtig; Investment-Grade-Rating allein genuegt nicht zur Entbindung von Aufklaerungspflicht. - BGH, Urt. v. 22.03.2011 - XI ZR 33/10, NJW 2011, 1949 Rn. 33 — CMS Spread Ladder Swap: Aufklaerungspflicht ueber anfaenglichen negativen Marktwert; Eigeninteresse der Bank offenzulegen. - BGH, Beschl. v. 20.01.2009 - XI ZR 510/07, NJW 2009, 1416 Rn. 12 — Kick-back III: Rueckverguetungen auch bei verdeckten Vertriebsprovisionen aufklaerungspflichtig; kein Ermessen der Bank. ### Schritt-fuer-Schritt-Workflow Anlageberatungsfehler 1. **Mandantengespräch:** Produkt, Datum Beratung, Risikoprofil, Verlusthoehe dokumentieren. 2. **Beratungsprotokoll anfordern** (§ 83 WpHG, § 64 Abs. 4 WpHG): 3-Tage-Frist auf Herausgabe. 3. **Pruefung Kickbacks:** Bank-interne Vertriebsprovision vom Emittenten = aufklaerungspflichtig. 4. **Schadensberechnung:** Eingesetztes Kapital minus aktueller Wert + entgangene 4 %-Verzinsung. 5. **Ausforderungsschreiben** an Bank mit 4-Wochen-Frist, Schadensaufstellung, Klageandrohung. 6. **Ombudsmann** einschalten (hemmt Verjaebrung § 204 BGB). 7. **Klage** bei Ablehnung: LG (§ 23 GVG Streitwert ab EUR 5.000).