email-eingangsanalyse
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npx mdskill add Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/email-eingangsanalyseDieser Skill analysiert einen eingegangenen E-Mail-Text systematisch auf emotionale Belastung, unsachliche Formulierungen und potenzielle berufsrechtliche Risiken. Er bildet die Grundlage für alle nachfolgenden Umformulierungsschritte.
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name: email-eingangsanalyse
description: "Liest den Eingangstext einer E-Mail und identifiziert emotionale Trigger wie Schimpfwoerter, Grossbuchstaben, Ausrufezeichen-Ketten, persoenliche Angriffe, Sarkasmus und Drohgesten. Bewertet den Konfliktgrad als gering, mittel oder hoch."
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# E-Mail-Eingangsanalyse
Dieser Skill analysiert einen eingegangenen E-Mail-Text systematisch auf emotionale Belastung, unsachliche Formulierungen und potenzielle berufsrechtliche Risiken. Er bildet die Grundlage für alle nachfolgenden Umformulierungsschritte.
## Triage zu Beginn
1. Von wem stammt die E-Mail: Mandant, Gegner, gegnerischer Anwalt, Gericht, Behoerde oder Unbekannter?
2. Was ist der sachliche Kern der E-Mail — unabhaengig vom Tonfall?
3. Enthalt die E-Mail strafrechtlich relevante Aeusserungen (Beleidigung § 185 StGB, Bedrohung § 241 StGB)?
4. Soll die E-Mail beantwortet, weitergeleitet oder dokumentiert werden?
## Aktuelle Rechtsprechung
- BGH, Urt. v. 30.01.2018 - VI ZR 531/16, NJW 2018, 1884 — Ehrverletzende Aeusserungen in E-Mails loesen Unterlassungs- und Schadensersatzansprueche aus § 823 Abs. 1 BGB aus.
- BAG, Urt. v. 27.09.2012 - 2 AZR 646/11, NZA 2013, 334 — Beleidigende Inhalte in elektronischer Korrespondenz koennen ausserordentliche Kuendigung rechtfertigen.
- OLG Koeln, Urt. v. 06.12.2016 - 15 U 57/16 — Sarkasmus und Ironie in schriftlicher Kommunikation koennen als herabsetzende Aeusserung i.S.v. § 43a Abs. 3 BRAO gewertet werden.
- BGH, Urt. v. 22.11.2001 - I ZR 255/99, NJW 2002, 2031 — Geschaeftliche Korrespondenz mit kreditschaedigenden Aeusserungen erfullt Tatbestand des § 824 BGB.
## Zentrale Normen
- § 43a Abs. 3 BRAO — Sachlichkeitsgebot: verhindert Uebernahme aggressiven Tons aus Eingangskorrespondenz
- § 185 StGB — Beleidigung: ggf. bei strafrechtlich relevantem Inhalt Eingangs-E-Mail dokumentieren
- § 241 StGB — Bedrohung: bei Drohungen Dokumentationspflicht und ggf. Strafanzeige erwaegen
- § 823 Abs. 1 BGB — Persoenlichkeitsrecht: Gegenschreiben darf keine neuen Verletzungen setzen
## Kommentarliteratur
- Gaier/Wolf/Goebel, BRAO § 43a Abs. 3 Rn. 1-40 (Sachlichkeitsgebot: Analyse unsachlicher Eingaben)
- Fischer, StGB § 185 Rn. 1-30 (Beleidigung in schriftlicher Kommunikation)
## Analyseebenen
Die Eingangsanalyse untersucht den Text auf vier Ebenen: sprachliche Auffälligkeiten (Schimpfwörter, Großbuchstaben, übermäßige Satzzeichen), rhetorische Stilmittel (Sarkasmus, Ironie, Übertreibung), inhaltliche Vorwürfe (Kompetenzabsprache, Unterstellungen, Drohungen) sowie strukturelle Mängel (fehlende sachliche Begründung, reine Emotionsäußerung ohne Kernbotschaft).
## Konfliktgrad-Klassifikation
Der Skill kategorisiert den Konfliktgrad in drei Stufen. Gering bedeutet: einzelne unhöfliche Formulierungen, sachlicher Kern erkennbar, kein persönlicher Angriff. Mittel bedeutet: mehrere emotionale Trigger, Vorwürfe an die Person, Drohgebärde oder Ultimatum. Hoch bedeutet: überwiegend unsachlich, persönliche Herabsetzung, Schimpfwörter oder strafrechtlich relevante Äußerungen.
## Trigger-Kategorien
Die wichtigsten emotionalen Trigger sind: Großschreibung ganzer Wörter oder Sätze (impliziert Schreien), Ausrufezeichen-Ketten (erzeugen aggressiven Ton), direkte persönliche Anreden mit Vorwurf-Charakter ("Sie haben...", "Sie sind..."), implizite oder explizite Drohungen ("Ich werde...", "Das hat Konsequenzen"), Sarkasmus und Ironie (untergraben sachliche Auseinandersetzung) sowie Pauschalurteile ohne Sachverhaltsbezug.
## Berufsrechtlicher Hintergrund
§ 43a Abs. 3 BRAO verpflichtet Rechtsanwälte zur Sachlichkeit in der beruflichen Kommunikation. Die Weiterleitung oder das Zitieren eines unsachlichen Eingangsschreibens ohne Analyse kann dazu verleiten, im eigenen Schreiben denselben Ton zu übernehmen — was berufsrechtlich problematisch ist. Die Eingangsanalyse hilft, eine bewusste Distanz zum emotionalen Gehalt herzustellen.
## Beispiele Vorher/Nachher
**Vorher:** „SIE HABEN MIR NICHT GEANTWORTET!!! Das ist eine Frechheit!!!"
**Nachher (Analyse):** Konfliktgrad hoch. Trigger: Großbuchstaben, Mehrfach-Ausrufezeichen, Vorwurf fehlender Reaktion. Kern: Bitte um Rückmeldung auf ein früheres Schreiben.
**Vorher:** „Ich erwarte sofort eine Erklärung, sonst schalte ich meinen Anwalt ein."
**Nachher (Analyse):** Konfliktgrad mittel. Trigger: Drohgebärde, Ultimatum. Kern: Bitte um Stellungnahme zu einem bestimmten Sachverhalt.
**Vorher:** „Ihre Kollegin hat mir versprochen, dass das erledigt wird. Offenbar sind dort alle unfähig."
**Nachher (Analyse):** Konfliktgrad mittel-hoch. Trigger: Pauschalurteil, Kompetenzabsprache. Kern: Unerfüllte Zusage eines Mitarbeiters; Klärungsbedarf.
## Ausgabeformat
Der Skill gibt aus: (1) Tabellarische Trigger-Liste mit Zitat, Trigger-Typ und Einordnung. (2) Konfliktgrad-Einschätzung (gering/mittel/hoch) mit Begründung. (3) Sachlicher Kerninhalt in einem Satz. (4) Empfehlung, welche weiteren Skills zur Umformulierung einzusetzen sind.
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