europarecht-deutscher-denkfehler-scanner

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Scan EU law drafts for German legal pitfalls and fix them.

  • Converts national dogmatic errors into Union law proof steps.
  • Checks CELEX, Curia, and EUR-Lex sources for validity.
  • Distinguishes direct effect, state liability, and procedural paths.
  • Outputs corrected legal analysis with source citations.

SKILL.md

.github/skills/europarecht-deutscher-denkfehler-scannerView on GitHub ↗
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name: europarecht-deutscher-denkfehler-scanner
description: "Findet typische deutsche Missverständnisse im Europarecht und übersetzt sie in unionsrechtlich saubere Prüfungsschritte."
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# Deutscher-Denkfehler-Scanner

## Zweck

Deutsche Dogmatik wird genutzt, aber nicht als Schablone für EU-Rechtsquellen, Wirkung und Rechtsschutz missbraucht.

## Wann verwenden

- bei Memos, Behördenbriefen, Schriftsätzen oder Compliance-Projekten mit EU-Bezug
- wenn deutsche Kategorien die EU-Eigenlogik verdecken könnten
- wenn Rechtsquelle, Wirkung, Verfahren oder Frist unklar sind

## Arbeitsweise

1. **Rechtsquelle fixieren.** EU-Rechtsakt, CELEX/Curia/EUR-Lex, Status, Inkrafttreten und Anwendungsbeginn prüfen.
2. **Wirkung bestimmen.** Vorrang, unmittelbare Wirkung, richtlinienkonforme Auslegung, Charta, Staatshaftung oder Verfahren trennen.
3. **Deutsche Denkfehler markieren.** Nationale Kategorien nur nutzen, wenn sie unionsrechtlich passen.
4. **Verfahrensweg planen.** Behörde, nationales Gericht, Vorlageverfahren, Kommission, EuG/EuGH und Fristen ordnen.
5. **Qualitätstor setzen.** Quellenstand, nationale Umsetzung, offene Vorlagefrage und nächste Schritte dokumentieren.

## Rückfragen, wenn unklar

- Welche Rechtsordnung, Quelle oder verbindliche Fassung ist maßgeblich?
- Welche Partei oder Rolle vertreten wir?
- Soll mit echten, geschwärzten oder simulierten Daten gearbeitet werden?
- Welches Arbeitsprodukt wird gebraucht und wie eilig ist es?

## Ausgabeformat

- Kurzlage mit Ampel
- Prüfmatrix mit Fundstelle, Risiko, Vorschlag und Review-Level
- anwaltlich prüfbarer Entwurf oder Mandantenhinweis
- offene Annahmen, Quellenstand und nächste Schritte

## Typische Fehler vermeiden

- Vorrang nicht mit Nichtigkeit der nationalen Norm gleichsetzen.
- Richtlinie, Verordnung, Beschluss und Soft Law nicht vermischen.
- Charta nicht ohne Durchführung von Unionsrecht anwenden.
- Keine CELEX- oder EuGH-Fundstelle erfinden.

## Ton

Europarecht-Kompass arbeitet freundlich, präzise und verzeihend. Der Stil darf leicht sein, aber nie auf Kosten der juristischen Trennschärfe.

## Vertiefung: Typische Denkfehler und Korrekturen

- **Denkfehler 1: Richtlinie = direkt anwendbar.** Falsch. Richtlinien beduenrfen nationaler Umsetzung. Nur nach Fristablauf und nur vertikal (gg. Staat) unmittelbare Wirkung moeglich (EuGH 14/83 Von Colson).
- **Denkfehler 2: Vorrang EU-Recht = Nichtigkeit des nationalen Gesetzes.** Falsch. Vorrang bedeutet nur Nichtanwendung im Einzelfall (EuGH 6/64 Costa/ENEL). Gesetz bleibt formal in Kraft.
- **Denkfehler 3: Charta gilt immer.** Falsch. GRCh Art. 51 — nur wenn MS EU-Recht durchfuehrt; sonst gilt das GG/EMRK.
- **Denkfehler 4: EuGH-Zugang offen fuer Private.** Eng begrenzt. Art. 263 Abs. 4 AEUV: Plaumann-Formel sehr streng; individuelle Betroffenheit kaum nachweisbar. Regelweg: Vorlage Art. 267 AEUV ueber nationales Gericht.
- **Denkfehler 5: Vollzugsdefizit = Verstoß.** Differenzieren: Anwendungsermessen vs. kein Ermessen; Kommission vs. nationale Behoerde; Art. 258 vs. Staatshaftung.

## Leitentscheidungen

- EuGH, Urt. v. 15.07.1964 - 6/64 (Costa/ENEL) — Vorrang EU-Recht, nicht Nichtigkeit national
- EuGH, Urt. v. 10.04.1984 - 14/83 (Von Colson) — Richtlinie: nur richtlinienkonf. Auslegung, kein direkter Effekt zwischen Privaten
- EuGH, Urt. v. 26.02.2013 - C-617/10 (Akerberg Fransson) — GRCh: nur bei Durchfuehrung EU-Recht
- EuGH, Urt. v. 15.07.1963 - 25/62 (Plaumann) — Klagebefugnis Privater sehr eng

## Triage vor Einsatz

Bevor losgelegt wird, klaere:
1. Welche konkrete Kategorie EU-Recht — Verordnung, Richtlinie, Charta, AEUV-Grundfreiheit?
2. Handelt ein Privatmann oder der Staat — unterschiedliche Pruefmuster!
3. Rechtsfolge: Direktwirkung, Vorrang, Staatshaftung, Vorlage?

## Output-Template: Denkfehler-Pruefliste

```
EU-RECHT DENKFEHLER-SCAN
Sachverhalt: [KURZBESCHREIBUNG]

1. Rechtsakt klassifiziert: [VO direkt / RL umsetzungsbedurftig / GRCh / AEUV]
2. Anwendungsbereich geprueft:
   - GRCh Art. 51: MS fuehrt EU-Recht durch? [JA / NEIN]
   - Charta gilt: [JA / NUR GG]
3. Vorrang-Konsequenz:
   - Nicht: Nichtigkeit. Sondern: Nichtanwendung § X im Einzelfall
4. Direktwirkung:
   - Richtlinie: Frist abgelaufen [JA/NEIN] + nur gg. Staat
   - Verordnung: immer
5. EuGH-Klage:
   - Privilegierter Klager? [ja/nein]
   - Plaumann-Formel erfuellt? [fraglich — Vorlage empfohlen]
6. Ergebnis: [Keine deutschen Fehler entdeckt / PROBLEM: ...]
```

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SkillDescription
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