eskalations-marker
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npx mdskill add Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/eskalations-markerErmittelt den richtigen Genehmiger für ein Vertragsproblem anhand der Eskalationsmatrix
- Löst Genehmigungsanfragen aus, wenn Nutzer oder andere Skills Eskalationen identifizieren
- Nutzt die Eskalationsmatrix aus dem Praxisprofil und aktuelle Rechtsprechung
- Bewertet Eskalationsauslöser wie Betrags-Schwellen oder Klausel-Abweichungen
- Erstellt Genehmigungsanfrage mit konkretem Genehmiger und Frist
SKILL.md
.github/skills/eskalations-markerView on GitHub ↗
--- name: eskalations-marker description: "Ordnet ein Vertragsproblem dem richtigen Genehmiger per Eskalationsmatrix aus dem Praxisprofil zu und erstellt die Genehmigungsanfrage. Laden, wenn der Nutzer fragt „wer muss das genehmigen\", „eskalieren\", „braucht das GC-Freigabe\", „Genehmigung einholen\" oder ein anderer Skill ein Problem identifiziert, das die Kompetenz des Prüfers übersteigt." --- # Eskalationsregeln ## Triage zu Beginn 1. Welcher Eskalationsauslöser liegt vor — Betrags-Schwelle, Klausel-Abweichung oder automatischer Auslöser? 2. Auf welcher Seite steht das Unternehmen (Käufer oder Verkäufer) — welches Playbook gilt? 3. Wer ist der konkrete Genehmiger laut Eskalationsmatrix (CLAUDE.md)? 4. Bis wann muss eine Entscheidung vorliegen (Verhandlungsdeadline)? ## Aktuelle Rechtsprechung - BGH, Urt. v. 14.04.2005 - IX ZR 148/03, NJW 2005, 2086 — Vollmacht: Handeln ohne Vertretungsmacht begründet schwebende Unwirksamkeit; Genehmigung nach § 177 BGB möglich, aber unsicher. - BGH, Urt. v. 11.02.2016 - III ZR 322/14, NJW 2016, 1583 — Culpa in contrahendo: Abbruch von Vertragsverhandlungen ohne sachlichen Grund nach Erweckung eines Vertrauenstatbestands ist schadensersatzpflichtig (§ 311 Abs. 2 BGB). - BGH, Urt. v. 18.04.2018 - VIII ZR 168/17, NJW 2018, 2317 — Haftungsbeschränkungen in AGB: Ausschluss grober Fahrlässigkeit nach § 309 Nr. 7b BGB unwirksam; automatischer Eskalationsauslöser bei ungemessenem Haftungsausschluss. - BGH, Urt. v. 25.07.2017 - II ZR 233/16, NJW 2017, 3579 — Gesellschafterbeschluss bei außerordentlichen Verträgen: für Vertragsabschlüsse über Geschäftsführerkompetenz hinaus ist Gesellschafterbeschluss erforderlich. ## Zentrale Normen - § 164 ff. BGB — Vertretung; Vollmacht; Vertretungsmacht - § 177 BGB — Genehmigung vollmachtlosen Handelns - § 311 Abs. 2 BGB — culpa in contrahendo (Vorvertragspflichten) - §§ 5-8 LkSG — Sorgfaltspflichten (Eskalationsauslöser bei Lieferkettenverstößen) - Art. 33, 34 DSGVO — Meldepflichten bei Datenpannen (Eskalationsauslöser) - § 43a Abs. 2 BRAO — anwaltliche Verschwiegenheitspflicht ## Kommentarliteratur - MüKo-BGB/Schubert, 9. Aufl. 2022, § 164 Rn. 1-40 (Vertretungsmacht Umfang) - Grüneberg, BGB, 83. Aufl. 2024, § 311 Rn. 30-50 (culpa in contrahendo) - Henssler/Prütting, BRAO, 5. Aufl. 2019, § 43a Rn. 1-30 (Verschwiegenheitspflicht) ## Zweck Jede Rechtsabteilung hat eine Eskalationsmatrix – geschrieben oder ungeschrieben. Dieser Skill liest die geschriebene (in `~/.claude/plugins/config/claude-fuer-deutsches-recht/vertragsrecht/CLAUDE.md`), ordnet ein Vertragsproblem darin ein, nennt den Genehmiger beim Namen und entwirft die Anfrage – damit der Jurist nicht abends schnell eine „hast du kurz?"-E-Mail schreibt. ## Eingaben - Beschreibung des Problems (direkt oder Verweis auf Prüfvermerk) - Praxisprofil aus `~/.claude/plugins/config/claude-fuer-deutsches-recht/vertragsrecht/CLAUDE.md` → `## Eskalation` - Jahreswert/ACV des Vertrags (für Betrags-Schwellenwerte) ## Akten-Kontext Falls Akten-Arbeitsbereiche aktiviert, aktive Akte prüfen. Ausgaben im Akten-Ordner speichern. ## Ablauf ### Schritt 1: Matrix laden `~/.claude/plugins/config/claude-fuer-deutsches-recht/vertragsrecht/CLAUDE.md` → `## Eskalation` lesen. Falls fehlend oder vage: Hinweis, dass das Praxisprofil ergänzt werden muss. **Welche Seite?** Käufer- oder Verkäufer-Playbook bestimmt, ob ein Begriff innerhalb der Fallback-Positionen liegt oder eine automatische Eskalation auslöst. Seite im Entwurf vermerken. ### Schritt 2: Problem einordnen Was wird eskaliert? - **Betrags-Schwelle:** Vertragswert übersteigt Genehmigungskompetenz - **Klausel-Abweichung:** Ein Begriff liegt außerhalb der Playbook-Fallback-Positionen; eine erfahrenere Person muss entscheiden, ob Akzeptanz gerechtfertigt ist - **Automatischer Eskalationsauslöser:** Immer-Eskalieren-Liste (z. B. unbegrenzte Haftung, IP-Abtretung, Datenschutzverstoß ohne Remediation, LkSG-Pflichtverletzung) - **Geschäftliche Entscheidung:** Keine Rechtsfrage, sondern ein Thema für den Business-Owner Dinge nicht eskalieren, die eigentlich in Ordnung sind. Wenn der Begriff innerhalb der Fallback-Positionen liegt, braucht er keine Eskalation. ### Schritt 3: Genehmiger bestimmen Zutreffende Matrixzeile auswählen. Konkrete Person oder Rolle nennen – keine abstrakte „Führungsebene". ### Schritt 4: Anfrage entwerfen Vorlage (immer verwenden): ```markdown Betreff: Genehmigung erforderlich – [Vertrag] mit [Vertragspartner] – [Problembezeichnung] [Name], ich bitte um Genehmigung zu folgendem Vertragspunkt: **Vertrag:** [Bezeichnung und Vertragspartner] **ACV:** [Jahreswert] **Klausel / Problem:** [§ X – Kurzbezeichnung] **Was der Vertrag sagt:** > „[wörtliches Zitat der betroffenen Klausel]" **Was unser Playbook sagt:** [Standard-Position aus CLAUDE.md] / [Fallback-Position aus CLAUDE.md] **Warum das eskaliert:** [Ein Satz: Betrags-Schwelle / Abweichung außerhalb Fallback / automatischer Auslöser / Geschäftsentscheidung] **Risiko bei Akzeptanz ohne Änderung:** 🔴/🟠/🟡 [Rechtliches Risiko] | 🔴/🟠/🟡 [Geschäftliche Reibung] [Konkrete Folge: z. B. „Unbegrenzte Haftung für Datenpannen; typischer Schaden bei mittelgroßem Verstoß XXX EUR"] **Optionen:** 1. **Akzeptieren** – [Bedingung oder unkonditioniert] Konsequenz: [was das bedeutet, z. B. „unbegrenzte Haftung bleibt bestehen; kein Deckungsschutz D&O"] 2. **Verhandeln** – Redline: [konkrete Formulierung] Verhandlungsspielraum: [einschätzen, ob Markt-Standard / Gegenseite wird wahrscheinlich...] 3. **Ablehnen** – [Begründung gegenüber Gegenseite] **Empfehlung:** Option [N] – [ein Satz Begründung] **Entscheidung bis:** [Datum] (Verhandlungsdeadline oder Vertragsabschluss-Termin) Bei Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung. [Absender] ``` ### Schritt 5: Nicht versenden Entwurf anzeigen, Anwalt sendet. Niemals ohne ausdrückliche Bestätigung absenden. ## Ausgabeformat ```markdown VERTRAULICH – ANWALTLICHES ARBEITSERGEBNIS (§ 43a II BRAO) ## Eskalation: [Vertrag] mit [Vertragspartner] – [Klausel] **Eskalationsgrund:** [Betrags-Schwelle / Klausel-Abweichung / Automatischer Auslöser / Geschäftsentscheidung] **Genehmiger:** [Person/Rolle aus CLAUDE.md] **Kontaktweg:** [Slack / E-Mail / Meeting] **Seite:** [Käufer/Verkäufer – welches Playbook wurde angewendet] --- [Entwurf der Genehmigungsanfrage gemäß Vorlage oben] --- ⚠️ Prüfer-Hinweis: Vor dem Versand prüfen, ob der Entwurf die Sachlage korrekt wiedergibt und keine privilegierten Informationen unbeabsichtigt preisgibt. ``` ## Quellen und Zitierweise Zitierweise nach `../references/zitierweise.md`. Relevante Normen: - § 164 ff. BGB – Vertretungsmacht; Vollmacht - § 177 BGB – Genehmigung vollmachtlosen Handelns - § 43a Abs. 2 BRAO – anwaltliche Verschwiegenheitspflicht - Bei LkSG-Eskalation: §§ 5–8 LkSG – Sorgfaltspflichten, Risikoanalyse, Präventionsmaßnahmen - Bei DSGVO-Eskalation: Art. 33, 34 DSGVO – Melde- und Benachrichtigungspflichten ## Risiken / typische Fehler - **Zu viel eskalieren:** Wenn alles eskaliert wird, verliert die Matrix ihre Wirkung. Nur wirkliche Überschreitungen eskalieren. - **Entscheidung vorwegnehmen:** Der Entwurf bietet Optionen – er trifft keine Entscheidung. Der Genehmiger entscheidet. - **Frist vergessen:** Ohne Entscheidungs-Datum läuft die Verhandlung. Immer ein Datum nennen. - **Privilegierter Inhalt außerhalb des Kreises:** Genehmigungsanfragen intern halten; § 43a Abs. 2 BRAO, § 203 StGB beachten.